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Kühne + Nagel: Jubilar beschenkt sich selbst

Zu seinem 125. Geburtstag hat der Logistikdienstleister Kühne + Nagel eine 20 bis 25 Millionen schwere Investition in Bremen angekündigt.

Von der kleinen Seehafenspedition zum internationalen Logistikkonzern mit 63.000 Mitarbeitern in mehr als 100 Ländern - das ist die Erfolgsgeschichte, die Kühne + Nagel in den vergangenen 125 Jahren geschrieben hat. Ihren Ursprung nahm diese Entwicklung in Bremen, wo sich August Kühne und Friedrich Nagel 1890 selbstständig machten. An diese Geburtsstätte kehrte das Unternehmen nun zurück, um auf dem Rathausplatz mit Kunden und anderen geladenen Gästen den Auftakt des Jubiläumsjahrs zu feiern.

Kühne + Nagel sei ein finanzstarkes und ertragreiches Unternehmen, betonte Mehrheitsaktionär Klaus-Michael Kühne. Er verkörpert die dritte Generation der Familie Kühne, die seit dem Tod von Friedrich Nagel im Jahr 1907 allein hinter der Firma steht, den Namen aber beibehielt.

August Kühne baut die Firma auf

Seinem Großvater war es als dritter von mehreren Söhnen nicht vergönnt, zu studieren. "Daher musste er sich mühsam in einem Kaufmannsbüro emporarbeiten", berichtete Klaus-Michael Kühne. Doch die Mühe, auch danach beim Aufbau einer eigenen Firma mit seinem Partner, hat sich gelohnt, wie die weitere Geschichte zeigt.

Steht der Name August Kühne für den Aufbau des Unternehmens, ist der Name des Enkels, der 1958 eintrat, mit der internationalen Expansion verbunden. "Er verwirklichte die Vision, ein weltweites Netzwerk zu etablieren, von dem wir heute sehr profitieren", würdigte der Präsident des Verwaltungsrats, Karl Gernandt. "Wandel, Kontinuität und Weiterentwicklung, mit diesen Begriffen kann man die 125 Jahre von Kühne + Nagel wohl am besten überschreiben", sagte er. Der Wandel stehe dafür, dass sich die Firma immer neuen Rahmenbedingungen angepasst habe. Kontinuität gebe es in dem Willen, Kühne + Nagel zum Erfolg zu führen. Und Kontinuität steht demnach für die Inhaberstruktur, konkret also die Familie Kühne.

Bremen als Zentrum des Unternehmens

Hatte in Bremen einst alles begonnen, ist der Standort auch für die heutige Organisation noch sehr bedeutend. "Unsere besten Seefrachtmitarbeiter hatten wir immer in Bremen", sagte Kühne. Sein Vater war ein gebürtiger Bremer, und auch zwei von vier Vorstandschefs kamen aus der Hansestadt. In Bremen laufen auch heute noch die europäische Seefracht und die deutsche Kontraktlogistik zusammen.

Und den Standort an der Weser, wo rund 1.000 Mitarbeiter beschäftigt sind, will das Unternehmen noch weiter aufwerten. Kühne kündigte an, dort 20 bis 25 Millionen Euro investieren zu wollen, um die Niederlassung an der Wilhelm Kaisen-Brücke zu erweitern. Noch sind die Gespräche mit der Stadt nicht abgeschlossen. Kühne zufolge soll die Immobilie ein architektonisches Glanzstück werden. Bürgermeister Jens Böhrnsen sagte zu, das Unternehmen bei diesem Vorhaben zu unterstützen. "Logistik bedeutet für uns Wirtschaftsmotor und Arbeitsplätze, deshalb setzen wir darauf."

Mit 40-Fuß-Containern auf Geburtstags-Tournee

Gerade mal halb so alt wie das Unternehmen ist ein Behälter, mit dem es heute vor allem in der Seefracht maßgeblich zu tun hat: der Container. Aus Anlass seines Geburtstags schickt der Konzern zwei davon um die Welt. Im Inneren sind jedoch weder Automotive-, Bau-, Elektro- oder Maschinenteile. Vielmehr hat Kühne + Nagel die Boxen mit jeweils vier Multimedia-Terminals ausgestattet, an denen sich Interessenten durch Filme über die Geschichte, Mitarbeiter, mögliche Karrieren, aber auch das operative Geschäft am Beispiel der Seefracht informieren und auch eigene Videobotschaften hinterlassen können.

Die 40-Fuß-Container werden in den nächsten Wochen in verschiedenen Weltmetropolen - von Atlanta bis Hongkong - zu sehen sein. Ein Container reist zurzeit von Südafrika nach Japan, den anderen - der Kurs in westliche Richtung nimmt - haben Kühne und seine Ehefrau Christine selbst in Bremen verplombt und auf den Weg gebracht. Am 1. Juli müssen die Boxen wieder zurück sein. Dann feiert Kühne + Nagel erneut - diesmal in Hamburg und diesmal pünktlich am Gründungstag.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

Foto

Matthias Rathmann, Kühne + Nagel, Valdis Torms/Fotolia, Montage Götz Mannchen

Datum

28. Januar 2015
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