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Mit Lkw-Attributen von PTV

Entsorger-Telematik von Couplink

Entsorger-Lkw von Remondis Foto: FUENF6 GmbH/Joachim Stretz

Telematik online shoppen: Couplink erschließt sich mit Online-Seminaren über Teams neue Kunden. Reges Interesse an Web-Events.

Die Coronapandemie stellt alle vor völlig neue Herausforderungen. Wie etwa bringt man Interessierten eine Telematiklösung näher, ohne sie sprichwörtlich an die Hand zu nehmen? Der Telematikanbieter Couplink aus Aldenhoven hat diese Frage für sich beantwortet. Mit Online­seminaren mittels Micro­soft Teams führen die Experten durchs Portfolio. Dabei hat Couplink die virtuellen Veranstaltungen in zwei Themengebiete untergliedert: Tourenoptimierung/Routenoptimierung und Dispocenter zum einen für Logistiker sowie zum anderen für Entsorger.

Entsorgerspezifische Auftragsverwaltung

Die Resonanz ist groß. Allein beim Entsorgertermin waren rund 80 Teilnehmer dabei, um sich über die Couplink-Lösung zu informieren. Sonja Iven vom Vertrieb machte den Anfang und präsentierte die entsorgerspezifische Auftragsverwaltung sowie die voll implementierte Routenoptimierung. „Entsorger haben spezifische Anforderungen an eine Telematik­lösung“, sagte Iven. Dabei gehe es unter anderem um das Einbinden einer Hofwaage oder auch die Containeridentifizierung und -identifikation. Überhaupt stelle sich für viele Praktiker die Frage, warum es noch eine Tourenoptimierung brauche. Zumal diese in der Vergangenheit oft zeitaufwendig und zu teuer gewesen sei – und nicht selten in direkter Abstimmung mit dem Kunden erfolgte.

PTV-X-Server integriert

Die Entwickler aus Aldenhoven greifen dabei auf die bewährte Lösung von PTV zurück, wobei sie die Algorithmen sukzessive in Couplink einbetten. „Das Ganze ist keine Testversion mehr“, erklärte Iven. Vielmehr arbeiten bereits Rhenus Data und Remondis mit der PTV-Lösung innerhalb von Couplink. „Auf diese Weise ist das viel performanter als das Hin- und Herschicken der Daten über eine Schnittstelle“, erläuterte Iven. Zwischen fünf und zehn Prozent an Einsparungen sind laut ihrer Aussage durch die Tourenoptimierung möglich. Wie gut der Entsorger unterwegs ist, sieht das Controlling wiederum in einer Soll-Ist-Auswertung, die Couplink implementiert hat.

Umplanen per Drag-and-drop

Die Gebietsplanung erfolgt dabei nicht im luftleeren Raum. Vielmehr lässt sich hierzu eine Vielzahl an Parametern festlegen, um ein möglichst passgenaues Ergebnis zu erhalten. Dabei lassen sich unter anderem auch die Füllmengen der Tonnen berücksichtigen, um zu planen, wann das Fahrzeug zur Entladung zurückfahren muss. Zusätzlich ist es optional möglich, die tatsächlichen Füllstände der Fahrzeuge zu melden und dynamisch darauf zu reagieren. Des Weiteren lassen sich auch Parameter wie etwa ein Zeitfenster für die Leerung berücksichtigen. „Eine Umplanung gestaltet sich ganz einfach per Drag-and-drop“, berichtete Iven. Letztlich müssten die fraglichen Haltepunkte nur per Mausklick auf eine andere Tour gezogen werden. Das System optimiert dann neu und gibt auch gleich die dann aktuellen Ankunftszeiten an.

Lenk- und Ruhezeiten berücksichtigt

Wie das im Hintergrund funktioniert, beleuchtete Benjamin Rheinberger, Partner Manager Logistics Software bei der PTV Group. Der ehemalige Couplink-Mitarbeiter verdeutlichte, wie die Abläufe in der PTV-Cloud optimiert werden und welche Informationen dort bereits hinterlegt sind. „Sonst muss ich bei einer komplexen Gebietsplanung buchstäblich auf einem weißen Blatt Papier beginnen“, sagte Rheinberger. Letztlich müssten auch die Lenk- und Ruhezeiten sowie das Arbeitsschutzgesetz eingehalten werden. Und zwar auch dann, wenn ein Ad-hoc-Auftrag kommt, der dazwischengeschoben werden muss.

Alle Ressourcen auf einen Blick

Um eine möglichst punktgenaue Planung zu erhalten, werden von dem PTV-X-Server nicht nur die in der Couplink-Lösung vorhandenen Ressourcen wie etwa Fahrzeuge oder Mitarbeiter – ­inklusive ihrer Einsatzbereiche – berücksichtigt. Darüber hinaus fließen auch aktuelle sowie historische Verkehrsdaten in die Planung ein. Zudem erfolgt eine Adress­verifizierung. „Es geht uns unter anderem um die Lkw-Attribute, aber auch um die Frage, welcher Mitarbeiter welche Schicht hat, welche Art von Fahrzeugen er fahren darf und über welche zusätzlichen Qualifikationen er verfügt“, erläuterte Rheinberger.

Kostenoptimiertes Routing möglich

In die Planung fließen darüber hinaus aber auch Informationen darüber ein, ob das Entsorgerfahrzeug auf der Straße wenden kann, welche Straßenseite geleert wird und zu welcher Uhrzeit sich das Ganze anbietet. Hinzu kommen eine Kalkulation der Mautkosten sowie eine Berechnung der anfallenden Emissionen. „Anhand aller dieser Informationen ist sogar ein kostenoptimiertes Routing möglich“, berichtete der PTV-Mann. Erfolge die Abholung im Kundenauftrag, könne auf diese Weise sogar eine nach Terminen gestaffelte Kostenrechnung erfolgen. Neben den Lkw-spezifischen Tempoangaben, die von PTV einfließen, hilft auch ein sogenanntes Rückfahrkataster beim Planen. Letzteres kommt von Couplink und wird automatisch während den Touren erstellt und fließt dann als historisches Datum ein.

Zusammenspiel von Couplink und PTV

Für Couplink-Vorstand Jens Uwe Tonne bringt das Zusammenspiel der beiden IT-Systeme für den Nutzer jede Menge Vorteile mit sich, auch wenn an der einen oder anderen Stelle nachgebessert werden musste. „Wir überlisten das System von PTV, sodass man zwei oder drei leere Container, aber eben nur einen vollen Container auf einem Fahrzeug disponieren kann“, berichtet er. In dem Fall haben die Entsorger schon wieder eine Herausforderung weniger.

Das Unternehmen

  • Die Couplink Group wurde im Jahr 2000 gegründet
  • Im deutschsprachigen Raum mehr als 800 Kunden
  • Partnernetz in Deutschland, Österreich und der Schweiz für eine Betreuung vor Ort
  • Sitz des Unternehmens ist Aldenhoven im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen
  • Gewinner des Deutschen Telematik Preises 2020 in den Kategorien Fahrermanagement, Transportmanagement und Assetmanagement
Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
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trans aktuell 06 / 2021
9. April 2021
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