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Palletways startet Regionalhub Süd

Lücke im Süden geschlossen

Palletways Foto: EMANUELBLOEDT

Kaum ist die Immobilie bezogen, ist sie bald schon zu klein – das könnte Palletways mit dem neuen Südhub in Neufahrn bei München bevorstehen. Geschuldet sei dies dem Wachstum des Netzwerks in Deutschland und dem schwierigen Immobilienmarkt rund um München, sagt Mathias Mendel, Geschäftsführer von Palletways Deutschland.

04.10.2017 Ilona Jüngst

Vorerst ist das Unternehmen am Standort des ehemaligen Netzwerkspartners DSS24 in Neufahrn untergekommen, den Palletways zum 1. Juli übernommen hat. Seit Anfang September fungiert der Standort als Regionalhub für die Postleitzahlbereiche 8 und zum Teil auch 9 und 7 sowie für Teile Österreichs. Getränke, Auslegeware, Gartenbedarf und mehr warten auf den Weitertransport in der Halle – alles, was auf eine Palette passt und als Packstück nicht schwerer als 1.200 Kilogramm ist. Das und die seitliche Beladung sind zwei der Hauptmerkmale des Franchise-Systems, das ursprünglich aus Großbritannien kommt.

Mit sieben Parternunternehmen am Start

Sieben mittelständische Partnerunternehmen sind in Neufahrn bereits am Start, etwa die Firma Fecht aus dem Allgäu, Gröner Logistik aus Steinheim sowie Kern und Karl aus Postbauer-Heng, berichtet Mathias Mendel. 20 Partner sollen es werden, die das Regionalhub nutzen und damit nicht mehr das Regionalhub im hessischen Knüllwald-Remsfeld bei Kassel ansteuern müssen.

Den Standort Neufahrn fahren jetzt Nacht für Nacht zwei bis drei Lkw aus dem Zentralhub sowie dieselbe Menge von direkt einspeisenden Unternehmen an, die Güter aus der ganzen Republik bringen; außerdem die Fahrzeuge der sieben Partner aus der Region, die Ware für den Hauptlauf nach Knüllwald anliefern. Ab dem 18. Oktober gesellt sich auch mindestens ein Lkw aus dem Hub in Mailand dazu – so hat Neufahrn direkt Anschluss an das starke Palletways-Netzwerk in Italien sowie nach Frankreich und Spanien.

Zwei Regionalhubs fehlen

Laut Mendel fehlen in Deutschland noch zwei weitere Regionalhubs: Eines für den Norden – hier sei die Region Hannover prädestiniert – sowie eins für den Südwesten, das auch Frankreich, Spanien und letztlich die Schweiz anbinde. Laut dem Chef des deutschen Netzwerks ist nicht auszuschließen, dass dieses Hub auch jenseits der deutschen Grenze entstehe: "Wir denken bei den Regionalhubs sehr stark auch in internationalen Strukturen."

Das Unternehmen ist außerdem weiter auf der Suche nach neuen Mitgliedern. So sei etwa das bayerische Gebiet für die dort agierenden Partner zu groß – "die Region 83 wollen wir etwa verdichten, das macht auch verkehrsgeografisch Sinn." Einen weiteren weißen Fleck sieht Mendel entlang der Rheinschiene bis südlich von Karlsruhe. Wunschpartner sind auf alle Fälle Mittelständler mit einem Umsatz von einer bis zehn Millionen Euro Umsatz, die laut Mendel das Wachstum des Netzwerks auch mittragen können.

30 Prozent Wachstum pro Jahr hat Palletways in Deutschland bislang jedes Jahr national zugelegt und ist international sogar um 35 Prozent gewachsen, wobei Benelux und UK die wichtigsten Auslandsrelationen sind. Umsatz und Ergebnis nennt Mendel nicht, wohl aber die Anzahl der transportierten Paletten – geschätzt 650.000 bis 700.000 werden es 2017 sein. Trotz starken Aufkommens im Frühjahr plant Mendel beim Wachstum mit 25 Prozent etwas konservativer.

Preiserhöhung empfohlen

Bei solchen Mengen machen sich die Kostensteigerungen im Stückgutbereich bemerkbar – wie die anderen großen Akteure in dem Bereich sieht auch die Palletways-Zentrale daher Handlungsbedarf in Richtung einer Preiserhöhung: "Unsere Empfehlung an die Mitglieder liegen im hohen einstelligen Bereich." Vor allem die Produktionskosten haben aufgrund der gestiegen Kosten auf Fahrerseite angezogen. Auf jeden Fall müssten auch die B2C-Preise eine entsprechende Betrachtung erhalten, so Mendel, weil der Bereich immer noch teurer als die Industriebelieferung sei.

Dies ist umso wichtiger, als das Segment auch bei Palletways immer weiter zulegt – zehn bis zwölf Prozent beträgt inzwischen der Sendungsanteil in Deutschland, im Stammland England sogar schon 24 Prozent, sagt Mendel. Die tatsächliche Zustellung beim Kunden ist seiner Meinung nach gar nicht so schwierig, wie allgemein angenommen. "Die meisten Kunden wollen eine Abend- oder Samstagszustellung. Das kommt uns entgegen, weil es die normalen Zustellungszeiten entzerrt."

E-Commerce-Produkt ab kommendem Jahr

Mendel ist sich sicher, dass die Netzwerkpartner entsprechend Aushilfsfahrer finden werden, um diesem Trend nachzukommen. Die größere Herausforderung sei, die Vielzahl von Möglichkeiten in "ein bis drei Produkte zu gießen", meint der Geschäftsführer und kündigt für 2018 nichtsdestotrotz ein definiertes Produkt für das E-Commerce-Geschäft an.

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