Kalifornien geht voran

E-Bus-Pflicht ab 2029

Foto: Clint Davis

Der US-Staat mit den schärfsten Umweltgesetzen geht weiter voran: Das California Air Resources Board (CARB) hat beschlossen, dass ab 2029 alle Verkehrsunternehmen in Kalifornien nur noch elektrische Busse kaufen dürfen. Bis 2040 sollen dann ausschließlich E-Busse unterwegs sein.

Konkret wird jeder Verkehrsbetrieb des Bundesstaats damit beauftragt, einen sogenannten "Rollout-Plan" vorzulegen, aus dem hervorgeht, wie und wann saubere Busse gekauft, die notwendige Infrastruktur aufgebaut und die erforderlichen Arbeitskräfte ausgebildet werden. Große Betriebe müssen diese sogenannte Roadmap bis 2020, kleinere bis 2023 einreichen. In der Folge wird von 2023 bis 2029 ein Stufenplan im Rahmen der "Innovative Clean Transit Regulation" aktiviert, an dessen Ende die jährlichen Beschaffungen zu 100 Prozent emissionsfrei sein müssen. Die gesamte Busflotte soll bis 2040 emissionsfrei sein.

"Eine emissionsfreie öffentliche Busflotte bedeutet saubere Luft für uns alle", kommentiert CARB-Chefin Mary D. Nichols das Projekt zum Umbau der Busflotten. Außerdem würden mehr emissionsfreie Busse auf den Straßen auch den Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen senken sowie den Verkehrsbetrieben langfristig Kosteneinsparungen bringen. Zum 16-köpfigen Board des 1967 unter Ronald Reagan gegründeten CARB gehört auch Prof. Daniel Sperling, Direktor des Institute of Transportation Studies at the University of California und einer der renommiertesten Automobilexperten der USA. Er wurde bereits 2007 von Governor Arnold Schwarzenegger in den Ausschuss berufen und hat seither mehrfach dem US-Kongress als Berater zur Verfügung gestanden.

153 von 12.000 Bussen in Kalifornien fahren heute elektrisch

Derzeit fahren laut CARB lediglich 153 der insgesamt rund 12.000 Busse in Kalifornien elektrisch, einen großen Anteil daran hat der aufstrebende US-Busbauer Proterra, an dem sich unlängst Daimler Buses in einem Investor-Konsortium beteiligt hat. Auch der belgische Hersteller Van Hool plant im Rahmen seiner geplanten US-Produktion einen Elektroreisebus zusammen mit Proterra. Der chinesische Hersteller BYD fertigt in Lancaster Elektrobusse, befindet sich aber derzeit mit der Stadt Albuquerque in einem Rechtsstreit wegen nicht erfüllter Reichweiten-Zusagen und anhaltender Zuverlässigkeitsproblemen. Städte wie San Francisco zeigen sich zudem noch skeptisch, ob Elektrobusse wirklich deren anspruchsvolle Topografie beherrschen werden.

Als Zwischenziel nennt die Behörde 1.000 E-Busse bis 2020, dies aufgrund der bisherigen Planungen und bereits erfolgten Ausschreibungen. Im gesamten Bundesstaat sind rund 200 staatliche Verkehrsbetriebe (PTAs) aktiv, rund 46 davon fahren oder planen bereits mit emissionsfreien Bussen. Acht der zehn größten Betriebe haben laut CARB bereits Elektro- oder Brennstoffzellen-Busse auf den Straßen. Naturgemäß ist die Erdgasindustrie, die bisher schon viele Busbetreiber belieferte, nicht erfreut über den Schritt des Bundestaates, der als erster in den USA derart stringent vorangeht.

2050 sollen 1,5 Milliarden Dollar eingespart werden

Die nun publik gewordene Initiative ist Teil der landesweiten Bemühungen zur Senkung der Verkehrsemissionen, die nach Angaben öffentlicher Stellen 40 Prozent der klimaschädlichen Abgasemissionen und 80 bis 90 Prozent der smogbildenden Schadstoffe ausmachen. Von 2020 bis 2050 sollen so 19 Millionen Tonnen CO2 eingespart werden, was dem Äquivalent von 4 Millionen Pkw entspräche. Bei den NOx-Emissionen entspräche dies rund 7000 Tonnen sowie rund 40 Tonnen Feinstaub. Für Betreiber, die bereits vor 2021 in das Programm einsteigen, gibt es zudem besondere Incentives. Laut der New York Times sollen 2050 rund 1,5 Milliarden Dollar an Betriebskosten eingespart werden durch die Umstellung.

Der Staat fördert innerhalb des "Hybrid and Zero-Emission Truck and Bus Voucher Incentive Project" (HVIP) seit Ende 2016 alle Arten von emissionsarmen und -freien Antrieben bis hin zu solchen, die nur das elektrische Anfahren erlauben. Die jeweiligen Hersteller müssen ihre Antriebe bei der CARB zertifizieren lassen. Umweltschützer sehen in dem Schritt ein Vorbild für andere Fahrzeugsegmente bis hin zu Lkw, die bald dem Beispiel der Busse folgen sollten.

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