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Allianz pro Schiene

Dobrindt muss mehr in Eisenbahn investieren

Foto: Herbert Schadewald

Schon seit Jahren stecke Deutschland zu wenig Geld in die Schieneninfrastruktur. Dies ist zumindest ein Ergebnis einer Studie der Schienenbefürworter Allianz pro Schiene und der Unternehmensberatung SCI Verkehr. 

Laut der Umfrage hat die Schweiz im vergangenen Jahr pro Kopf am meisten in die Schiene investiert – 383 Euro. Dahinter folgt Österreich als zweites Alpentransitland mit 192 Euro. Schweden liege auf Platz drei mit 177 Euro. Deutlich abgeschlagen sortiere sich Deutschland mit 56 Euro hinter Italien ein (72 Euro). Ein ganzes Stück niedriger fallen indes die Werte für Frankreich (37 Euro) und Spanien (36 Euro) aus. "Die Transitländer Schweiz und Österreich begleiten die Verkehrsverlagerung ganz gezielt mit Investitionen in ihre Eisenbahnnetze, während Deutschland auch mit dem neuen Bundesverkehrswegeplan das Weiter so mit falscher Weichenstellung fortschreibt", sagt Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene.

Gleichzeitig kritisiert Flege auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt. "Obwohl der Bundesverkehrsminister sich für Rekordinvestitionen in die Schiene feiern lässt, bleiben die deutschen Pro-Kopf-Werte auch 2015 mager." Laut Allianz pro Schiene seien pro Jahr mindestens Investitionen in Höhe von 80 Euro pro Kopf nötig. Als Grundlage für diese Zahl führt Flege an: 2Italienische Verhältnisse sollten wir mit dem deutschen Schienennetz schon toppen." Weiter müsse die Schiene mit mindestens 60 Prozent der Mittel aus dem Bundesverkehrswegeplan in den verkehrspolitischen Fokus rücken. "Die Ertüchtigung des Netzes für 740 Meter lange Güterzüge muss ganz vorne auf die Agenda." Dies unterstützt auch Maria Leenen, Geschäftsführerin des Studien-Co-Autors SCI Verkehr. "Wir brauchen dringend mehr Kapazitäten im Güterverkehr." 

Tatsächlich passiere aber das Gegenteil. "Deutschland bremst den europäischen Schienengüterverkehr aus. Mit unseren Infrastrukturdefiziten werden wir immer mehr zum Nadelöhr der transeuropäischen Routen." Auch Leenen weist darauf hin, wie wichtig 740 Meter lange Züge seien. "Um die Vorteile des Bahnsystems gegenüber dem Lkw ausspielen zu können, müssen unsere Züge länger werden." Frankreich teste bereits 1.500 Meter lange Güterzüge. "Ab 2018 sollen 1.000 Meter lange Züge regulär das französische Netz befahren. In Deutschland ist das Netz nicht mal für normallange Güterzüge von 740 Metern durchgängig befahrbar."

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