Scania S 730 von van Duijghuijzen

Fein veredelter Supertruck für's Grobe

van Diujghuijzen, Supertruck FF 11/2018, Scania S. Foto: Felix Jacoby 18 Bilder

Jeroen van Duijghuijzen ist spezialisiert auf die Lieferung von Betonplatten und Formteilen. Aus Liebe zu Lastwagen hat er sich dafür ein besonderes Arbeitsgerät auf 22 Räder gestellt.

Die Arbeit auf einem Kranzug ist anspruchsvoll und bei miesem Wetter auch mal hart. Doch Jeroen van Duijghuijzen aus Druten im Osten der Niederlande geht diese Aufgabe mit Vergnügen an. Er und sein Vater Theo betreiben einen Handel mit Betonfertigteilen, im Wesentlichen geht es dabei um Bodenplatten zum Auslegen und um Blocksteine, die, nach dem Lego-Prinzip ineinandergreifend, zu Trennwänden aufgestapelt werden. So können zum Beispiel Lagerplätze für Schüttgüter unterschiedlicher Art voneinander abgegrenzt werden, wobei diese Raumteiler später wieder umgesetzt oder entfernt werden können.

van Diujghuijzen, Supertruck FF 11/2018, Scania S. Foto: Felix Jacoby
Scania S 730

50 Tonnen Gesamtgewicht sind vorteilhaft

Das Hauptgeschäft des kleinen Unternehmens aber sind vorgefertigte Bodenplatten, eine praktische und schnell zu verarbeitende Alternative zum Einsatz von Flüssigbeton- oder Asphaltflächen. Früh am Morgen macht sich Jeroen vom eigenen Firmenplatz auf den Weg zum Werk, wo die Platten hergestellt und in großer Zahl gelagert werden. Mit gekonntem Schwung rangiert er den Scania S 730 an die großen Stapel heran und klettert auf den Spezialauflieger des Herstellers KWB. Zwischen den seitlichen Bordwänden und dem Heck hat man beidseitig Platz gelassen, um einen bequemen und sicheren Aufstieg zu ermöglichen. Im Boden der Ladefläche sind zwei Schienen versenkt, denn der Mobilkran von Kennis mit eigenem Motor ist so konstruiert, dass er über die gesamte Länge des Aufliegers hin und her fahren kann. Als Nebeneffekt dieser Konstruktion muss der Motor der Zugmaschine beim Laden nicht anbleiben, und auch eine Bordhydraulik braucht der Scania so nicht. Besondere Erleichterung bei der Arbeit bietet die Sitzgelegenheit des Krans, hier wurde das bequemere Gestühl eines Gabelstaplers montiert und für kalte Tage zusätzlich mit einer Sitzheizung ausgestattet; das lernt man im Winter schnell zu schätzen. Der Diesel des Krans klingt weniger elegant als der Achtzylinder der Zugmaschine. Am Ausleger ist eine hydraulische Zange montiert, die die Platten kraftvoll greift und festhält. Mit Schwung und Routine stapelt der 31-Jährige seine Ladung übereinander. Vorne fängt er an, dank der Doppelachse der Zugmaschine geht der Auflieger dabei nicht in die Knie.

Vorteilhaft sind auch die 50 Tonnen Gesamtgewicht, die ein sechsachsiger Lastzug in den Niederlanden haben darf. So kommt trotz stolzer 24 Tonnen Leergewicht noch immer eine Nutzlast von 26 Tonnen zustande. Und mit der fünffachen Zwillingsbereifung werden die Straßen trotzdem weniger strapaziert als von den zwölf Rädern eines 40-Tonners nach Euronorm. Sinnvolles Zubehör wie die je Seite drei Staukästen unter dem Auflieger und die Verwendung eines starken, aber auch schwereren Motors sind möglich, ohne dabei die Ladekapazität auf ein unwirtschaftliches Maß zu reduzieren; aus deutscher Sicht schon etwas beneidenswert. Von der Ladestelle geht es auf die Autobahn. Diesmal ist das Ziel ein landwirtschaftlicher Betrieb eineinhalb Fahrtstunden westlich, der eine neue Lagerhalle für den Obstanbau in Betrieb nehmen will und dafür die Flächen davor mit stabilem und waagerechtem Boden ausgelegt bekommen soll. Die letzten paar Kilometer geht es dorthin über schmale Straßen. Doch dafür ist Jeroens Lastzug perfekt konstruiert, denn der Auflieger hat drei hydraulisch gelenkte Achsen, die ihn verblüffend spurtreu hinter der Zugmaschine herlaufen lassen. So kommt der Sechsachser auch um enge Kurven leicht herum. Während Jeroen die Platten wieder ablädt, bleibt Zeit, die vielen feinen Details des Lastzugs zu bewundern. Der Chauffeur hat seine Vorstellungen von Erjo Truckstyling aus Gameren verwirklichen lassen. Im klassischen Stil sind die Sonnenblende, der Leuchtkasten und der Dachgarten mit flankierenden Presslufthörnern gehalten.

van Diujghuijzen, Supertruck FF 11/2018, Scania S. Foto: Felix Jacoby
Jeroen van Duijghuijzen schätzt den perfekten Arbeitsplatz und den gemütlichen Charakter der mit Stoff und Leder verfeinerten Kabine.

Auch der Innenraum zeigt sich fein veredelt

Oben und hinter dem Rammschutz sind klassische Fernscheinwerfer montiert, unten hinter dem Gitter verstärkt noch ein starker LED-Leuchtbalken das Flutlicht. Elegant sind die geschmiedeten Felgen der Vorderräder, deren Ausschnitte passend zur Wagenfarbe lackiert sind. Das gesamte Chassis ist sauber mit Blechen aus Aluminium und Edelstahl verkleidet. Auch die Rückwand ist geglättet und zwei fette Edelstahlrohre blasen die Abgase nach oben hinaus. Die Hecktraverse mit den eingelassenen Leuchtelementen und die Verkleidungen zwischen den Hinterachsen runden den eleganten Gesamtauftritt ab. Auch der Innenraum zeigt sich fein veredelt, dafür wurde Noahs Cabinterieur aus Nijmegen beauftragt. Dort wurde die Kabine in ihre Einzelteile zerlegt, um sie mit feinen Stoffen und Leder zu tapezieren. Jeroen übernachtet auf seinen Touren, die ihn gelegentlich auch nach Belgien führen, nur ab und zu im Lastwagen, aber dann hat er es außergewöhnlich gemütlich. Zusätzlich zum großen Navi von Scania gibt es noch ein weiteres von TomTom, das die Verkehrssituation mit den vielen Staus in den Beneluxländern noch präziser analysiert. Doch mit dem S 730 ist der Lastwagenbegeisterung der Duijghuijzens noch nicht genug: Zu Hause stehen noch ein Scania R 650 für den Vater und ein restaurierter T 500 der 3er-Serie sowie weitere Veteranentrucks in der Halle. Für diese Familie sind Lkw eben weit mehr als nur Mittel zum Zweck.

Scania S 730 von Pedersen
Supertruck mit dänischer Eleganz
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