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Fahrbericht Nissan NV300 Kastenwagen: Vier gewinnt

Nissans Neuer in der Dreitonnen-Klasse heißt nicht mehr Primastar, sondern NV300. Was der Transporter auf Basis des Renault Trafic so alles auf dem Kasten hat, klärt der Fahrbericht.

Neuer Name, neues Glück: Aus dem Primastar wird der NV300. Er schließt die Lücke zwischen dem NV200 und dem NV400. Die technische Plattform für den NV300 stammt wieder vom französischen Allianzpartner Renault. Somit ist der NV300 nach dem Trafic, dem Opel Vivaro und dem Fiat Talento inzwischen das vierte baugleiche Modell auf dem deutschen Markt. NV steht übrigens für Nissan Van und die 300 für das zulässige Gesamtgewicht von drei Tonnen. Gebaut werden alle vier im französischen Renault-Nissan Werk in Sandouville.

Fünf Jahre Garantie als ausschlaggebendes Argument

Preislich liegen alle vier baugleichen Midsize-Transporter auf einem Level und mit zweijährigen Wartungsintervallen (alle 40.000 km) bleiben die Betriebskosten überschaubar. Aber warum sollten sich Gewerbetreibende ausgerechnet für den Nissan entscheiden? Ganz einfach, die Japaner bieten als einziger Hersteller aus dem Quartett ihren NV300 mit einer umfassenden Neuwagengarantie von fünf langen Jahren an. Das vertrauenerweckende Versprechen gilt bis zu einer Laufleistung von insgesamt 160.000 Kilometern und schließt darüber hinaus auch alle Original-Zubehörteile von Nissan über den gesamten Zeitraum ein.

Attraktivere Grundausstattung

Ein weiterer Entscheidungsgrund für den Franko-Japaner könnte seine Ausstattung sein. Denn die ist, vergleichen mit den baugleichen Brüdern, etwas umfangreicher. So rollt der Nissan serienmäßig auf Allwetterreifen vor, ebenso ist eine Beifahrerdoppelsitzbank bereits ab Werk verbaut. Und als weiteres Alleinstellungsmerkmal gehört der Beifahrerairbag schon zum standesgemäßen Lieferumfang. Obwohl Letzteren niemand in natura zu Gesicht bekommen möchte, werden ihn die mitfahrenden Kollegen – im Falle eines Falles – zu schätzen wissen. Alles Dinge, die bei Renault, Opel und Fiat zwar ebenfalls verfügbar sind, aber extra kosten.

Hohe Variantenvielfalt

Angeboten wird der NV300 als sechssitzige Doppelkabine, als Kombi-Version für bis zu neun Personen, als Fahrgestell für kundenspezifische Aufbauten sowie als Kastenwagen. Der NV300 ist in zwei Fahrzeuglängen lieferbar, darüber hinaus stehen für die Transporter-Varianten zwei unterschiedliche Dachhöhen im Angebot. Das Laderaumvolumen beträgt 5,2 bis 8,6 Kubikmeter. Weit öffnende Türen erleichtern das Einladen von bis zu drei nebeneinander liegenden Europaletten.

Aber auch größere Formate stellen kein Problem dar. Die Laderaumbreite beträgt 1,66 Meter, die maximale Höhe liegt bei bis zu 1,90 Metern. Und für langes Frachtgut gibt es für den Kastenwagen eine optionale Klappe in der Trennwand unterhalb der Beifahrerbank. Die schafft 80 Zentimeter zusätzlichen Platz für ausladende Leitern oder Rohre. Zu den weiteren Extras zählen – neben der obligatorischen Anhängerkupplung – unter anderem eine LED-Deckenbeleuchtung, eine Innenverkleidung aus Holz bis hin zum Komplett-Ausbau mit einem modularen Regalsystem.

Komfortsitz und Verstaumöglichkeiten ohne Ende

Den Fahrer erwartet ein funktionaler Arbeitsplatz mit robusten wie gleichermaßen ansehnlichen Kunststoffen. Überhaupt hinterlässt die Kabine einen wohnlichen Eindruck. Schon beim Basismodell sorgen eine Zentralverriegelung mit Fernbedienung sowie elektrische Helfer für die Fenster und Außenspiegel für Komfort. Auch das Mobiliar ist bequem. Der Fahrer thront auf einem höhenverstellbaren Sitz mit serienmäßiger Lordosenstütze und Armlehne. Gut: Obwohl das Lenkrad nicht in der Weite einstellbar ist, finden die meisten Personen eine gute Position hinter dem Volant.

Mehr als praxistauglich ist das Angebot an Ablagemöglichkeiten. Angefangen beim doppelten Handschuhfach bis hin zu den großen breiten Türfächern lassen sich im Nissan allerhand Utensilien verstauen. Auf Wunsch gibt es den NV300 mit einer praktischen Universal-Halterung für Smartphones oder kleine Tablets. Optional ist ein einfach bedienbarer Siebenzoll-Touchscreen inklusive Navigation und digitalem Radioempfang (DAB).

Vier hubraumgleiche Diesel im Angebot

Während das Motorenangebot beim Kombi mit den beiden stärksten Biturbo-Selbstzündern aus dem Programm recht übersichtlich ausfällt, sind für die anderen Varianten vier Triebwerke lieferbar. Allesamt schöpfen ihre Kraft aus 1,6 Litern Hubraum und leisten zwischen 95 und 145 PS. Wir waren mit dem Kastenwagen in der zweitkräftigsten Ausführung mit 125 PS unterwegs. Der doppelt aufgeladene dCi bringt den Nissan munter auf Touren. Er entfaltet sein maximales Drehmoment von 320 Nm schon bei 1.500 Umdrehungen, dementsprechend früh legt der Twin-Turbo los. Der mittels Adblue und Denox-Kat entgiftete Antrieb bietet gute Fahrleistungen und bleibt über ein breites Drehzahlband schön durchzugskräftig.

Auch das Sechsganggetriebe gefällt. Der Schalthebel sitzt griffgünstig auf der Mittelkonsole und lässt sich leichtgängig bedienen. Darüber hinaus ist das Geräuschniveau sowohl beim Beschleunigen oder mit Landstraßentempo angenehm niedrig, was zum einen am laufruhigen Antrieb sowie an einer wirkungsvollen Geräuschdämmung liegt. Aber nicht nur die Ohren, auch die Bandscheiben werden geschont, denn der NV300 poltert nicht unbeholfen über Unebenheiten, sondern bietet obendrein auf schlechten Straßen noch einen guten Fahrkomfort.

Autor

Foto

Nissan

Datum

15. November 2016
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