Silk Way Rallye 2013

Kamaz-Festspiele

Rallye Silk Way Foto: Silk Way Press 7 Bilder

Zwischen Moskau und Astrakhan im Wolga-Delta rollt die diesjährige Silk Way Rallye. Sie ist erneut ein Heimspiel für die Kamaz, deren früherer Teamchef heute die Rallye durch Putins Reich organisiert.

Tilo gegen den Rest der Welt – auch so hätte der Titel für diesen Bericht über die seit dem 5. Juli laufende Silk Way Rallye 2013 lauten können. Denn Tilo Süptitz, dem einzigen deutschen Starter unter den 24 schnellen Trucks, tritt mit einem wirklich wettbewerbsfähigen Truck an: Einem Kamaz! Im Frühjahr hatte es der Torgauer Transportunternehmer geschafft. Er, der Westeuropäer, hatte dem Kamaz-Team einen der legendären Rallyetrucks aus dem Kreuz geleiert. Das war vorher noch niemandem gelungen.

Bei der Baja 300 Mitteldeutschland konnte sich Süptitz dann mit Top-Pilot de Rooy messen und bewahrte Platz zwei hinter dem unbestrittenen Spitzenmann und Dakar-Sieger. Jetzt also zurück in die Heimat – für den Truck zumindest. Das heißt aber auch antreten gegen die siegverschlingende Armada der Markenkollegen.

Ausfall nach starkem Start

Der Anfang war gut. Beim wie immer wohlinszenierten Start auf dem Roten Platz in Moskau nahmen die Russen den Süptitz-Lkw als einen der ihren wahr. Nach Platz 23 auf der ersten und bereits Platz 13 auf der zweiten Etappe erwischte es den schnellen Sachsen am Dienstag auf der Schleife Wolgograd-Wolgograd. Süptiz sah einen ca. 80 Zentimeter tiefen Graben zu spät und hämmerte quer hinein. Dabei riss der Schubstangenkopf der Lenkung ab. Das Team hat dann das Teil bei einem Bauernhof unweit der Unfallstelle geschweißt und sind auf der Landstraße ins Biwak gefahren. Das bedeutete 100 Stunden Strafe! Aber auch im Camp konnten sie wohl das Ersatzteil nicht besorgen und wollten nicht riskieren, mit der notdürftig reparierten Lenkung weiter zu fahren. Merke: Die Teileversorgung ist im Heimatland der blauen Mustangs auch bei tieffliegender Kamazdichte nicht selbstverständlich!

Die Musik machen die Markenkollegen vom Werksteam. Zur Halbzeit führt Ayrat Mardeev (Kamaz) vor dem Weißrussen Viazovich (MAZ) und Sotnikov (Kamaz).

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