Test

Flottenversuch mit Kangoo Rapid Z.E.

Elektrotransporter im Kommen: Kangoo Rapid Z.E.

Wie Firmen mit einem  Elektrotransporter zurechtkommen, testet Renault ab Anfang 2011 zusammen mit RWE in einem Flottenversuch, bevor der Kangoo Rapid Z.E. dann im folgenden Herbst sein Marktdebüt feiern darf. Ausgewählte Betriebe in Nordrhein-Westfalen und Hamburg erhalten dafür 45 Vorserienfahrzeuge, die technisch weitgehend dem späteren Serienmodell entsprechen. Wir sind schon mal Probe gefahren. Zuerst der Blick in den Laderaum - nichts zu sehen. Zumindest keine Batterie, die das Fassungsvermögen des Renault Rapid beinträchtigen könnte. Die befindet sich praktischerweise im Unterboden. Und auch in Sachen Nutzlast steht der Z.E. (Zero Emission) seinen Verbrennungsbrüdern in nichts nach, auch er darf 650 Kilogramm tragen. Fragt sich nur wie weit. Renault gibt für die Reichweite 160 Kilometer an, wobei die - ähnlich dem Normzyklus herkömmlicher Aggregate - unter Laborbedingungen zustande kam. Mit voller Handwerkerausrüstung und obendrein vornehmlich in der Stadt bewegt, dürfte diese beträchtlich niedriger ausfallen. Der 400-Volt-Wechselspannungsmotor leistet 60 PS. Diese bringt er mithilfe eines reinen Untersetzungsgetriebes auf die Straße. Das Ganze ziemlich beeindruckend. Da vom Start weg die vollen 225 Newtonmeter Drehmoment zur Verfügung stehen, rennt der Rapid Z.E. los wie vom Pferd getreten - ohne Dabei einen Mucks von sich zu geben. Weswegen sich eigens Soundingenieure damit beschäftigen, dem E-Mobil der Sicherheit wegen wieder Töne beizubringen. Das Cockpit entspricht den herkömmlichen Rapid-Versionen, lediglich die Instrumente verraten den E-Antrieb. Sie zeigen nicht nur den Füllstand der Batterie, ein sogenannter Econometer weist den Fahrer obendrein darauf hin, wie ökonomisch er den Lieferwagen gerade lenkt. Nicht weniger eindrucksvoll vollzieht sich die Rekuperationsphase - wenn man den Fuß vom Gas nimmt und der Kangoo nicht nur die Lithium-Ionen-Batterie lädt, sondern auch ziemlich kräftig bremst. Der 22-kWh-Akku soll laut Renault ohne Memory-Effekt arbeiten, das heißt, über die angestrebte Lebensdauer von zehn Jahren keine zusätzlichen Kapazitätsverluste erleiden. Der Ladevorgang bei 230 Volt dauert sechs bis acht Stunden, voraussichtlich 2013 soll auch Schnellladen (ungefähr 30 Minuten) klappen, wobei die Batterie dann nur zu 80 Prozent voll wird. Zum Preis schweigt sich der Hersteller im Moment noch aus, deutet aber an, dass der Rapid Z.E. nicht horrend teurer ausfällt als eine vergleichbare Dieselvariante. Zu relativ humanen Anschaffungskosten dürfte beitragen, dass Renault die Batterie separat vom Fahrzeug verleast, womit schon mal rund 15.000 Euro weniger für das Fahrzeug anfallen.

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
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