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Transporte steigen dramatisch

ITF fordert: Politik muss handeln

Foto: Matthias Rathmann

Auf dem Internationalen Transport Forum (ITF) rechnen Experten mit 60 Prozent mehr CO2 bis 2050 und fordern Konsequenzen.

Ohne ein Einschreiten der Politik wird der CO2-Ausstoß des Verkehrs in den nächsten 30 Jahren weltweit um 60 Prozent ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommen Experten des Internationalen Transport Forums (ITF) der OECD. Sie gehen von einer „dramatischen“ Verdreifachung des Güter- und Personentransports aus, die mit den derzeitigen und absehbaren Maßnahmen zur CO2-Verringerung nicht in den Griff zu bekommen ist. Selbst in einem Szenario mit deutlich ehrgeizigeren Ansätzen fiele der CO2-Ausstoß nur um 30 Prozent. „Und das reicht nicht aus, um die Erderwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten“, sagte Jari Kauppila vom ITF auf dem Weltverkehrsforum in Leipzig.

E-Commerce befeuert Transportaufkommen

Einer der Treiber für das Wachstum im Gütertransport ist danach auch in Zukunft der E-Commerce. Einfachere Bestell- und Rückgabeprozesse sowie kleine, individualisierte Sendungen führten zu mehr Verkehr und erhöhten den Anteil CO2-intensiver Transporte per Luftfracht und Lkw, so die Wissenschaftler, denen Handelskonflikte und Unsicherheiten auf den globalen Märkten ihre Prognosen erschwert haben.

Einen weiteren großen Bruch könnten automatisierte Lkw bewirken: Da sie die Arbeitskosten senken und die Flexibilität erhöhen können, bestehe die Gefahr, dass Güter von Bahn und Binnenschifffahrt auf die Straße verlagert würden. Größere Lkw mit größerem Ladevolumen, wie sie bereits in Skandinavien oder Australien unterwegs sind, könnten Emissionen und Kosten senken sowie Staus verringern und gleichzeitig die Sicherheit erhöhen. Die Wissenschaftler warnen aber vor einem Rückpralleffekt: „Sollten sie einen umgekehrten Modalshift von der Schiene auf die Straße auslösen, wird der Netto-Effekt auf die Emissionen negativ.“

Mittelfristig nicht mit weniger CO2 zu rechnen

Mit Langstrecken-Lkw ohne CO2-Ausstoß sei in größerem Ausmaß kurz- und mittelfristig nicht zu rechnen, wurde betont. Um die Klimaziele zu erreichen, müssten sie aber 2050 oder bereits früher überall fahren. Ob die Produktionsverlagerung in die Nähe der Absatzmärkte und der 3D-Druck zu einer Verlangsamung des Wachstums von Transporten führt ist den Experten zufolge äußerst ungewiss. Würden sie sehr extensiv umgesetzt, könnte das die heute langen und komplexen Lieferketten fundamental verändern. Denn wenn das Volumen bislang international gehandelter Güter deutlich zurückgeht, verringerten sich auch Luft- und Seefracht entsprechend.

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