Verbrauchszertifikat ab 2019

Daimler richtet Appell an die Politik

Foto: Daimler AG

Daimler Trucks unterstützt die Einführung von Vecto. Stefan Buchner sieht die Software "als eine wichtige Voraussetzung für ein noch nachhaltigeres Transportsystem und mehr Transparenz im Markt." Die Vorschläge zur CO2-Reduzierung seitens der EU gingen aber weit über das technisch und wirtschaftlich Leistbare hinaus.

Mit dem 1. Januar 2019 muss jeder neu produzierte Lkw in bestimmten, besonders nachfragestarken Klassen europaweit samt eines Zertifikats mit Angaben zu Kraftstoffverbrauch und Kohlendioxid-Ausstoß vertrieben werden. Die Berechnung der Werte erfolgt dabei individuell für jede Konfiguration. Das hierfür zu nutzende, digitale Simulationstool Vecto (Vehicle Energy Consumption Calculation Tool) wurde im Vorfeld von der EU-Kommission in Zusammenarbeit mit den Herstellern und Wissenschaftlern entwickelt.

Daimler Trucks will den so ermittelten Kraftstoffverbrauch seiner Lkw bereits im Zuge des Angebotsprozesses gegenüber den Kunden kommunizieren. Die Käufer haben laut Daimler schon seit jeher großes Interesse an einem niedrigen Verbrauch, da sich dieser unmittelbar auf die Total Costs of Ownership (TCO) auswirkt. Der Hersteller hat laut eigener Aussage die ersten Zertifizierungsdurchläufe bereits abgeschlossen und führt die Zertifikate seit November dieses Jahres sukzessive bis zum 1. Januar 2019 ein. Europaweit seien schon heute weit über 1.000 Mercedes-Benz Actros mit Zertifikat an Kunden übergeben worden.

Reduktionsvorschläge setzen "falsche Schwerpunkte"

"Wir begrüßen die neuen Regelungen zur Ermittlung des Kraftstoffverbrauchs und der CO2-Emissionen schwerer Nutzfahrzeuge ausdrücklich. Wir sehen VECTO als eine wichtige Voraussetzung für ein noch nachhaltigeres Transportsystem und mehr Transparenz im Markt. Wir teilen das Ziel der EU, dadurch Transparenz für immer niedrigere Verbräuche und weiter abnehmende CO2-Emissionen zu schaffen. Kunden und Umwelt werden langfristig gleichermaßen davon profitieren", erklärt Stefan Buchner, Leiter Mercedes-Benz Lkw.

Buchner nutzt die Einführung von Vecto aber auch für Kritik an den aktuellen Vorschlägen der EU zur CO2-Reduktion von Lkw: "Wir haben uns seit jeher der Kraftstoff- und CO2-Reduzierung verpflichtet. So haben wir den tatsächlichen Kraftstoffverbrauch von schweren Mercedes-Benz Lkw und damit auch die CO2-Emissionen allein von 1996 bis 2016 laut Dekra bereits um 22 Prozent gesenkt – trotz drastisch verschärfter Emissionsnormen." Der neue Mercedes-Benz Actros wird zudem den Verbrauch seines Vorgängers auf Autobahnen um bis zu drei Prozent und im Überlandverkehr um bis zu fünf Prozent unterbieten. "Doch auch die mit höchsten Anstrengungen betriebene Optimierung der Dieseltechnologie stößt trotz weiterer Effizienzgewinne zunehmend an ihre physikalischen und technischen Grenzen. Die aktuellen Vorschläge zur CO2-Reduzierung von Lkw, die in der EU derzeit diskutiert werden, gehen weit über das technisch und wirtschaftlich Leistbare hinaus und setzen falsche Schwerpunkte", so Buchner.

Einige Systeme bleiben unberücksichtigt

Zum 1. Januar 2019 werden von Vecto zunächst zwei- und dreiachsige Sattelzug- und Pritschenfahrgestelle des Fern- und Regionalverkehrs erfasst. Anfang 2020 wird der leichte Verteilerverkehr ab 7,5 Tonnen folgen. Später sollen dann wohl auch Fahrzeuge der Gewichtsklasse von 5 bis 7,5 Tonnen sowie Busse folgen.

Aktuell werden in Vecto laut Daimler einige Systeme nicht berücksichtigt, die den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß im Echtbetrieb reduzieren – dazu zählen vorausschauende Tempomaten, Verbesserungen bei den Trailer und/oder Aufbauten, Start-Stopp-Funktionen oder eine effiziente Routenplanung. Der Lkw-Bauer setzt sich dafür ein, "dass künftig alle Kraftstoff- und damit CO2 einsparenden Ansätze, die schon heute verfügbar sind, berücksichtigt werden."

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