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Neue Cloudlösung für den Intermodaltransport

Check-in wie am Flughafenterminal

Foto: Tobias Stehle fotografie

Transparente Prozesse: Das Start-up Protostellar bietet eine modulare Cloudlösung für Intermodaltransporte an.

Die Supply-Chain des Intermodalverkehrs transparenter zu machen, ist Ziel des Start-ups Protostellar, das dafür 1 Logistics entwickelt hat.Die Applikationssuite in der Cloud ist modular aufgebaut und verfügt über kostenlose Basisfunktionen und kostenpflichtige Premiumangebote. Sie richtet sich an Spediteure, Verlader, Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU) und Operateure.

Thales bürgt für Sicherheit

Für das Produkt nutzt Protostellar übrigens die digitale Plattform von Mehrheitseigner Thales – die Sicherheit der Daten sei also garantiert. „Vorteil der Cloudumgebung ist natürlich vor allem die Flexibilität“, sagt Protostellar-CEO Yves Sterbak, „eine Installation braucht es nicht.“ Damit können interessierte Unternehmen auch problemlos einen kostenlosen Testmonat starten. Auch auf eine Kündigungsfrist verzichtet das Start-up.

Basismodul Track-&-Predict-Lösung

Sozusagen das Basismodul ist eine Track-&-Predict-Lösung mit GPS-Sensoren. Unternehmen, die diese Funktion nutzen möchten, können dazu entsprechende Sensoren von Protostellar anmieten oder eigene nutzen und sie am Container, Waggon oder an der Wechselbrücke anbringen. Im zweiten Schritt erfolgt eine Anbindung an das Traffic-Management-System. So kann der Standort auf einer Karte visualisiert und die voraussichtliche Ankunftszeit (ETA) sowie aktuelle Verspätungen können angezeigt werden.

Eine weitere Funktion von 1 Logistics ist ein digitaler Wartungsassistent, der vor allem für EVU mit älterem Fahrzeugbestand interessant sei. Dabei erfolgt die fahrzeugspezifische Sicherheitskontrolle vor und nach der Fahrt digital; die Daten und eventuellen Schäden können etwa über ein Tablet erfasst werden. Über künstliche Intelligenz sucht die Lösung dann nach Mustern, um Wartungen oder Schäden vorherzusagen.

Verspätungen vermeiden: Digital Delay Manager

Das dritte Modul zielt vor allem darauf, die Kosten im Rahmen des in Deutschland neu eingeführten Anreizsystems zu senken, bei dem für Verspätungen im Netzwerk Zahlungen an die Netzwerkbetreiber fällig werden. Der Digital Delay Manager analysiert laut Protostellar automatisch alle Verspätungen, auch die Umcodierungsanträge bei Störungen werden vollautomatisch ausgefüllt.

Durch künstliche Intelligenz sucht das System zudem Muster, um künftige Verspätungen zu vermeiden oder zumindest rechtzeitig darauf hinzuweisen. Die Daten bezieht das System dafür aus den Netzleitsystemen.

Das Berliner EVU Locon etwa, das die Lösung von Protostellar nutzt, konnte so in Bezug auf das Anreizsystem seinen bürokratischen Aufwand reduzieren. „Das System erhöht drastisch die Transparenz. Das hilft, Verspätungen sofort zu entdecken, und gibt somit Zeit und die Möglichkeit, Lösungen zu finden“, sagt Marco Passira, Bereichsleiter Güterverkehr bei Locon.

Das Vermeiden von Verspätungen ist für EVU ein wichtiges Thema. Laut Passira ist es daher wichtig, „dass man besser versteht, wo Verspätungen immer auftreten“. Dann könne man eventuell dort die Fahrpläne von Beginn an anders kalkulieren oder gewisse Abfahrverspätungen proaktiv vermeiden.

Einchecken im Hafenterminal

Wichtiges Glied in der globalen intermodalen Lieferkette sind nicht zuletzt die Hafenterminals. Das 1 Logistics-Modul digitalisiert auch hier die Buchung und die Registrierung in den deutschen Nordseehäfen und gibt einen Live-Statusreport über die Sendung.

Was die Digitalisierung in puncto Schienengüterverkehr weiter bringen soll, erläutert Eisenbahnexperte Marco Passira von Locon: „Einfachheit. Es ist heute immer noch ungleich komplexer, Güter über die Schiene zu transportieren als über die Straße.“ Auch die 250 intermodalen Terminals in Deutschland stehen dabei laut Passira im Fokus. „Sie sind der Eingang auf die Schiene. Sie müssen standardisiert und schnell werden – wie ein Check-in am Flughafen.“

Digitaler Check-in geplant

Diesem Wunsch kommt Protostellar gern nach. Laut Geschäftsführer Yves Sterbak ist für die nahe Zukunft als weiteres Feature von 1 Logistics der digitale Check-in bei Terminals geplant. Eine Bewerbung für ein Forschungsprojekt beim BMVI unter dem Programm Zukunft Schienengüterverkehr (Z-SGV) soll das voranbringen.

Das Unternehmen

  • Protostellar ist ein deutsches Start-up und Joint Venture des IT- und Cybersecurity-Konzerns Thales (75 Prozent) und des Logistikunternehmens MT Logistics (25 Prozent) aus Brechen bei Frankfurt/Main.
  • Protostellar hat seinen Sitz in Brechen und einen Entwicklungsstandort in Ditzingen bei Stuttgart.
  • Schwerpunkt der Geschäftstätigkeit sind digitale Lösungen für die intermodale Logistik. Bereits im Gründungsjahr 2018 war das Unternehmen Finalist beim Deutschen Logistik-Preis der Bundesvereinigung Logistik (BVL).
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