Truck Talk Tachostunde (3)

Die Komplexität des Nachtrags

09.06.2022

In der dritten Folge der Tachostunde geht es um das komplexe Feld des Nachtrags, mit dem die Fahrer die Aufzeichnungslücken seit der letzten Entnahme der Fahrerkarte schließen. Das deutsche Transportgewerbe hätte einige Sorgen weniger, wären alle Fahrer so souverän im Umgang mit den Lenk- und Ruhezeiten und dem digitalen Tacho wie Jörg Blommel aus Gescher.

Der gelernte Kfz-Mechaniker ist bei der Spedition Resing aus Gescher nicht nur mit seinen geregelten Arbeitszeiten im Nah- und Fernverkehr zufrieden, er ist auch der Ansprechpartner für seine Kollegen bei allen Fragen zum digitalen Tacho und demzufolge für die Sozialvorschriften. Zudem bereitet er sich gerade auf die IHK-Prüfung zum Verkehrsleiter vor - als potenzielles zweites Standbein, um eine Alternative zu haben, sollten sich die branchentypischen körperlichen Beschwerden eines Tages doch zu sehr bemerkbar machen. Doch derzeit ist er weiter mit großer Freude mit seinem klassischen deutschen Gliederzug die Woche über auf Achse.

Eigentlich kein Hexenwerk

Eigentlich ist der Nachtrag am frühen Morgen im Tacho kein Hexenwerk und unterliegt genauen Vorgaben, die Blommel zusammen mit Götz Bopp in der dritten Folge der Tachostunde erörtern und dabei auch der Frage nachgehen, was zu tun ist, wenn ein Fahrer eine Weiterbildung macht, vielleicht im Lager aushelfen muss, andere Fahrzeuge bewegt (auf Fragen der Zuschauer auch mit analogem Tacho) und wie es sich mit der Anreise zu einem Fahrzeug verhält, dass nicht am Betriebshof steht sondern bei einem Kunden oder auf einem Parkplatz. Und das auch noch im Hinblick auf die im Rahmen des Mobilitätspaketes gestiegenen Anforderungen an den intelligenten digitalen Tacho der zweiten Version, der ab August 2023 in die Flotten kommt. Der Austausch der beiden Experten auf Augenhöhe ist eine Freude, unterfüttert mit allen rechtlich relevanten Informationen nicht nur für Fahrer, sondern auch für die Fuhrparkleiter.

Erleichterung durch Update

Doch nichts im Leben eines Berufskraftfahrers ist ohne Tücken. Eine davon ist die Ablenkung. So besteht bei den bisherigen Tachos die Gefahr, dass der Tacho die Fahrerkarte einfach ohne angefertigten Nachtrag einließt, wenn der Fahrer es nicht schafft, den manuellen Nachtrag innerhalb von 60 Sekunden nach dem Stecken der Fahrerkarte vorzunehmen. Das hat sich nun mit dem Update des DTCO 4.0 auf den DTCO 4.0e seit Mitte 2021 geändert. Fahrer, die dieses Update auf ihrem intelligenten Fahrtenschreiber haben, können sich nun bis zu 10 Minuten Zeit lassen. Und wenn auch diese lange Zeitspanne nicht ausreicht, ist das kein Problem. Anders als seine Vorgänger wirft dieser Fahrtenscheiber die Karte dann einfach aus.

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