Spesenerhöhung 2020

Tropfen auf das heiße Steak

Spesen Maxi Autohof FF 2/2020 2/20 Foto: Gundel Jacobi 2 Bilder

Zum Jahresbeginn 2020 gab es auch für Berufskraftfahrer eine marginale Erhöhung der Spesen. Sie deckt allerdings gerade einmal die Kostensteigerung oder wird von manchen Parkplatzgebühren einfach aufgefressen.

Andrea Nahles, damals noch SPD-Vorsitzende, hatte im Sommer 2018 eine Veranstaltung des Kraftfahrerkreises Düren-Aachen besucht. Dabei versprach Nahles, sich bei ihrem Parteigenossen, Finanzminister Olaf Scholz, für eine Erhöhung der Spesen einzusetzen. Sie hielt Wort: Am 29. November 2019 hat der Bundesrat schließlich dem von der Bundesregierung eingebrachten Jahressteuergesetz 2019 – genannt "Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften" – zugestimmt.

Das bedeutet: Auch Berufskraftfahrer können bei mehrtägigen Dienstreisen seit Jahresbeginn 2020 pro Tag 28 Euro statt wie bisher 24 Euro ansetzen, bei Abwesenheiten zwischen 8 und 24 Stunden künftig 14 Euro statt wie bisher 12 Euro. Rechtswirksam wird die Regelung, sobald sie im Bundesgesetzblatt erschienen ist – wohl Anfang 2020. Bei 22 reinen Werktagen im Monat bedeutet das als rechnerische Größenordnung für Fahrer im nationalen Fernverkehr zukünftig statt 528 nun 616 Euro mehr Geld, das der Arbeitgeber netto auszahlen darf – aber nicht muss. Alternativ können die Spesen bei der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Spesen werden als Teil des Einkommens betrachtet

Eigentlich sind die Spesen dazu da, den täglichen Verpflegungsmehraufwand des Fahrers auszugleichen. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass viele Fahrer ihre Spesen mittlerweile als Teil ihres nicht zu versteuernden Einkommens betrachten. Das wird, so klagen Fahrer in den sozialen Medien, dadurch geschmälert, dass einige private Autohöfe wie die Maxi-Kette die Parkgebühr auf 20 Euro erhöht haben und davon nur 10 Euro als Verzehrgutschein verrechnen. Sollte der Arbeitgeber dem Fahrer also diese reine Parkgebühr für den Lkw nicht erstatten, bleibt der Fahrer auf Kosten sitzen, die eigentlich nicht an ihm hängen bleiben dürfen.

Selbst kochen als preiswerte Alternative

Generell ist die marginale Spesenerhöhung angesichts der gestiegenen Kosten nur "ein Tropfen auf das heiße Steak". Viele Fahrer sind längst dazu übergegangen, sich selbst zu verpflegen, also vorzukochen oder einfache Gerichte unterwegs selbst zuzubereiten. Das Buch "Sternköche" bietet dafür eine Auswahl der besten und überdies gesunden Rezepte für daheim und unterwegs. Das Fernfahrer-Kochbuch können Sie hier bestellen.

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