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Studie des Fraunhofer IAO

Drei Orte für die Ladeinfrastruktur

Foto: Wolfgang Grube

Fraunhofer IAO untersucht in einer Studie das Themafür Ladeinfrastruktur alternative Antriebe. Möglichkeiten müssen auf dem Betriebshof, in Gewerbegebieten und an Raststätten oder Parkplätzen geschaffen werden.

Um die CO2-Einsparziele des Bundesklimaschutzgesetzes zu erreichen, müssen im Straßengüterverkehr mehr alternative Antriebe her. Ohne entsprechende Infrastruktur wird diese Verkehrswende aber nicht gelingen. Das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO hat daher in einer Studie untersucht, welches die spezifischen Anforderungen der Branchenunternehmen sind und daraus einen Masterplan für den Infrastrukturausbau für alternative Antriebe erstellt. Aus der Studie „Anforderungen an eine elektrische Lade- und Wasserstoffinfrastruktur für gewerbliche Nutzfahrzeuge mit dem Zeithorizont 2030“, die im Auftrag der Forschungsvereinigung Automobiltechnik (FAT) erstellt wurde, haben die Forscher zudem Handlungsempfehlungen abgeleitet.

Anforderungen sind uneinheitlich

Denn die Branche ist beim Thema Ladeinfrastruktur reichlich uneinheitlich: Die Forscher identifizierten etwa Fahrzeuge mit Stellplatz auf dem eigenen Betriebshof, Fahrzeuge ohne eignen Betriebshof, Fahrzeuge mit mehrtägigen Touren und längeren Standzeiten über Nacht sowie hoch ausgelastete Fahrzeuge mit minimalen zeitlichen Lademöglichkeiten.

Ziel war daher, sowohl die Anforderungen für die verschiedenen Branchenunternehmen aus Nutzersicht zu evaluieren als auch die technischen Voraussetzungen für das elektrische Laden auf Betriebshöfen im Jahr 2030 zu beleuchten.

Interviews mit unterschiedlichen Nutzergruppen

Im ersten Schritt wurden dazu der aktuelle Stand und die allgemeinen Entwicklungstendenzen im Umfeld alternativer Antriebe dargestellt, danach folgten Interviews mit Vertretenden aus unterschiedlichen Branchen und Nutzergruppen im Wirtschaftsverkehr, um Aussagen zur zukünftigen Nutzung der Infrastrukturen sowie der eingesetzten Fahrzeuge treffen zu können.

Simulationsmodelle zwischen KEP und nationalem Güterverkehr

Das Ergebnis eines anschließenden Simulationsmodells mit vier simulierten Nutzergruppen zeigte, wie unterschiedlich die Anforderungen der Branchenunternehmen sind. Fahrzeuge der Kurier-, Express- und Paketdienstleister sind demnach rund um die Uhr unterwegs und benötigen Lademöglichkeiten mit sehr hohen Leistungen, um ihre Touren schnell fortsetzen zu können. Im nationalen Güterverkehr könnten die Lkw nach Ansicht der Forscher hingegen während der nächtlichen Ruhezeit in der Nähe von Autobahnen mit moderater Leistung ressourcenschonend geladen werden.

Manche Nutzer brauchen öffentliche Infrastruktur

„Für viele Einsatzzwecke der Fahrzeuge können die Betriebshöfe einen wesentlichen Beitrag zur Ladung leisten. Einige Nutzergruppen sind jedoch auf eine öffentliche Infrastruktur zwingend angewiesen. Die individuellen Bedarfe sind dabei sehr heterogen“, sagt Florian Klausmann, Projektleiter am Fraunhofer IAO.

Daher spielt laut den Autoren der Studie auch der Ort für den Ladevorgang eine wichtige Rolle. Subunternehmen würden wohl kaum auf dem Betriebshof ihrer Auftraggeber laden, für sie müssten etwa in Gewerbegebieten öffentliche Nachtladestationen mit geringen Leistungsanforderungen zur Verfügung stehen. Eine bedarfsgerechte Ladeinfrastruktur für Nutzfahrzeuge müsse daher mindestens an drei Orten aufgebaut werden: auf Betriebshöfen, in Gewerbegebieten und an Raststätten oder Parkplätzen an Autobahnen und Fernstraßen, so die Studie.

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