Meiller

Thermokipper aus München

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer 13 Bilder

Meiller nimmt mit dem thermoisolierten Zweiseitenkipper ZSK-TI ein hochflexibles Spezialfahrzeug ins Programm. Der neue Aufbau schultert Asphalt sowie Schütt- und Stückgut mit einem Gewicht von bis zu 21 Tonnen.

Die Transportaufgaben im Baugewerbe sind vielfältig. Kies, Sand, Abraum und palettierte Baustoffe müssen bewegt werden. Gleichzeitig sind Straßenbauvorhaben für Transportunternehmer besonders interessant, denn für die Sanierung der Verkehrswege nehmen Bund, Länder und Kommunen seit geraumer Zeit richtig Geld in die Hand. Deshalb kommt der Wunsch nach der eierlegenden Wollmilchsau nicht von ungefähr, denn sie verspricht eine hohe Transportflexibilität und damit volle Auftragsbücher.

Diesem Ansatz folgend hat Meiller den thermoisolierten Zweiseitenkipper ZSK-TI entwickelt, den der Fahrzeugbauer aus München als Drei- und Vierachsvariante für die spezifischen Fahrgestelle der europäischen Nutzfahrzeughersteller anbietet – und so beispielsweise als Z 421-TI auf den vierachsigen MAN TGS und als Z 316-TI auf den dreiachsigen Mercedes-Benz Arocs (siehe Kasten 1) aufbaut.

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer
Meiller hat seinen neuen, ­thermoisolierten Aufbau mit einem Kamerasystem aus­gestattet.

Dekra-Zertifikat für den Meiller Z 421-TI

Die für eine Nennlast von 21 Tonnen ausgelegte, thermoisolierte Kastenmulde Z 421-TI feierte bereits auf der Nufam ihre Premiere. Der Fokus der Messepräsentation im Herbst 2019 lag auf der Thermoisolierung, die nach DIN 70001 auch von der Sachverständigenorganisation Dekra zertifiziert wurde. Damit ist Meiller nach eigenen Angaben der einzige Hersteller, der sein Isolierkonzept von einer unabhängigen Institution überprüfen ließ.

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer
Sprühen und gut: Die ­Trennmittelspritze der Meiller Z 421-TI ist zwar optional, ­garantiert bei Asphalttransporten aber ­saubere Ergebnisse.

"Unser Ziel war es, Wärmebrücken zu vermeiden", berichtet Meiller-Produktmanager Christoph Thanner bei der Fahrzeugpräsentation am Münchner Firmensitz. Technisch habe man dabei auf eine Kombination gesetzt aus Aluminium-Puren, einem Hartschaum, der in Paneelen auf der Unterseite der Kippmulde verbaut ist, und Stahlwolle, die in den Seitenwänden, der Rückwand und der Pendelklappe zwischen zwei Stahlblechen eingeschweißt wird. Stahlstärken von fünf bis sieben Millimetern ermöglichen es der Z 421-TI somit, trotz Thermoisolierung Schüttgüter wie Sand, Kies und schweren Abraum zu transportieren. Um die Isolierung beim Beladen durch Bagger oder Radlader vor Schäden zu schützen, setzt Meiller dazu auf hochfeste Stähle mit einer Brinell-Härte von bis zu 450 HBW, die an der linken Kippwand drei Millimeter (innen) respektive zwei Millimeter (außen) stark sind. Die rechte Bordwand sowie Rück- und Stirnwand sind vier Millimeter stark und bieten so ausreichend Schutz vor scharfen Schaufelzähnen.

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer
Sprühen und gut: Die ­Trennmittelspritze der Meiller Z 421-TI ist zwar optional, ­garantiert bei Asphalttransporten aber ­saubere Ergebnisse.

Damit der transportierte Asphalt nach oben hin nicht an Temperatur verliert, kommt bei der Z 421-TI eine thermoisolierte Rollplane zum Einsatz, die elektrisch über die hauseigene Fernsteuerung i.s.a.r.-control-3 (siehe Kasten 2) gesteuert wird. Mittlerweile auf der dritten Entwicklungsstufe angekommen, lässt sie die Plane stufenlos und fein dosierbar öffnen und schließen. Dabei verschwindet die Rollplane beim Öffnen unter der oberhalb der Rückwand angebrachten Blende. Vorteil: Schüttgut kann sich nicht in den Falten der Plane ansammeln. Das erhöht die Verkehrssicherheit beim Verlassen der Beladestelle und die Arbeitssicherheit, da kein Schüttgut herunterfallen kann.

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer
Treffsicher: Die Auslaufbleche des ­integrierten Schiebers ermöglichen ein ­sicheres Befüllen von Schubkarren.

