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Vollsperrung auf Leverkusener Brücke

Spediteursverband nimmt Stellung

Foto: Jan Bergrath

Im August wird die Leverkusener Rheinbrücke komplett gesperrt. Der Grund ist ein 40 cm langer Riss. Bereits jetzt ist die marode Brücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht gesperrt. 

Dennoch nehmen laut Angaben des Verbands Verkehrswirtschaft und Logistik NRW (VVWL) täglich rund 150 Lkw den deutlich kürzeren Weg über den Rhein, statt der 30 Kilometer langen Umfahrung. Trotzdem weist der Verband eine generelle Schuld der Lkw-Branche von sich. Tatsächlich fahren laut VVWL pro Tag rund 14.000 Lkw den Umweg und nehmen demnach circa 40 Minuten zusätzliche Fahrzeit sowie einen Mehrverbrauch von acht Litern Diesel in Kauf. Der 40 cm lange Riss zeige, wie wichtig es sei, das marode Bauwerk vor unnötigen Erschütterungen zu bewahren.

"Wir dürfen nicht riskieren, dass die Brücke außerhalb der Ferien oder gar dauerhaft für den gesamten Verkehr gesperrt werden muss", sagt Marcus Hover, Sprecher des Verbands. "Dann würden nämlich täglich über 100.000 Pkw ebenfalls unsere Umwege fahren und der Verkehr im Großraum Köln käme vollständig zum Stillstand – natürlich auch für unsere Lkw." Man distanziere sich dabei deutlich von den Lkw-Fahrern, die trotz der Verbote über die Brücke fahren. "Das Verbot ist so gut ausgeschildert, dass die Bußgelder wegen Vorsatz verdoppelt wurden." Im Wiederholungsfall werde sogar der Führerschein eingezogen. 

Ausländische Fahrer übersehen Hinweise

Anders sehe die Situation hingegen bei internationalen Transporten aus. "Die Fahrer sind nicht so oft in Deutschland, die Touren werden oft stur nach Navigation gefahren und im billigen Pkw-Navigationsgerät ist die Brücke nun mal einfach nicht kaputt", so Hover. Zwar gebe es genügend Vorankündigungen, allerdings nur in deutscher Schrift. "Wer allerdings nur kyrillische Schrift lesen kann oder gar nicht weiß, wo Leverkusen liegt, begreift erst kurz vor der Brückenrampe, dass er da nicht fahren darf. Internationale Tafeln an der Autobahn aufzustellen, ist jedoch nach deutschem Recht nicht erlaubt." Aber unter den 150 falsch fahrenden seien nicht nur osteuropäische Lkw zu finden. "Wer dort fährt, obwohl er es besser wissen müsste, pennt entweder oder ist kriminell." Solche Fahrer erschleichen sich laut Hover einen unfairen Wettbewerbsvorteil und schädigen gleichzeitig den Ruf derer, die sich trotz Mehrbelastung an die Regeln halten. 

Auf kurzfristige Sicht ist indes keine Entspannung in Sicht, obwohl die zuständigen Minister den Bau eifrig vorantreiben. "Seit 2014 ist die Brücke für unsere Lkw gesperrt, trotzdem hat der Neubau noch nicht begonnen", beklagt Hover. "Wenn alles gut läuft, wird das erste Brückenteil erst im Jahr 2020 fertig gestellt." Für die Unternehmen, die treu die Regeln befolgten, sei das viel zu lange und zu teuer. "Wenn dann auch noch unsere Minister von Brüssel kritisiert werden, dass das Verfahren zu schnell sei und nicht alle Vorschriften eingehalten würden, fehlt uns jedes Verständnis." Abschließend fordere der VVWL daher eine zügige Überarbeitung des Planungs- und Vergaberechts für alle Strecken von europäischer Bedeutung, also auch die Reinquerung bei Leverkusen.  

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
Harry Binhammer, Rechtsanwalt und Fachanwalt für Arbeitsrecht Harry Binhammer Fachanwalt für Arbeitsrecht
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