Rallye Dakar 2015

Kein Rezept gegen Kamaz

Rallye Dakar 2015 Foto: Team Bonver 14 Bilder

Rallye Dakar ist, wenn mehr als eine halbe Hundertschaft der schnellsten Off Road Trucker der Welt in zwei Wochen mehr als 9.000 Kilometer unter die Reifen nehmen – und am Ende gewinnt Kamaz.

Die Fraktion der Kamaz-Herausforderer hatte aufgerüstet: Das Team de Rooy schob einen zweiten Torpedo ins Rohr. Hans Stacey, letzter Sieger der klassischen Dakar 2007 auf afrikanischem Boden, steuerte den zweiten Haubentruck. Eine ganze Tschechen-Phalanx, bestehend aus dem Bonver Dakar Project, dem Mammoet Rally Team und MKR Technologies von Truckrace-Meistermacher Mario Kress brachte zwei neue Renault Trucks und drei Tatra Jamal an den Start. Das niederländische VEKA-Team hatte sich mit dem tschechischen Spitzenfahrer Alés Loprais verstärkt und die Buggyra-Tatra-Allianz den schnellen Geländerenner übers Jahr deutlich optimiert Richtung Siegauto. Der weißrussische Lkw-Bauer MAZ schickte zwei statt bisher einem Truck ins Rennen. Wieder dabei die starken GINAF der van Ginkel-Brüder und jede Menge kampferprobter und hoch motivierter Dakaristi. Sie alle vereinte ein Ziel: Kamaz besiegen. Die blauen Reiter sind mir vier Trucks zum Start- und Zielort Buenos Aires nach Argentinien gekommen. Karginov, Nikolaev, Mardeev und Africa Race 2014-Sieger Sotnikov – jeder einzelne ein Siegfahrer.

Stacey holt den Auftaktsieg, de Rooy im Pech

Den ersten Pflock rammte aber Stacey in den argentinischen Boden und holte den Auftaktsieg. Für Cousin Gerard de Rooy, Dakar-Sieger von 2012 und Vorjahres-Zweiter, reichte es da nur zum neunten Platz. Irgendwie war diese Platzierung ein Zeichen, denn es sollte nicht das Jahr des erfolgsverwöhnten Niederländers werden. Der Hammer traf de Rooy am vierten Tag: technische Probleme, Verspätung samt Strafzeit – Platz vierzig. Nach einem Sprung mit heftiger Landung hatte sich das Differenzial der Hinterachse verabschiedet. Die Reparatur brauchte fast sechs Stunden. Eigentlich war die Dakar 2015 schon hier für den Transportunternehmer gelaufen. Aber die Rallye hatte ja noch nicht einmal Halbzeit und Pech können schließlich auch die anderen haben. Abgerechnet wird bekanntlich im Ziel.

Kamaz meldet sich am zweiten Tag zurück

Nikolaev holte Tag zwei für die Kamaz-Armada, vor einem MAZ und Teamkollege Mardeev. Bemerkenswert Platz vier für van den Brink auf dem Mammoet-MKR-Renault und Rang fünf für Martin Kolomy mit dem Buggyra-Tatra. Mardeev machte dam Folgetag den Sack zu vor Karginov und de Rooy. Dahinter Loprais, Sotnikov und Kolomy. Jetzt machten die blauen Kamaz-Reiter richtig Druck: Dreifachsiege vor Loprais und Stacey bzw. de Rooy und Sotnikov an den beiden Folgetagen. Dann schlug die Kamaz-Gegenbewegung zurück. Loprais vor de Rooy lautete die Reihenfolge an Tag sieben, gefolgt von drei Kamaz. Mal Nikolaev, mal Mardeev und immer vorne drin de Rooy. Die Kamaz machten einfach keine entscheidenden Fehler und wurden auch von größeren Pannen verschont. Dafür bekam ein anderer gegen Ende der Rallye die zweite Luft. Hans Stacey meldete der Rennleitung, doch bitte die Tagessiege der letzten drei Tage seinem Konto gutzuschreiben, Etappe elf sogar im Doppel mit de Rooy.

Kamaz schlägt sie alle

Aber das Aufbäumen half nicht mehr. Drei Kamaz machten das Podium zur Einmarken-Veranstaltung. Mardeev, Nikolaev und Karginov verwiesen Alés Loprais (MAN) als besten Nicht-Kamazfahrer auf Platz vier vor Sotnikov, Stacey und Kolomy. Für Gerard de Rooy blieb Platz neun und für ihn wie für alle anderen die Erkenntnis, erneut kein Rezept gegen die Kamaz-Siegeritis gefunden zu haben.

Das Ziel – wieder in Buenos Aires – sahen 43 Trucks. Bester Deutscher war Sebastian Klein, Mechaniker im achtplatzierten Veka-MAN von Marcel van Vliet. Wie war das noch? Dakar ist, wenn alle losstürmen, und am Ende Kamaz gewinnt.

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