Sicherheit-Features des Meiller ZSK-TI

In puncto Arbeitssicherheit wartet Meiller bei der ZSK-TI zudem mit zwei rückwärts gerichteten Kameras auf. Nummer eins ist die Laderaumkamera, die am Schutzdach der Schiebeplane angebracht ist. Sie überwacht sowohl die Mulde selbst, sodass der Fahrer den Füllstand im Auge behalten kann, als auch den Bereich um die öffnende Bordmatikwand; für gute Sicht auch bei Dunkelheit sorgen zwei LED-Arbeitsscheinwerfer. Nummer zwei ist eine Rückfahrkamera, die gestochen scharfe Bilder an das in die Kabine integrierte Display liefert.

Neben der neu entwickelten, zertifizierten Isolierung wartet der thermoisolierte Kipper nach Angaben von Produktmanager Thanner mit weiteren Neuerungen auf, von denen die eine oder andere künftig zum Standard der kommenden Meiller-Fahrzeuggenerationen werden könnte. Hierzu gehört zum Beispiel eine achtstufige Kugelfußpresse, deren Pressenwanne offen gestaltet ist. Vorteil: Verschmutzungen fallen durch die zwischen den beiden Chassislängsträgern platzierten Hydraulikleitungen einfach durch und landen auf dem Baustellenuntergrund. Dabei ist die Hydraulik gut zugänglich, was den Wartungsaufwand reduziert.

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer

Beim Thema Wartung profitieren die Kunden außerdem davon, dass die Hydraulik immer noch komplett aus dem Hause Meiller stammt – von der Entwicklung bis zur Fertigung. "Meiller stellt so eine gleichbleibende Qualität sicher und gewährleistet zudem eine schnelle Ersatzteilversorgung auch bei hoher Nutzungsdauer der Fahrzeuge", erklärt Thanner.

Meiller reduziert das Gewicht

Im Falle der Z 421-TI kommt laut Thanner zudem ein neuer Druckzylinder zum Einsatz, was sich positiv auf das Gewicht des Fahrzeugs auswirkt. Zusammen mit der fest installierten rechten Bordwand und der leichten Bodenisolierung konnte so ein Eigengewicht erzielt werden, das tatsächlich sogar um 50 Kilogramm geringer ist als der vergleichbare Vierachseraufbau D 421 ohne Thermoisolierung.

Meiller, Zweiseitenkipper thermoisoliert, Z316-ti, Z421-ti Foto: Meiller
Nehmerqualitäten garantiert: Der Kippaufbau ZSK-TI, hier in der ­Dreiachsvariante Meiller Z 316-TI, ­schultert trotz Thermoisolierung auch ­groben Abbruch.

Für optimale Effizienz beim Heben und Senken der Thermomulde sorgt die optionale Meiller-Eco-Kupplung. Als Alternative zur motorseitigen Verstellpumpe sitzt das zuschaltbare System zwischen dem motorseitigen Nebenabtrieb und der Hydraulikpumpe. Dies soll nicht nur eine schnelle Zu- und Abschaltung des Nebenabtriebs auch im Fahrbetrieb ermöglichen, sondern zusätzlich bis zu 1,5 Liter Diesel in der Stunde einsparen, wodurch laut Meiller bis zu 1.400 Liter Treibstoff im Jahr zusammenkommen. Die Vorzüge der Eco-Kupplung werden deutlich, wenn der Nebenabtrieb bei ausgeschaltetem Motor über die i.s.a.r.-3-Fernsteuerung aktiviert wird. Dass der Motor nicht die ganze Zeit laufen muss, wird bei Arbeiten in Wohngebieten wegen der verringerten Geräuschemissionen mit Sicherheit goutiert. Gleiches gilt für das Heben und Senken der linken Bordwand. Hier kommt die hauseigene Bordmatik von Meiller zum Einsatz, die sich ebenfalls mit der i.s.a.r. 3 stufenlos steuern lässt.

Ausstattung des Meiller Thermokipper

Gleichermaßen über die Fernsteuerung bedienbar ist der in die Heckwand integrierte, isolierte Schieber. Ihn hat Meiller mit einem E-Motor versehen und ermöglicht so das lautlose Öffnen zur Entnahme von Teilladungen, wie sie zum Beispiel beim Asphaltieren von Gullydeckeln benötigt werden. Den Schieber hat Meiller dabei an der Außenseite der Heckwand angebracht, was im Wartungsfall einen leichten Zugang ermöglicht. Die für eine präzise Entladung benötigten Auslaufbleche werden wiederum platzsparend in einer Edelstahlstaubox untergebracht, die auf dem rechten hinteren Spritzschutz geschickt platziert und dort auch fest verschraubt ist.

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer
Hält: Der Magnet auf der Rückseite der i.s.a.r. 3 ist stark genug, um die Fernsteuerung an jeder magnetischen Fläche des Fahrzeugs sicher anzuheften.

