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Kampf gegen Lohndumping: Erstmals 100 Lkw bei Fahrerdemo

Rund 100 Lkw und noch einmal weitere 100 Demonstranten schlossen sich am vergangenen Samstag bei herbstlich nassem Wetter zu einem 7,5 Kilometer langen Protestkonvoi aus dem Dortmunder Norden bis zum Hauptbahnhof zusammen.

Aufgerufen zur dritten Fahrerdemo in Folge nach Berlin und Lübeck hatte wieder die Actie in de Transport Deutschland um den Lkw-Fahrer Udo Skoppeck aus Wuppertal und seine zahlreichen Helfer der Facebook-Initiative sowie die IG Fair KEP, vertreten durch die resolute Paketfahrerin Mina Mutig. Unterstützt wurde die Aktion erneut von den Kraftfahrer-Clubs Deutschland (KCD) und erstmals den „Truckerfreunden“.

Diskussion morgen im Radio verfolgen

Die anschließende Kundgebung auf einem Lkw unmittelbar am Dortmunder „U“ wurde moderiert von André Sahorn. Die zum Teil sehr heftig geführte Diskussion ist am Mittwoch, den 09. Oktober, ab 19 Uhr auf ET-Radio in voller Länge zu hören.

Da die als Rednerin vorher angekündigte EU-Parlamentariern Jutta Steinruck (SPD) wegen Krankheit kurzfristig absagen musste, stellte sich der ehemalige Gewerkschaftssekretär und Mitglied des Bundestages Herbert Behrens (Die Linke) den Fragen der Teilnehmer. Er griff dabei einen Aspekt aus dem bestehenden Fünf-Punkte-Plan der Demonstranten, der von Udo Skoppeck und Ingo Schulze (KCD) formuliert worden war, auf, und forderte die Einführung eines europaweit einheitlichen Mindestlohns von mindestens 8,50 Euro pro Stunde, der dann auch für die Fahrer aus Osteuropa gelten müsste, wenn sie mit ihren Lkw in Deutschland unterwegs sind.

Teilnehmer fordern regulierte Frachtraten

Die Teilnehmer des Protestzuges selbst, darunter auch einige Unternehmer, forderten dagegen eine Rückkehr zu regulierten Frachtraten, wie es sie vor der Öffnung des EU-Binnenmarktes einmal gegeben hatte. Behrens machte dabei schnell klar, dass sich eine Brüsseler Politik, die noch bis Mai 2014 von einem konservativ-liberalen EU-Parlament mitbestimmt und einer von Wirtschaftslobbyisten beeinflussten EU-Kommission gestaltet wird, nicht auf diese Forderungen einlassen würde.

Schnell wurde klar, dass es vorerst aus diesem Teufelskreis kein Entrinnen gibt, solange die großen Logistikkonzerne die Preise diktieren und ihre deutschen Frachtführer nach Belieben austauschen können. Für Organisator Skoppek war die Demo dennoch ein Erfolg: „Es sind wieder einige Teilnehmer mehr als in Lübeck gekommen. Und es ist uns wieder gelungen, Politiker auf unsere Bühne zu laden, die sich für das Anliegen der Fahrer einsetzen wollen.“ Noch auf der Veranstaltung versprach Behrens, sobald wie möglich Horst Fritsche vom KCD zwei Tage im Lkw durch die deutschen Häfen zu begleiten.

Autor

Foto

Jan Bergrath

Datum

8. Oktober 2013
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Rechtsanwalt Matthias Pfitzenmaier ist Fachanwalt für Verkehrsrecht. Seit 1997 arbeitet er im… Profil anzeigen Frage stellen
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