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Kombi-Operateur: Kombiverkehr strebt höhere Pünktlichkeit an

Der Kombi-Operateur Kombiverkehr baut seine Anstrengungen für eine höhere Pünktlichkeit der Züge aus.

Lag diese  2013 noch bei knapp unter 80 Prozent, sank sie voriges Jahr auf etwas über 70 Prozent. Ziel sei es, wieder auf 80 Prozent im internationalen Verkehr und auf 85 Prozent im nationalen Netz zu kommen. "Wir sind überzeugt, dass diese Quoten erreichbar sind", sagte Geschäftsführer Robert Breuhahn bei der Gesellschafterversammlung des Unternehmens in Frankfurt. Hier müssten aber auch die Bahnen mitspielen. "Die Verbesserung der Qualität unserer Züge ist deshalb ein zentrales Thema unserer Gespräche mit ihnen", berichtete Breuhahn.

Verbessertes Angebot auf der Relation nach Polen

Diese Gespräche zeigen offenbar Wirkung: So sei es im Dialog mit DB Schenker Rail möglich gewesen, ein deutlich verbessertes Angebot auf der Relation nach Polen zu entwickeln, das beide Partner in einem zweiten Schritt auch auf die Verkehre von Duisburg nach Leipzig und ins tschechische Lovosice übertragen haben. Bei den Verkehren nach Polen hat sich die Püntklichkeit damit auf einen Schlag von unter 30 auf über 80 Prozent verbessert. Grund dafür ist eine Veränderung in der Produktion: So hat DB Schenker seine Tochterfirma RBH aus Gladbeck mit der Traktion betraut, was zu positiven Effekten geführt hätte. Zum anderen hat Kombiverkehr auch die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Operateur Hupac ausgebaut, um auf der Polen-Achse zu höheren Mengen zu kommen. "Die Maßnahmen auf diesen Zügen nach Polen, Leipzig und Lovosice sind ein Beweis dafür, dass Qualitätsverbesserungen möglich sind", sagte Breuhahn.
Die Kunden wissen es zu schätzen: War Polen 2014 noch das Sorgenkind mit einem Sendungsrückgang von 20,5 Prozent, verzeichnet Kombiverkehr von Januar bis Mai dieses Jahres bereits einen Zuwachs von 166 Prozent. Polen ist in der bisherigen Sendungsbilanz 2015 aber der Positiv-Ausreißer: In den ersten fünf Monaten wickelte der Dienstleister aus Frankfurt insgesamt 399.000 Sendungen ab, was nahezu dem Vorjahreswert entspricht. International gab es ein Plus von 1,8 Prozent auf 286.000 Einheiten, national ein Minus von 4,2 Prozent auf 113.000 Sendungen.

Ausfall um einen Monat

Breuhahn führt die Stagnation auf die Folgen des Sturms Niklas sowie die Lokführerstreiks zurück, die zusammengerechnet fast einen Ausfall um einen Monat bedeutet hätten. "Ohne diese Einflüsse hätten wir einen Zuwachs von fünf Prozent verbuchen können", erklärte der Firmenchef.

Streiks und Unwetter hemmten auch schon im gesamten Vorjahr die Entwicklung der Transportmengen: Kombiverkehr beförderte 2014 insgesamt 924.694 Container, Wechselbrücken oder Sattelauflieger, was einem Rückgang um 1,4 Prozent entspricht. Das internationale Netzwerk kam mit einem blauen Auge davon und verbesserte sich sogar noch leicht auf 721.019 Sendungen, das nationale Netzwerk verlor aufgrund der erschwerten Bedingungen aber 6,5 Prozent der Sendungen und schloss das Jahr mit 203.675 beförderten Einheiten ab.

Streiks seien verbrieftes Recht der Arbeitnehmer

"Unter Berücksichtigung dieser Faktoren war 2014 für Kombiverkehr zufriedenstellend", bilanzierte Breuhahn. Gleichwohl machte zum Beispiel die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Gudrun Winner-Athens, keinen Hehl daraus, dass ihr die Streiks ein Dorn im Auge sind. Die Streiks seien ein verbrieftes Recht der Arbeitnehmer. "Aber für Kompetenzgerangel unter den Gewerkschaften kann man kein Verständnis haben", erklärte sie und äußerte die Hoffnung, dass die Schlichtung zu baldigen Ergebnissen führt.
Besonders beliebt im vergangenen Jahr war erneut die Achse nach Italien, die auch Winner-Athens mit ihrem Unternehmen nutzt. 388.574 Sendungen beförderte Kombiverkehr durch die Schweiz und Österreich dorthin - ein Plus von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Relation via Österreich, die Kombiverkehr mit dem dortigen Partner Cemat betreibt, war mit 261.608 Einheiten die aufkommensstärkste im internationalen Verkehr.

Sendungen in die Türkei entwickeln sich dynamisch

Sehr dynamisch entwickelten sich auch die Sendungen in die Türkei, die in Triest vom Zug auf die Fähre umsteigen - und umgekehrt. Dort gab es ein Plus von 15,4 Prozent. Relativ hohe Einbußen musste das Unternehmen in den Nordeuropa-Verkehren verkraften, die über die Ostseehäfen Kiel, Lübeck und Rostock laufen. Dort verzeichnete Kombiverkehr mit 79.903 Sendungen ein Minus von 17,5 Prozent. Doch auf dieser Achse ist es weniger die Pünktlichkeit als vielmehr der hohe Wettbewerbsdruck und die schache Konjunktur in Skandinavien, die den intermodalen Verkehren zu schaffen macht.
Kombiverkehr hat darauf mit einem neuen Angebot reagiert, das statt auf die Fähre auf ein durchgehendes Zugangebot über die feste Querung setzt. "Die Nachfrage danach nimmt zu", berichtete Breuhahn.

Matthias Rathmann, trans aktuell Chefredakteur

Autor

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Rene Spalek / www.spalek.com

Datum

24. Juni 2015
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