Stau

Diese Ballungszentren sind der Horror

Autobahn, Stau Foto: ADAC

Im Großraum Stuttgart sollte man nie ohne Verpflegung in sein Kraftfahrzeug steigen. Dort steht man nämlich 58 Stunden pro Jahr im Stau. Das hat der Datensammler Inrix herausgefunden.

So kann man Staus auch sehen: „Wie es um dem Verkehr steht, so steht es auch um die Wirtschaft. Verkehrsstaus sind ein ausgezeichneter Konjunkturindikator, der zeigt, ob die Menschen zur Arbeit gehen, Unternehmen Produkte versenden und die Verbraucher Geld ausgeben“, sagt Stuart Marks, Senior Vice President von Inrix Europe.

Inrix ist eine weltweite Plattform für Verkehrsinfos. Das Unternehmen erhebt täglich Daten von rund 100 Millionen Fahrzeugen und Geräten, um Verkehrs- und Fahrtinformationen in 30 Ländern bereitzustellen.

Marks Ansicht wird nicht jeder von uns teilen. Die individuelle Zustimmung zu seiner Aussage wird besonders dann arg strapaziert, wenn man selbst in einem dieser 10- oder 20-Kilometer-Staus steht.

Inrix verrät, wo die Staus am schlimmsten sind

Da ist es doch nett, dass wir dank Inrix jetzt wenigstens genau wissen, wo wir in Deutschland die meiste Zeit im Stau verschwenden. Durch die Analyse der Hauptverkehrsstraßen in den 22 größten Ballungsräumen Deutschlands fanden die Datenanalysten heraus, dass Verkehrsteilnehmer 2011 im Schwabenländle die am längsten im Stau standen – nämlich genau 58 Stunden im Jahr. Am größten war die Wahrscheinlichkeit auf Stillstand freitags zwischen 16 und 17 Uhr.

Den zweiten Platz dieser wenig ruhmreichen Statistik erklomm die Stadt Köln mit 57 Stunden Stau. Überhaupt – das Rheinland: Auch in Düsseldorf (Platz 4 mit 51 Stunden) und Bonn (Platz 8 mit 42 Stunden) kam man 2011 nicht so recht vorwärts.

55 Stunden Stau in Hamburg

Auch im Norden stockte es zeitweise arg. Besonders im Großraum Hamburg mussten die Verkehrsteilnehmer viel Geduld mitbringen. Hier zählte Inrix 55 Staustunden, was Platz 3 in der Statistik entspricht. Da kamen die Verkehrsteilnehmer im Ruhrgebiet vergleichsweise glimpflich davon: Deutschlands größter Ballungsraum brachte es mit 47 Staustunden auf Platz 5. Platz 6 belegte Karlsruhe mit 44 Stunden „standing ovations“, auf dem siebten Rang landete Saarbrücken mit 43 Stunden Stau.

Überraschend gut positionierte sich der Großraum München, der mit 39 Staustunden auf Platz 9 landete und fast aus den Top Ten herausfiel. Nicht weniger überraschend auf Platz 10 landete die Ökometropole Freiburg im Breisgau. Dort standen die Verkehrsteilnehmer 2011 39 Stunden mit Blick auf den herrlichen Schwarzwald im Stau.

Freitags früh nach Hause fahren

Die Staus kulminieren übrigens zu bestimmten Zeitpunkten. Freitags zwischen 15 und 17 Uhr sollte man sein Auto lieber stehen lassen. Auch die Morgenstunden haben es in sich: In Saarbrücken ist die Staugefahr mittwochs zwischen 6 und 7 Uhr am größten – ein Grund dafür, mal wieder richtig auszuschlafen. In Freiburg sollte man eine Stunde später die Hauptverkehrsachsen meiden und in München fließt der Verkehr am Montag zwischen 9 und 10 Uhr besonders zäh.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland übrigens noch ganz gut. Die verkehrsreichste Stadt ist Mailand gefolgt von Brüssel und Antwerpen. Stuttgart kommt erst auf Platz 17, Köln folgt einen Platz dahinter.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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