Firebird Scania R 730 AR Freight 9 Bilder Zoom

Scania R 730 AR Freight: Supertruck im neuen Gewand

Den kennen wir doch? Nicht ganz – der Supertruck von Finne Anders Ruths hat ein paar ungeplante Updates hinter sich.

Vom Elch geknutscht – über diesen Wortwitz lacht Anders Ruths nur bedingt. Im Sommer 2009 hatte der Finne aus Närpes sich endlich seinen lang gehegten Traum von einem komplett lackierten Sattelzug verwirklichen können.

Doch im darauffolgenden Winter kam dem bildschönen Scania ein über 600 Kilogramm schwerer Elch in die Quere. Beim Zusammenstoß ließ der "Firebird" ordentlich Federn, die gesamte rechte Fahrzeugecke wurde in Mitleidenschaft gezogen. Bis zu den Truckfestivals im Sommer 2010 konnte Anders jedoch alle Blessuren beseitigen und der Scania R 580 ging wieder auf "Pokalfang".

Das Highlight ist die neue Sattelzugmaschine

Doch das Glück war ihm nicht lange hold. Im nächsten Winter kam er bei starkem Schneefall und vereister Fahrbahn im Norden Norwegens von der Straße ab und legte seinen Kühlzug samt 20 Tonnen Fisch in den Straßengraben. Diesmal war die komplette Fahrerseite hinüber. Das bedeutete letztendlich das Aus für die über vier Jahre alte Zugmaschine.

Der Kühler von Närko landete hingegen in der Auflieger-Notaufnahme und bekam unter anderem neue Türen eingesetzt. Der finnische Airbrushkünstler Johnny Sjöblom verpasste dem Auflieger nach den Reparaturarbeiten wieder seine Lackierung. Das Highlight ist aber jetzt die neue 730 PS starke Sattelzugmaschine!

Opulenz im Cockpit

Der Scania besitzt derzeit die wohl aufwendigste Innenausstattung aller europäischen Showtrucks. Fast 300 Arbeitsstunden investierten Frode und Karsten Larsen von FL-Buur Design aus Dänemark, um die Kabine mit edlem Leder und samtweichen Fellen auszuschlagen. Unzählige Stickereien zieren das Fahrerhaus und natürlich kann der Innenraum auch mit elektrisch verstellbarem Bett und ausfahrbarem Flachbildschirm aufwarten.

Eine derartige Opulenz im Cockpit schlägt sich logischerweise auch im Preis nieder. In der Kabine steckt locker der Gegenwert einer Mercedes-Limousine. Rechnet man die Lederarbeiten und den Wert der ungefähr 7.000 Watt starken Soundanlage zusammen, so reicht es zwar noch nicht ganz für eine E-Klasse, eine etwas kleinere C-Klasse inklusive Sonderausstattung wechselt dafür sicher den Besitzer.

Der Truck erzählt Geschichte

Außen zeigt die Lackierung des Scania jeweils einen Indianer in zwei unterschiedlichen Lebensabschnitten. Auf der Fahrerseite luchst er als junger und kräftiger Bursche gerade einem Adler eine Feder ab. An der Beifahrerseite ist derselbe Indianer abgebildet, nur eben an seinem Lebensabend angekommen. Die Feder des Adlers trägt er noch immer im Haar. "Ich könnte quasi dieser Indianer sein", erklärt Anders das Design. "Ich befinde mich momentan irgendwo zwischen diesen beiden Figuren oder vielleicht schon etwas mehr bei dem auf der Beifahrerseite", witzelt der Finne weiter.

Auch mit dem neuen Truck ist Anders zwischen Dänemark und Norwegen wieder mit Fisch unterwegs und legt dabei etwa 15.000 bis 20.000 Kilometer im Monat zurück. Dafür, dass diese Touren ganz schön hart sein können, tritt die Geschichte seines Supertrucks den rollenden Beweis an. Bleibt zu hoffen, dass der finnische Feuervogel diesmal heil durch den Winter kommt.

Autor

Foto

Otto Miedl

Datum

5. Februar 2012
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