Nutzfahrzeuggeschichte

Fast perfekter MAN F7

ETM Archiv Foto: ETM Archiv

1970 rollt der MAN 10.126 zum Test für die Novemberausgabe der lastauto omnibus vor: ein Solowagen mit hohem Nutzlastfaktor und französischen Genen.

Der Testbericht beginnt mit einer Frage: „Was wird aus den 13- bis 15-t-Zugwagen, die wegen ihrer hohen Anhängelasten einerseits und den relativ niedrigen Motorleistungen andererseits ab 1. Januar 1971 in der bisherigen Zusammenstellung nicht mehr zugelassen werden dürfen?“ Eine wichtige Frage angesichts des bevorstehenden Inkrafttretens der 8-PS/t-Bestimmung. Die Antwort gibt der Verfasser selbst: „Nun, auch hier gibt es die bekannten beiden Möglichkeiten: einmal die Motorleistung auf die erforderlichen 170 bis 224 PS anzuheben oder sie im Nahverkehr als Solowagen mit relativ hohem Nutzlastfaktor zu benutzen.“

Durch die 8-PS/t-Bestimmung zum Solowagen gemacht

Ein typischer Vertreter dieser Klasse sei der MAN 10.126 F mit 126 PS und 15,4 Tonnen Gesamtgewicht. Das ergebe genau das vom Gesetzgeber geforderte Leistungsgewicht von 8 PS/t. Bei 6.100 Kilogramm Leergewicht und etwa 9,3 Tonnen Nutzlast errechne sich ein Nutzlastfaktor von 1:1,52.

Den 10.126 bot MAN damals mit kurzem und langem Fahrerhaus sowie als Kipper und Allradkipper an. Allen gemeinsam ist ein 5,3-Liter-Reihensechszylinder, dessen Höchstleistung 126 PS bei 2.900/min und ein maximales Drehmoment von 35 mkg bei 1.500/min beträgt. Der Direkteinspritzer sei gerade im Rahmen aufgehängt, was mit seiner französischen Herkunft zusammenhänge. Damals brachte Saviem seine leichten und mittleren Lkw in die Kooperation mit MAN ein.

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Flüsterleise und genügsam

Als Erstes fällt dem Redakteur die Laufruhe im modernen Fahrerhaus auf: „Wenn beim Lastwagen das Schlagwort vom flüsternden Motor überhaupt eine Berechtigung hat, dann bei diesem MAN.“ Auch der geringe Dieselverbrauch sei beachtlich: 25 Liter je 100 Kilometer Durchschnittsverbrauch auf der damals 800 Kilometer langen Standardteststrecke bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 54,2 km/h.

Als Schwachstelle werden allerdings die schwergängige Servolenkung und das ZF-Fünfganggetriebe identifiziert. Die jeweiligen Gänge müssten fast bis zur Nenndrehzahl ausgefahren werden, damit die Motorleistung beim Schalten nicht zu stark absacke. Ein Sechsganggetriebe wenigstens auf Wunsch gegen Aufpreis, lautet die Empfehlung an den Hersteller.

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