VDL setzt auf ZF Openmatics

E-Bus-Marktführer mit neuer Plattform

Foto: ZF Friedrichshafen AG

Openmatics, eine Tochtergesellschaft der ZF Friedrichshafen AG, ist jetzt offizieller Telematik-Ausrüster des niederländischen Stadt- und Reisebusherstellers VDL Bus & Coach. Vor allem die Elektrobusse des Herstellers können so optimal überwacht werden. Für die Zukunft denken die beiden Partner auch über vorausschauende Wartung sowie "Over-the-Air-Updates" nach.

Die seit 2010 angebotene, offene Connectivity-Plattform Openmatics samt Anwendungsprogrammierschnittstellen (Application Programming Interface, API) und Software-Entwicklungswerkzeugen (Software Development Kit, SDK) bietet sehr gute Vernetzungs- und Funktionsoptionen für den westeuropäischen Elektrobus-Marktführer – insbesondere erhält VDL Bus & Coach damit einen Komplettüberblick über die Wirtschaftlichkeit aller seiner Fahrzeuge.

Außerdem wird das Unternehmen seinen Kunden in Zukunft zusammen mit Openmatics verschiedene vernetzte Services anbieten können. Vorteil des offenen Systems: Es eignet sich auch für gemischte Fuhrparks und kann Anwendungen von Drittanbietern unterstützen. VDL nutzt dabei die Openmatics-Plattform und die Hardware, um zusammen mit seinen Kunden eigene Anwendungen zu programmieren.

Datenanalyse spielt Hauptrolle

„Beim Energie- und Lademanagement von E-Fahrzeugen spielt die Datenanalyse eine der Hauptrollen. Daher freut es uns umso mehr, dass VDL Bus & Coach nun standardmäßig auf die Vorteile unserer Vernetzungslösung setzt", sagt Thomas Rösch, Geschäftsführer von Openmatics. „Als führender Anbieter von Elektrobussen in Westeuropa sind wir technologieoffen und flexibel – dasselbe erwarten wir von einem bei uns eingesetzten Telematiksystem. Mit Openmatics haben wir dafür den idealen Partner gefunden", sagt Henk Coppens, Geschäftsführer von VDL Bus & Coach.

Bisher kann nur Daimler auf eine busspezifische Telematik verweisen, die seit 2018 über den Dienst OMNIplus ON koordiniert wird, und nicht mehr über den LKW-Dienst Fleetboard. Auch die offene Plattform RIO von Traton kann bisher für den Bus keine spezifischen Dienste anbieten und plant dies auch kurzfristig nicht, wie auf der IAA zu erfahren war.

Intelligente Analyse für bessere Profitabilität

Die via Openmatics bereitgestellten Daten erlauben es VDL Bus & Coach, in Fahrzeugen neue Technologien sowohl zu implementieren als auch weiterzuentwickeln. Auch behält der Hersteller damit jederzeit im Blick, ob die Flotten einwandfrei laufen, um so die Verfügbarkeit weiter zu erhöhen. Das gilt unabhängig davon, aus welchen Fahrzeugtypen sich diese zusammensetzen.

Openmatics bietet zudem eine detaillierte Übersicht über die Wirtschaftlichkeit. Das trägt im Wesentlich dazu bei, die Gesamtbetriebskosten von Fahrzeugen weiter zu reduzieren.

Spezielle Anwendung für derzeit 250 Elektrobusse

Einzigartig ist dabei die für E-Bus-Anforderungen maßgeschneiderte Business-Intelligence-Anwendung von Openmatics. Sämtliche Parameter, die für das elektrische Fahren relevant sind, lassen sich damit präzise erfassen. Diese Datenbasis nutzt das System für genaue automatische Status-Reports wie beispielsweise zum Batteriemanagement, dem Energieverbrauch, der Reichweite und der Fahrzeugdiagnose. Alle Auswertungen stehen im Openmatics-/VDL-Portal zur Verfügung. Bis Jahresende 2018 sollen bereits über 300 VDL-Elektrobusse mit der Openmatics-Lösung ausgerüstet sein.

Vorausschauende Wartung und mehr "Over the Air"

Openmatics und VDL haben noch weit mehr vor. Zum Beispiel werden die gesammelten Informationen über den Zustand bestimmter Komponenten, beispielsweise jene von ZF, auch die vorausschauende Wartung ermöglichen: Anzeichen eventueller künftiger Funktionsbeeinträchtigungen lassen sich so frühzeitig erkennen – und folglich beheben, bevor sie auftreten. Ein anderes Anwendungsbeispiel ist das dynamische Schaltprogramm für Dieselbusse, das auf aktuelle und zuvor erfasste Daten zurückgreift. Selbst die Aktualisierung von Komponentensoftware per Funk („Update Over the Air", OTA) anstatt in der Werkstatt ist künftig denkbar. Die Openmatics-Box der neuesten Generation an Bord des Fahrzeugs, die derzeit ausgerollt wird, ist in der Lage, dies zentral und sicher koordinieren.

Die Vorteile von Openmatics wird VDL Bus & Coach nicht nur exklusiv nutzen. Aktuell verfolgt der Fahrzeughersteller ein Projekt, um die Lösung auch seinen Kunden anzubieten: Mit „VDL Connected Services", das auf der Openmatics-Plattform basiert, soll der Gewinn für Endkunden weiter steigen. Es hält sie außerdem jederzeit über den Betriebszustand der Fahrzeuge auf dem Laufenden. Darüber eröffnet die Openmatics-API den VDL-Kunden die Gelegenheit, sämtliche Daten mit ihrer eigenen IT-Infrastruktur zu vernetzen.

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