European Truck Racing Championship 2019 in Zolder

Hahn auf Titelkurs

ETRC 2019 Zolder Foto: Richard Kienberger 37 Bilder

Einen Vormittag lang sah es so aus, als sei Jochen Hahn doch verwundbar. In Zolder war es Antonio Albacete, der dem Rekordsieger der Saison 2019 mächtig einheizte.

Im ersten Qualifying war es der sprichwörtliche Wimpernschlag, der die Entscheidung zwischen den beiden Kontrahenten brachte. Nach der ersten Runde des Zeittrainings lag der Spanier wenige Tausendstel Sekunden vor Hahn und durfte damit als erster zur Superpole auf die Piste. Hier drehte der Altensteiger den Spieß um – und holte sich die Pole Position mit einem Vorsprung von 55 Tausendstel Sekunden. Wobei die Pole in Zolder nicht unbedingt die beste Ausgangsposition ist, je nach Startverlauf kann auch die Außenbahn des Zweitplatzierten von Vorteil sein.

Dazu kommt eine vergleichsweise breite Piste, die von den Akteuren beim Start zu diesem Rennen nach Kräften genutzt wurde – und prompt hatte Antonio Albacete nach den ersten Kurven die Spitze übernommen. Einige Runden lang dauerte das Glück des Madrilenen, dann war die gewohnte Hackordnung wieder hergestellt – Albacete konnte der geballten Power des Iveco nicht standhalten und musste Hahn wohl oder übel ziehen lassen. Wobei die beiden in diesem ersten Championshiprennen des Wochenendes klar die bestimmenden Akteure waren. Adam Lacko hatte das Duo wenigstens noch in Sichtweite, als er über die Ziellinie schoss. Dahinter tat sich eine große Lücke auf, ehe André Kursim als Vierter ins Ziel kam.

Richtig turbulent wurde es dann am späten Nachmittag bei Start zum zweiten Championshiprennen. Der erste Anlauf misslang, als der Brite Dave Jenkins und Fabio Citignola das Kiesbett umpflügten. Jenkins kam aus eigener Kraft wieder zurück auf die Strecke. Der schwarze Mercedes des Tankpool Teams war dagegen ein Fall für die Abschlepper. Die mussten wenig später erneut ausrücken, als Dominique Orsini in der zweiten Runde nach dem Neustart kurz nach der letzten Schikane vor der Start- und Zielgeraden aufgrund eines technischen Defekts mitten auf der Strecke stehen blieb. Irgendwann bewegte sich Orsinis Oldtimmer doch noch von der Stelle. Im Schritttempo schaffte es der Franzose bis ans Ende der langen Geraden. Ehe der Havarist geborgen war, dauerte es einige Zeit, wobei Orsini die Arbeit der Abschleppcrew nicht goutierte. Es kam zu lautstarken Diskussionen, eine Rauferei wurde dann aber doch nicht daraus. Nach dem dritten Start waren noch zehn Runden zu fahren. In der Kombination gewann René Reinert, der sich ziemlich breit gemacht hatte, um die Attacken von Steffi Halm bis zum Schluss abzuwehren. Dritter wurde Norbi Kiss vor Albacete, Lacko und Hahn.

Sonntag: Hahn im Glück, Nullrunde für Lacko

Am Sonntag schwächelte Hahns Antipode vom Vortag, wenig überraschend ging die Pole einmal mehr an den aktuellen Champion. Auf den Plätzen folgten Lacko (mit rund einem Zehntel Rückstand), Kiss und Halm. Dieses Quartett kam auch im Championshiprace 3 mit identischer Reihenfolge ins Ziel, dahinter hatten André Kursim (5) und Antonio Albacete die Plätze getauscht. Was zwar für das abschließende, wiederum sehr muntere Rennen keinen Startplatz in der ersten Reihe bedeutete, doch nach zwölf Runden hatten die beiden die Nase vorne – Albacete gewann vor Kursim, Reinert, Kiss und Halm.

Die Pechvögel des Wochenendes: Sascha Lenz hätte vielleicht in Rennen 3 besser nicht versucht, René Reinert zu überholen. Die Attacke endete im Kiesbett und damit mit null Punkten auf dem Konto. Immerhin pflügte sich Lenz danach durch den Großteil des Feldes bis auf Platz 6. Adam Lacko schrieb ebenfalls eine Nullrunde, er schied im abschließenden Lauf mit kaputter Bremsscheibe schon in der Anfangsphase aus.

Mit jetzt 85 Punkten Vorsprung dürfte Jochen Hahn seinen nächsten Titelgewinn im vorletzten Rennen am übernächsten Wochenende in Le Mans perfekt machen. Nach dem ersten Tag benötigt er 90 Punkte Vorsprung, nach dem zweiten noch 60, um uneinholbar in Front zu liegen – das sollte für den Seriensieger locker zu schaffen sein.

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