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Peugeot Partner Hdi 100 Kastenwagen 10 Bilder Zoom
Foto: Karl-Heinz Augustin

Peugeot Partner BlueHDi 100 im Einzeltest

Innenstadtprofi mit Schönheitsfehlern

Peugeot preist den Partner als sparsamen Stadtlieferwagen an. Ob er das tatsächlich ist, musste der Franzose als Kastenwagen mit BlueHDi-100-Motor auf der Testrunde beweisen.  

Mit einem Normverbrauch von 4,2 Litern will Peugeot den Testwagen als Klassenprimus positionieren. In der Realität kann der Franzose indes nicht halten, was die Datentabelle verspricht. Auf der lastauto omnibus-Verbrauchsrunde genehmigt sich der Wagen knapp 5,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer, also 1,7 Liter oder rund 40 Prozent mehr als unter Normbedingungen. Im Test-Schnitt kommt der Partner auf rund 6,3 Liter. Wenn schon nicht so sparsam wie erhofft, so zeigt der Vierzylinder zumindest in den Kapiteln Laufruhe und Lärm Manieren. 

Gemischtes Temperament

Die Fahrprüfung absolviert der Peugeot im niedrigen bis mittleren Tempobereich ausreichend flott. 99 Pferde beschleunigen den Kastenwagen zügig bis 50 km/h und ausreichend schnell auf Landstraßentempo. Darüber hinaus wird es zäh. Deutlich lebendiger verhält er sich beim Anfahren an Steigungen oder auf nassem Untergrund. Dann scheint das ASR wegzuschauen. Nur der leichte Gasfuß des Fahrers regelt den Schlupf, wenn die Elektronik mal wieder zu spät dran ist. In flott durchfahrenen Kurven lässt das ESP einen leichten Hüftschwung zu. Gleichzeitig erstaunen die geringen Antriebseinflüsse. Wer in Kurven aufs Gas tritt, spürt nur ein leichtes Rucken. Ansonsten verhält sich der Fronttriebler friedlich und zieht akkurat durch den Radius – eine Genauigkeit, die der Wagen auf Geraden vermissen lässt. Die Lenkung wirkt dort unpräzise, das Fahrwerk sehr schwammig. Auch ohne Seitenwind braucht der Fahrer eine feste Hand.  

Unpräzises Getriebe

Weitere Kritik gilt dem Getriebe. Auch hier fehlt es an Präzision. Die Schaltwege sind lang. Es fällt schwer, ohne leichtes Rühren den gewünschten Gang zu finden. Ist dieser eingelegt, lässt sich der Schalthebel noch gut drei Zentimeter in jede Richtung bewegen. Auch der Rückwärtsgang verlangt Nachdruck. Von der Schaltung abgesehen hinterlässt der Fahrgastraum im Test einen soliden Eindruck. Das Cockpit des Peugeot ist sauber verarbeitet, wenn auch die Grafik der Anzeigen im Kombiinstrument angestaubt wirkt. 

Entertainment via Touch-Display

Die moderne Entertainment-Einheit macht dieses Eindruck allerdings wieder wett. Auf dem großen Touch-Display – Bildschirmdiagonale sieben Zoll – sind wahlweise die Musikauswahl, die Rückfahrkamera oder Fahrzeugdaten zu sehen. Diverse Ablagen und Fächer lassen kaum Wünsche offen, anders als die Bestuhlung. Die Trennwand hinter der Sitzbank begrenzt den Längeneinstellbereich des Fahrersitzes. Was dem Laderaum zu Gute kommt, schränkt den Fahrer ein. Menschen mit mehr als 1,80 Metern müssen so auf Ergonomie verzichten. Auf kurzen Strecken lässt sich das verkraften, lange Fahrten werden aber schnell zur Qual. 

Dreierbank funktioniert in der Praxis nicht

Neben dem Fahrer sollen auf der Sitzbank noch zwei weitere Personen Platz finden. Allerdings scheint die mittlere Sitzlehne nur für halbe Portionen gedacht, aber sicher keine drei gestandene Monteure. An sicheres Lenken wäre dann auch nicht mehr zu denken. Es zeigt sich vor dem Mittelplatz noch ein weiteres Problem. Der Schalthebel ragt in den Fußraum. Die Dreierbank ist also wenig praktikabel. Ein optionales automatisisertes Schaltgetriebe könnte helfen. Damit könnte der Schalthebel entfallen zu Gunsten von Schaltwippen und Auswahltasten. 

Pluspunkt der verbauten Multiflex-Sitzbank ist aber die Ladelänge. Bietet der Laderaum laut Peugeot eine nutzbare Länge von 2.050 Millimetern, lässt sich diese bei umgeklappter Sitzbank auf bis zu 3.250 Millimeter vergrößern. Dies hilft allerdings nur bei langen schmalen Gütern.

Zahlen, Daten, Preise

Der Laderaum bietet standardmäßig rund 3,8 Kubikmetern Volumen, die Grundfläche misst maximal 2.050 mal 1.500 Millimeter. Die maximal nutzbare Ladehöhe beträgt 1.250 Millimeter. Wird die Multiflex-Bank umgeklappt wächst der Laderaum auf 4,1 Kubikmeter. Der einzige Weg, Euro-Paletten in den Kasten zu bugsieren führt durch das Heckportal mit den beiden Flügeltüren. Die maximale Ladebreite beträgt dort 1.230 Millimeter. Die Schiebetür an der Beifahrerseite bietet nur eine nutzbare Breite von 640 Millimetern. 

Der Peugeot Partner rangiert mit einem Basispreis von 18.550 Euro netto (Testwagenpreis: 19.880 Euro netto) in ähnlichen Gefilden wie die direkte Konkurrenz im Segment. Serienmäßig – mit der ausladenderen Länge L2 fährt der Partner in Komfort-Plus-Ausstattung vor – hat er bereits ein Radio samt CD- und MP3-Spieler, Tempomat und Schiebetür sowie die Sicherheitssysteme ABS und ESP an Bord. Der Beifahrerairbag ist leider nicht im Serienumfang enthalten. Peugeot ruft dafür moderate 150 Euro auf. Die Rückfahrkamera reißt mit mindestens 1.620 Euro ein größeres Loch ins Budget. Für 290 Euro netto sind die Parkpiepser am Heck deutlich preisgünstiger. Wer auf sein Smartphone zugreifen möchte, sollte zumindest 330 Euro in Mirror-Link und Car-Play investieren.  

Der Peugeot Partner bietet sich eher Branchen an, die kleinere Ladungsträger befördern, wie Paket- und Expressdienste. Mit einer Zuladung von knapp 650 Kilogramm hat er aber auch noch ein paar Reserven für Spezialeinbauten in petto, sei es als Werkstattwagen oder für Kühl- und Frischedienste. 

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Dieser Artikel stammt aus Heft lastauto omnibus 04/2016.
Hier finden Sie alle Artikel dieser Ausgabe im Überblick.
Ford Transit Custom

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Datum

15. März 2016
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