Schwarzmüller

Kundennähe macht sich bezahlt

Foto: Carsten Lange

Erstmals bietet die Schwarzmüller-Gruppe in Deutschland einen Rundumservice. Der Marktanteil soll kräftig steigen.

Das österreichische Familienunternehmen Schwarzmüller baut unter anderem Tank-, Kipp-, Tieflade- und Schubbodenfahrzeuge, betreibt Werkstätten, ist im Ersatzteilgeschäft aktiv und bietet Miet- und Gebrauchtfahrzeuge an. Mitte 2019 liegt der Marktanteil von Schwarzmüller in Deutschland bei sechs Prozent, mittelfristig würden zehn Prozent angepeilt, sagte Geschäftsführer Roland Hartwig beim Besuch am Unternehmenssitz in Freinberg. ­Großen Anteil am Erfolg in Deutschland habe die neue Niederlassung im fränkischen Eltmann. „Wir bieten erstmals in Deutschland den kompletten Schwarzmüller-Rundumservice. Diese Kundennähe macht sich auch am neuen Standort sofort bezahlt“, berichtete Hartwig. Besonders vorteilhaft sei die Liefertermintreue von mehr als 90 Prozent für maßgefertigte Fahrzeuge, die durch die Produktionsumstellung bei Schwarzmüller jetzt Standard sei.

Schwarzmüller sucht neuen Standort

Auch die Mietflotte werde in Deutschland ausgebaut. Mietfahrzeuge dienten nicht nur dem Kundenservice, zum Beispiel bei der Abdeckung von Leistungsspitzen. Sie seien auch ein Türöffner für Neukunden, erläuterte Hartwig. Schwarzmüller sucht für den Norden Deutschlands nach einem weiteren Standort, entsprechende Verhandlungen werden bereits geführt. Die Vertriebsstruktur werde im Hinblick darauf nochmals ausgebaut und in die zwei Bereiche Nord und Süd geteilt, kündigte Hartwig an. In der Gruppe wurden 2019 in den ersten sechs Monaten 5.238 Fahrzeuge hergestellt, gegenüber dem Vorjahr ist das ein Zuwachs von neun Prozent. Schwarzmüller liege für das Gesamtjahr im Plan, so der Geschäftsführer. Man werde die Ziele von 9.900 Fahrzeugen und einem Umsatz von rund 400 Millionen Euro erreichen, wenn sich die aktuellen Rahmenbedingungen hinsichtlich der Konjunktur, insbesondere der Baukonjunktur, nicht deutlich verschlechterten.

Nicht zugänglich in Deutschland ist für Schwarzmüller bisher der Markt für amtliche ­Nacheichungen von Tankfahrzeugen, obwohl die Gruppe dafür von der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig zertifiziert ist. In Deutschland sind dafür die Eichämter zuständig. In Österreich war das Verfahren 2006 privatisiert worden; im selben Jahr hatte Schwarzmüller die offizielle Akkreditierung erhalten. An rund 1.000 Mess­anlagen jährlich nimmt die Schwarzmüller-Gruppe die amtlich vorgeschriebenen ­Eichungen von Tankfahrzeugen vor. „Die Fahrzeuge können an unseren Servicestandorten überprüft werden“, sagte Geschäftsführer Michael Weigand im Gespräch mit Werkstatt aktuell. Diese Dienstleistung bietet Schwarzmüller derzeit an den sechs Standorten Freinberg, Wels, Wien, Lieboch, Kramsach und Mäder (alle Österreich) sowie in Tschechien und Ungarn an. Die Kunden von Schwarzmüller können bei einem Werkstatt­aufenthalt, etwa wegen Re­paratur oder Wartung, die Eichung mit durchführen lassen.

Foto: Carsten Lange
Daniel Dautzenberg weiß, wie man gute Tankfahrzeuge baut. Er ist Leiter Konstruktion und Entwicklung bei Schwarzmüller.

Im Werk in Freinberg entstehen die Tankfahrzeuge mit spezieller Doppelkeilform, für die Schwarzmüller bekannt ist. „Die Tankfahrzeuge können wir in verschiedenen Materialkombinationen herstellen und nach den Kriterien des Leichtbaus optimieren“, erläuterte Daniel Dautzenberg, Leiter Konstruktion und Entwicklung. Sie verfügen über eine umfang­reiche Ausstattung mit elek­tronischen Systemen, beispielsweise Sensoren zur Diebstahlsicherung. Am Stammsitz in Freinberg hat Schwarzmüller zudem ­eine neue Lehrwerkstatt für die Ausbildung in den zehn Berufen errichtet, die in der Gruppe angeboten werden. Die Bandbreite reicht vom tech­nischen Zeichner über den ­Metalltechniker bis zum Informationstechnologie-Techniker. 85 junge Menschen erhalten am Hauptsitz eine vertiefte ­innerbetriebliche Ausbildung. Rund 2.300 Mitarbeiter sind bei Schwarzmüller insgesamt beschäftigt.

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