Löwen von MAN rollen für den Circus Krone 21 Bilder Zoom

Bayrische Löwen für Krone: MAN TGX als Zirkuswagen

Mit Großkatzen auf Tour: Europas größter Zirkus hat einen neuen Showact hinter den Kulissen – sieben weiße Löwen aus Bayern.

Martin Lacey jr. hat einen Draht zu großen Tieren. Der berühmte Dompteur der Löwendressur im Circus Krone steigt jeden Tag zweimal in die Manege, um mit einem Rudel Großkatzen eine Show abzuziehen, die den Atem der Gäste stocken lässt.

Der Löwenbändiger ist bekennender Lkw-Freak

Stunden vor dem großen Auftritt sitzt Martin einem anderen Löwen im Genick, der seinen Kommandos genauso gehorcht wie Lieblingslöwe Tonga: Der bekennende Lkw-Freak steuert einen von sieben neuen MAN TGX von Ulm nach Günzburg, wohin der komplette Zirkus mit Mann und Maus über Nacht „umgesetzt“ wird. Der Dompteur ist seit zwölf Jahren bei Krone und klemmt sich in der heißen Phase der Umsetzung auch selbst ans Steuer, um mit fast 300 Fahrzeugen von einem Platz zum anderen zu ziehen. An den Haken der 25 Zugmaschinen hängen eine mobile Schule, Kostümschneiderei, Dusch- und Küchenwagen und natürlich die unzähligen Wohnwagen der 380 Mitarbeiter. 17 fest angestellte Lkw-Fahrer erledigen den Job in maximal drei Tagen, je nachdem wie weit entfernt der nächste Aufführungsort ist.

„Bei 400 Kilometer Distanz wird’s kritisch“ erzählt Wolfgang Digel. Der 56-jährige Maschinenbauingenieur arbeitet im normalen Leben bei Daimler in Stuttgart und ist seit vier Jahren als Organisator und „Gast-Fahrer“ mit auf Tour. Nach dem Abschied vom teuren, langsamen und zuletzt kaum mehr organisierbaren Bahntransport rollt nun der komplette Zirkus über die Straße.

Über 300 Fahrzeuge müssen mit auf Tour

Die Besucher sehen nur die Show in der Manege, kaum jemand macht sich eine Vorstellung davon, dass ein derartiges Unternehmen in der Sommersaison eigentlich permanent unterwegs ist. Durchschnittlich alle drei bis sieben Tage müssen das komplette Equipment, Mannschaft und alle Tiere vom Seelöwen über edle Hengste, Zebras, Kamele, Löwen und ein beeindruckend mächtiges Nashorn bis hin zum fast sieben Tonnen schweren „Colonel Joe“, dem gewaltigen Chef der Elefantenfamilie, auf Tour gehen. Alle Transportwagen haben Gummiboden, sind videoüberwacht und im Falle der Elefanten extra stabil. Denn wenn „Colonel Joe“ und seine Kollegen sich im Trailer nur locker die Beine vertreten, tanzt der ganze Sattelzug schon mal einen Meter aus der Spur.

Stress gibt es für die Dickhäuter keinen, den hat dafür regelmäßig die Zirkuscrew. Ist ein Umzug angesagt, gibt der Zeltmeister nur wenige Minuten, nachdem der letzte Gast die Show verlassen hat, den Startschuss für den Abbau der 22 Meter hohen Zirkuskuppel. In gut zweieinhalb Stunden ist das riesige Zelt transportbereit zerlegt und geht auf die Reise zur nächsten Stadt. Dort hat ein Vorauskommando unter Regie von Platzmeister Klaus Lehnert die zweite Garnitur von vier tragenden Hauptmasten bereits aufgestellt und verzurrt. Lehnert kümmert sich zudem um die Parkordnung auf dem neuen Areal.Der Wagenmeister kennt alle Fahrzeuge und schafft es sogar unter beengten Platzverhältnissen immer wieder, Hunderte von Trailern perfekt zu platzieren.

Die Lkw-Fahrer von Krone stammen fast alle aus Russland und Rumänien. „Das ist ein harter Job, bei den Umsetzungen musst du fahren, was geht!“, meint Heinz, 53, der einzige Deutsche im Kreise der Zirkus-Chauffeure. Er macht den Fahrer-Job im größten Zelt-Zirkus der Welt seit zwölf Jahren. Reich wurde Heinz mit diesem Beruf nicht. Dafür sind Kost und Logis – wie in der Branche üblich – frei.

Während der fahrfreien Aufführungstage checkt er zusammen mit seinen Kollegen den enorm umfangreichen Fahrzeugpark, den Fuhrparkleiter Robert Fossett senior leitet. „Die neuen MAN sind der richtige Schritt in standardisierte Fahrzeugkombinationen“, berichtet der 62-Jährige. „Sie sind umweltfreundlich und wirtschaftlich.“ Der Engländer, dessen Familie seit über 200 Jahren im Zirkusgeschäft unterwegs ist, denkt aber weiter „very british“. Wenn er sich nicht um den Fuhrpark kümmern muss, lebt er mit seiner Frau in einem betagten Wohntrailer, vor den ein Foden gespannt ist. Ja, das Leben um das große Krone-Zelt ist schon eine ganz spezielle Manege.

Über 100 Jahre Zirkus

Wer in Europa an Zirkus denkt, meint Krone. Seit über 100 Jahren geht das Münchner Familienunternehmen auf Tournee. Mit 380 Mitarbeitern und Artisten ist Krone unter Leitung der legendären Pferdedompteurin Christel Sembach-Krone heute der größte Zirkusbetrieb Europas und der größte Zeltzirkus der Welt. Im Winter zeigt Krone seine Show im Festbau in München. Von April bis November geht Krone jedes Jahr mit großem Equipment „on the road“, gerade auch in kleinere Städte. Ein Ticket für knapp drei Stunden Live-Entertainment am Abend kostet ab 15 Euro.

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OWImedia

Datum

19. September 2011
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