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Preisabsprachen der Lkw-Hersteller

Ire klagt gegen Lkw-Bauer

Preisabsprache Foto: Fotolia: bildergala

Die Preisabsprachen der Lkw-Hersteller haben Folgen. Der irische Fahrer John Lenaghan hat die erste Klage eingereicht.

22.09.2016 Matthias Rathmann

Der irische Lkw-Fahrer John Lenaghan hat nach der milliardenschweren Kartellstrafe der EU-Kommission gegen die europäischen Lkw-Hersteller Klage eingereicht. Wie das Handelsblatt berichtet, handelt es sich bei der Klage um die erste in Europa, die gegen die Akteure des Lkw-Kartells eingereicht wurde. Vertreten wird Lenaghan, der laut Handelsblatt seit 30 Jahren im Speditionsgeschäft tätig ist und regelmäßig mit einem DAF zwischen Irland, Frankreich und Deutschland pendelt, demnach vom Anwalt Evan O´Dwyer. Er vertrete einige Dutzend Speditionen, die zusammen 250 Fahrzeuge unterschiedlicher Marken einsetzen. Die Klage sei vor dem High Court in Dublin eingereicht worden und richte sich gegen alle Hersteller hinter dem Preiskartell. Dass O`Dwyer so schnell agieren konnte, führt die Wirtschaftszeitung darauf zurück, dass Unternehmen in Irland ihre Ansprüche lediglich anmelden, nicht aber begründen müssten.

Lenaghan hat seinen DAF XF dem Bericht zufolge im September 2005 für 87.350 Euro erworben. Damit fiel der Kauf mitten in die Zeit der illegalen Absprachen, die von 1997 bis 2011 andauerten. In dieser Zeit habe die Fahrzeugindustrie in Europa rund zehn Millionen Lkw verkauft.

Rund 10.000 Euro Schaden pro Fahrzeug

Anwaltskanzleien zufolge liegt der Schaden bei rund 10.000 Euro pro Fahrzeug. Die EU-Kommission hatte gegen die Unternehmen ein Bußgeld von knapp drei Milliarden Euro verhängt.  Namentlich sind dies MAN, Volvo/Renault, Daimler, Iveco und DAF. Die höchste Einzelstrafe entfiel mit rund einer Milliarde Euro auf Daimler. Der Volkswagen-Tochter MAN, deren Geldbuße etwa 1,2 Milliarden Euro betragen hätte, wird nach der Kronzeugenregelung die Strafe vollständig erlassen. Alle Lkw-Bauer haben ihre Kartellbeteiligung zugegeben und einem Vergleich zugestimmt. Das Verfahren gegen den schwedischen Hersteller Scania, der vom Vergleichsbeschluss nicht erfasst wird, läuft noch.

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