Spezialfahrzeug mit 150 Tonnen Nutzlast

Brammentransporter von Kamag

Kamag Brammentransporter Foto: Kamag 4 Bilder

Der Sonderfahrzeugbauer Kamag hat einen Spezialisten für ganz besonders harte Bedingungen auf die Räder gestellt. Der Transporter muss bis zu 900 Grad heiße Stahlblöcke schultern.

Der Auftrag des Stahlproduzenten ArcerolMittal ist nicht von schlechten Eltern: 150 Tonnen Nutzlast, die 900 Grad heiße Ladung darf keinen Schaden am Fahrzeug anrichten und jeden der 22 Tonnen schweren Stahlblöcke – 11,6 Meter lang, 2,5 Meter breit und 22 Zentimeter dick - müssen die Zangen am Fahrzeug in nur 25 Sekunden auf 2,5 Meter anheben. Eine Mammutaufgabe. Dazu darf das Fahrzeug auch nach dem Betrieb über zehn Jahre und praktisch rund um die Uhr keine Risse aufweisen.

"Extreme Performance"

„Um die Nutzlast von 150 Tonnen umzusetzen, mussten wir den Nachläufer völlig neu konstruieren“, sagt Projektmanager Berthold Schmidberger. Die Hinterachse biete alleine eine Tragkraft von 221 Tonnen. Zudem trägt der Nachläufer die Greifzangen, welche die Brammen in kürzester Zeit anheben. „Das sind wirklich extreme Performance-Zeiten“, sagt Schmidberger weiter. Dazu kommt die Hitze. Bei bis zu 900 Grad Celsius bringen die Brammen einen enormen Hitzeeintrag ins Fahrzeug. Die zwei-Mann-hohen Räder aus Kunststoff kommen dem glühenden Metall dabei gefährlich nahe. Darum hat Kamag den Transporter mit zahlreichen Hitzeschutzschildern versehen. Dazu sind die Reifen mit je zehn Tonnen Wasser befüllt – das soll die Hitze besser ableiten.

Vorgerüstet für hoch automatisierten Betrieb

Als Antrieb dient ein 15,2 Liter großer Reihensechszylinder mit der Abgasnorm Tier IV final, der 403 kW (548 PS) leistet und 2.472 Newtonmeter Drehmoment stemmt. Zudem ist der Transporter bereits für die Zukunft vorbereitet. So lasse er sich aus der Kabine und ferngesteuert per Fernbedienung oder aus einem zentralen Leitstand dirigieren. Darüber hinaus habe man eine Sensorik vorgerüstet, die sämtliche Fahr- und Arbeitszustände erkenne. In Zukunft kann der Brammentransporter dann, so Kamag, auch hoch automatisiert arbeiten. Bis dahin müsse man aber noch weitere Sensoren für die Umfelderkennung entwickeln.

Schwertransport mit 71 Meter Länge

Laut Kamag bringt der Stahlschlepper leer 132 Tonnen auf die Waage. Allein die Auslieferung zum Kunden ist daher kein einfaches Unterfangen: Der Schwertransport erstreckt sich über eine Länge von 71 Meter, ist 6,6 Meter breit und 5,4 Meter hoch. Im Schub- und Zugverband hat die Spedition Kübler den Koloss vom Kamag-Werk in Ulm über 260 Kilometer auf öffentlichen Straßen zum Heilbronner Hafen transportiert. Von dort geht es weiter auf dem Binnenschiff.

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