Kaum Reaktion auf Inflation Gehaltsforderungen bleiben moderat

Foto: Karl-Heinz Augustin

Betriebe und Fahrer machen sich Sorgen um ihre Existenz. Wie sich das auf die Stimmung in den ersten zwei Monaten des 2. Quartals auswirkt, haben die Experten von Jobmatch.me analysiert. Alle Bundesländer auf einen Blick.

Die weltpolitische Lage ist weiterhin instabil, der russische Angriffskrieg in der Ukraine bestimmt auch in diesem Quartal die Schlagzeilen, ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. "Die Branche muss sich mit den direkten Auswirkungen, sehr hohen Dieselpreisen und dem allgegenwärtigen Fahrermangel auseinandersetzen. Die Inflation steigt auf bisher unvorstellbare Höhen, und das Wort Rezession wird immer öfter unverhohlen ausgesprochen", sagt Daniel Stancke, Gründer und CEO von Jobmatch.me.

Lohnforderungen Lkw-Fahrer im Detail

Das durchschnittlich geforderte Monatsbruttogehalt liegt bei rund 2.870 Euro, basierend auf über 3.700 Gehaltsforderungen. Bremen liegt mit 3.050 Euro als einziges Bundesland über dem Bundesdurchschnitt. Länder wie Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen sind Spitzenreiter auf stabilem Niveau. Das West-Ost-Gefälle lässt sich auch weiterhin beobachten. Obwohl sich viele Betriebe und Fahrer Sorgen um ihre Existenz machen, lässt sich die Stimmung auf Basis der von Jobmatch.me ausgewerteten Gehaltsdaten der ersten zwei Monate des zweiten Quartals als weitgehend stabil beschreiben. Hier die exakten Daten (Quelle: Jobmatch.me):

BundeslandQ1/2022Q2/2022+/-
Baden-Württemberg 3.000 € 3.025 € 1%
Bayern 2.975 € 2.900 € -3%
Berlin 2.750 € 2.825 € 3%
Brandenburg 2.750 € 2.800 € 2%
Bremen 2.837 € 3.050 € 8%
Hamburg 3.000 € 2.887 € -4%
Hessen 3.000 € 3.000 € 0%
Mecklenburg-Vorpommern 2.675 € 2.700 € 1%
Niedersachsen 2.950 € 2.950 € 0%
Nordrhein-Westfalen 3.000 € 3.000 € 0%
Rheinland-Pfalz 2.950 € 2.962 € 0%
Saarland 2.775 € 2.825 € 2%
Sachsen 2.700 € 2.675 € -1%
Sachsen-Anhalt 2.725 € 2.675 € -2%
Schleswig-Holstein 2.950 € 2.975 € 1%
Thüringen 2.700 € 2.675 € -1%

Abgesehen von einzelnen Ausreißern nach oben wie in Bremen oder nach unten wie in Hamburg sind die Gehaltsforderungen weitestgehend unverändert. "Die gestiegenen Treibstoffkosten scheinen bisher nicht in der Supply-Chain weitergegeben worden zu sein, die Fahrerlöhne werden nicht signifikant angehoben. Dies könnte zu einer Abwanderung von Fahrpersonal aus der Branche führen und den Fahrermangel noch verschärfen", warnt Stancke.

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Keine Konsequenzen durch Wegfall ukrainischer Fahrer

"Der Wegfall der rund 100.000 ukrainischen Fahrer, die hauptsächlich für polnische Arbeitgeber arbeiteten, führt bisher auf Basis unserer Daten nicht zu höheren Forderungen bei den Löhnen. Offensichtlich haben polnische Arbeitgeber ihre Löhne noch nicht signifikant erhöht und Fahrer dem deutschen Markt entzogen", erklärt der Experte die aktuellen Gehaltsdaten.

Die weitere Entwicklung darf mit einiger Spannung betrachtet werden. Daher lautet nicht nur für Stancke die große Frage, ob die Gehaltsforderungen weiterhin stabil bleiben oder sich bei einem hoffentlich baldigen Kriegsende die Löhne nach oben entwickeln oder bei dauerhafter Krise nach unten zeigen.

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