Auch nur optional erhältlich, dafür aber sehr hilfreich ist die von Meiller integrierte Trennmittelspritze, mit der die Mulde vor dem Beladen ausgesprüht werden kann. Der hinter dem Fahrerhaus montierte 20-Liter-Tank reicht für mehrere Anwendungen, und ein neun Meter langer Schlauch garantiert, dass mit der Sprühlanze jeder Winkel der Mulde erreicht werden kann. So kann sichergestellt werden, dass Teile des Asphalts nach dem Abladen nicht kleben bleiben. Und das ermöglicht es der Meiller-Lösung, eine weitere Stärke auszuspielen, nämlich den Transport von palettiertem Stückgut. Hierzu hat der Hersteller die Kippmulde mit zehn Bordwandzurrösen mit einer Zugkraft von zwei Tonnen und sieben Stirnwandzurrösen mit einer Zugkraft von bis zu einer Tonne ausgestattet.

Ob Meiller mit dem neuen thermoisolierten Zweiseitenkipper tatsächlich die eierlegende Wollmilchsau auf den Markt gebracht hat, bleibt zu diskutieren. Zwar ist das Fahrzeug aufgrund seiner Ausstattung geeignet für Asphalt-, Schütt-, Abbruch- und Stückguttransporte. Dennoch bleibt der Aufbau mit Blick auf die Nutzlast aber im Rahmen seiner gesetzlich vorgeschriebenen Möglichkeiten. Doch in Anbetracht des hohen Ausstattungsgrads und Bedienkomforts durch die präzise arbeitende Fernsteuerung i.s.a.r. 3 kommt Meiller diesem utopischen Ideal schon sehr nahe.

Kasten 1

Meiller, Zweiseitenkipper thermoisoliert, Z316-ti, Z421-ti Foto: Meiller
Nehmerqualitäten garantiert: Der Kippaufbau ZSK-TI, hier in der ­Dreiachsvariante Meiller Z 316-TI, ­schultert trotz Thermoisolierung auch ­groben Abbruch.

Meiller Z 316-TI (auf Mercedes-Benz Arocs)

  • Nutzlast: 16.000 kg
  • Thermoisolierung: nach DIN 70001 mit einem ­Wärmedurchlasswiderstand nach ­VZ-ISO >/= 1,0; Dekra-zertifiziert
  • Kippbrückenbreite außen: 2.550 mm
  • Kippbrückenbreite innen: 2.350 mm
  • Kippbrückenlänge: 4.900 mm/5.100 mm (optional)
  • Seitenhöhe: 900 und 1.000 mm, Stirnwand jeweils um 200 mm erhöht
  • Boden: 5 mm Stahlblech VS 120 mit einer Brinell-Härte von 450 HBW; 4 mm und 6 mm optional
  • Bordwände: links: doppelschalig, 3 mm VS 120 (innen), 2 mm BS 28 (außen); rechts und Rückwand: 4 mm VS 120
  • Stirnwand: 4 mm VS 120

Kasten 2

Meiller Z316-TI Z421-TI - Vorstellung 16.06.2020 Foto: Knut Zimmer
Die Meiller-Fernbedienung i.s.a.r. 3 wurde nach Herstellerangaben in der Vergangenheit ständig weiterentwickelt.

Die Meiller-Fernbedienung

Die Meiller-Fernbedienung i.s.a.r. 3 wurde nach Herstellerangaben in der Vergangenheit ständig weiterentwickelt mit dem Ziel, dem Fahrer den maximalen Komfort und ein hohes Maß an Arbeitssicherheit zu ermöglichen. Zum Einsatz kommt die i.s.a.r. optional bei allen Fahrzeugtypen von Meiller, vom Roll- und Absetzkipper bis zu Kippaufbauten und Kippaufliegern.

Die Reichweite der Fernsteuerung beträgt laut Produktmanager Thanner bis zu 30 Meter und ermöglicht via Bluetooth die Steuerung nahezu aller Aufbaufunktionen – vom Aufnehmen und Absetzen von Roll- und Absetzkippern über das Einklappen des Unterfahrschutzes bis zum elektrischen Öffnen und Schließen von Rollplanen und Schütten.

Mit vier frei belegbaren Vorwahltasten, Ein-Aus-Schalter respektive Motor-Start-Stopp-Taste, zwei Pfeiltasten, einem Not-Aus-Schalter und einem Joystick bleibt die Tastenfläche übersichtlich und lässt sich bequem mit einer Hand bedienen. Der Joystick dient dabei nicht nur zur Steuerung der einzelnen Funktionen am Fahrzeug, sondern auch zur Navigation durch die entsprechenden Benutzermenüs, die in dem integrierten Farbdisplay auch bei sonnigen Witterungsverhältnissen gut lesbar dargestellt werden. Die Fernsteuerung selbst wiederum verfügt über einen kräftigen Magneten, sodass sie an vielen Stellen des Fahrzeugs einfach angeheftet werden kann. Aufgeladen wird die i.s.a.r. 3 über eine mitgelieferte Ladestation, die an der A-Säule der Fahrerkabine angebracht wird.

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