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Gespräche mit Timocom und der Bahn

BGL-Initiative für fairen Transport

Foto: Mario P. Rodrigues

Der BGL will Frachtendumping und illegaler Kabotage einen Riegel vorschieben und sucht den Schulterschluss mit anderen Akteuren aus der Branche.

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) bekräftigt in der Coronakrise seine Forderung nach mehr Fairness auf dem deutschen Transport- und Logistikmarkt. Hierfür sucht er den Schulterschluss mit anderen Verbänden, Verladern, aber auch den Frachtenbörsen und der Deutschen Bahn. „Wir versuchen, mit allen Marktteilnehmern in den Dialog zu treten und sie davon zu überzeugen, dass die in diesen Tagen viel zitierte Solidarität auch gelebt werden muss“, erläutert BGL-Vorstandssprecher Prof. Dr. Dirk Engelhardt gegenüber eurotransport.de.

Engelhardt will sich auch dafür stark machen, dass Fairness in der Branche als weitere Zielsetzung im kürzlich mit dem Bundesverkehrsministerium und anderen Logistikverbänden geschlossenen Gütertransportpakt verankert wird. Dort war zum Beispiel vereinbart worden, dass die Versorgung von Wirtschaft und Bevölkerung in der Coronakrise durch ein ganzes Bündel an Maßnahmen sicher gestellt wird.

Gespräche mit DB-Vorstand Nikutta und BAG-Präsident Marquardt

Konkret geht es dem BGL angesichts des zunehmenden Preisverfalls aufgrund von Überkapazitäten am Markt auch um ein faires und angemessenes Frachtniveau. Um hierzu weitere Schritte auszuloten, hat sich Engelhardt nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen mit Andreas Marquardt, Präsident des Bundesamts für Güterverkehr (BAG), Dr. Sigrid Nikutta, Vorstand für Güterverkehr bei der Deutschen Bahn, und Repräsentanten der Frachtenbörse Timocom ausgetauscht. „Wir haben gemeinsam überlegt, was wir gegen den Preisverfall unternehmen können“, berichtet Engelhardt.

Zwar habe er keine Handhabe gegen Transportunternehmen, die zum Beispiel über eine Frachtenbörse ein Billigangebot annehmen und unterhalb der Selbstkosten operieren. Sehr wohl gebe es aber eine Handhabe gegen Verlader, die in der Verantwortung seien, wenn sie entsprechende Angebote platzieren. „Das gilt spätestens dann, wenn der betreffende Transport in illegaler Kabotage ausgeführt wird“, berichtet Engelhardt und weiß hierbei auch BAG-Präsident Marquardt an seiner Seite.

Was das Gespräch mit Bahn-Vorstand Nikutta angeht, die zugleich Vorstandsvorsitzende der Güterbahn DB Cargo ist, hat Engelhardt sie auch auf Tiefpreis-Ausschreibungen der Bahn-Tochter DB Schenker angesprochen, die in der Branche Empörung ausgelöst hatten. „Wir haben von Seiten des BGL an Frau Dr. Nikutta appelliert, dass sie ihr Augenmerk hier auf Schenker in Gänze legt, also auch auf Tochterunternehmen wie Transa“, sagt Engelhardt. „Sie hat uns zugesichert, der Sache nachzugehen.“

Engelhardt: Verdachtsfälle dem BGL melden

Fairness muss laut BGL aber nicht nur bei den Preisen, sondern auch bei der Transportdurchführung gegeben sein. Sollte der Verdacht auf illegale Kabotage oder andere verbotene Praktiken bestehen, appelliert BGL-Chef Engelhardt an Unternehmer, seinem Verband diese Vorfälle zu melden. Das könne einerseits in Form eines Screenshots von einer Ausschreibung aus einer Frachtenbörse erfolgen. „Es können aber auch Beobachtungen von bulgarischen Zugmaschinen mit bulgarischen Aufliegern sein, die dauerhaft bei einem Logistikzentrum im Einsatz sind“, sagt der Verbandsmann und verspricht, dass der BGL der Sache nachgeht und solche Hinweise an die betreffenden Kontrollorgane weiterleitet.

Bei Kontrolle und Ahndung von Verdachtsfällen und Verstößen gibt es ebenfalls Bewegung, wie Engelhardt mitteilt. Im Zentrum steht hier die vor rund drei Jahren ins Leben gerufene schnelle Eingreiftruppe (Task Force), die Schwarzarbeit, Mindestlohn-Verstöße oder illegaler Kabotage einen Riegel vorschieben will.

„Der BGL wird in Verbindung mit den anderen Bundesverbänden prüfen, wie wir die Task Force auf ein neues Fundament stellen und bei welchen Stellen wir welche Kompetenzen ansiedeln können“, lässt Engelhardt durchblicken. Es deute sich an, dass erstmals drei Bundesministerien das Vorhaben unterstützen – neben dem Verkehrs- auch das Innen- und das Finanzministerium. Damit seien auch alle Kontrollbehörden – also BAG, Polizei und Zoll – mit im Boot. Ein Treffen aller Akteure soll in den nächsten Wochen stattfinden.

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