Supertruck Mercedes Actros von Leo Robertz

Gediegener Sattelschlepper als Aushängeschild

Supertruck FF 6/2018, Leo Robertz. Foto: Felix Jacoby 10 Bilder

Das Logistikunternehmen Leo Robertz hat sich auf besondere Dienstleistungen spezialisiert. Dazu passend präsentiert sich auch das feine Flaggschiff der kleinen Flotte.

Noch zwei Jahre, dann wird die Firma Leo Robertz aus Herzogenrath-Kohlscheid ihr einhundertjähriges Gründungsjubiläum feiern. Heute wird das Unternehmen, das mit Umzügen und Nahverkehr begann, von Enkel und Urenkel geführt. Bernd-Leo und Torsten Kaever waren frühzeitig so klug, sich auf besondere Dienstleistungen zu spezialisieren, die weit über einen Transport von A nach B hinausgehen. Das Angebot richtet sich vornehmlich an Maschinen- und Anlagenhersteller, für die im Auftrag der vollständige Versand abgewickelt wird. Ein bedeutender Kunde zum Beispiel hat sich an dem eigenen Firmenstandort von seinem kompletten Teilelager getrennt, das nun von Robertz in Zusammenarbeit mit einem Logistik-Netzwerk organisiert wird.

Supertruck FF 6/2018, Leo Robertz. Foto: Felix Jacoby
Actros Robertz

Fuhrpark mit sieben Lastwagen ist auf besondere Aufgaben spezialisiert

Kommen jetzt Listen für die Bereitstellung sämtlicher Komponenten für ein Montageprojekt oder Ersatzteilbestellungen herein, müssen Tausende Einzelstücke von der kleinsten Schraube über Schaltschränke bis zu tonnenschweren Gussteilen zusammengestellt und an den jeweiligen Zielort transportiert werden. Dazu müssen beim Versand der oft empfindlichen Waren hohe Anforderungen erfüllt werden. Robertz hat deswegen eine eigene Tischlerei, in der riesige Transportkisten aus Holz, sogenannte Industrieverpackungen, aufwendig gezimmert werden. Aber auch die Zusammenstellung von Luftfrachtpartien, die vor dem Versand auf Sprengstoff untersucht und anschließend versiegelt werden müssen, gehört zu dem Leistungsangebot. Umzüge, speziell solche mit sperrigen Maschinen, werden weiterhin angeboten, spielen jedoch nur noch eine Nebenrolle.

Trotzdem sind ständig schwerste Stücke zu bewegen, das zeigen ein 18-Tonnen-Stapler auf dem Hof und ein Zehn-Tonnen-Portalkran unter dem Dach der großen Lagerhalle. Auf rund 7.500 Quadratmeter geschlossener Hallenfläche werden kleine und große Anlagen gelagert, und der Fuhrpark mit sieben Lastwagen von Mercedes-Benz ist auf besondere Aufgaben spezialisiert. So gibt es einen vierachsigen Absetzer, einen dreiachsigen Kofferwagen mit großer Bordwand und einen massiven Arocs-Dreiachser mit schwerem Palfinger-Ladekran. Nun ist Juniorchef Torsten Kaever auch ein großer Lastwagenfan, der sich genau wie sein Vater nicht hinter einem Schreibtisch versteckt, sondern aktiv und mit spürbarer Freude im Unternehmen mitarbeitet. Schon sein letzter Actros war fein hergerichtet, sein aktueller Sattelschlepper des Typs 1848 ist noch gediegener geworden. Bei einer anspruchsvollen Kundschaft soll der Lkw samt Auflieger nicht nur gut funktionieren, sondern auch als sehenswertes Aushängeschild für den Logistiker dienen.

Supertruck FF 6/2018, Leo Robertz. Foto: Felix Jacoby
Viele der Kisten mit Anlagenkomponenten gehen in ferne Länder der Welt, dann liefert sie Torsten zur Verschiffung in Häfen, hier nach Antwerpen.

Für Kisten eignet sich der offene vierachsige Tieflader von Faymonville

Die Zugmaschine wurde in Lowline-Ausführung bestellt, um sich möglichst an vier Meter Fahrzeughöhe zu halten, da viele der zu transportierenden Kisten beträchtliche Ausmaße aufweisen. Für einige Kunden, besonders bei unverpackten Maschinen, kommt dabei ein geschlossener Tieflader mit Schiebeplane und technischen Vorrichtungen zur Verbreiterung des Aufbaus auf die Sattelplatte. Dieser Vierachser stammt ursprünglich vom Fahrzeugbauer Dinkel. Für Kisten aller Art, die nicht wettergeschützt transportiert werden müssen, eignet sich am besten der offene vierachsige Tieflader von Faymonville. Der bietet vielerlei Möglichkeiten, sperrige Güter zu bewegen – so hat er Seitenverbreiterungen, robuste Auffahrrampen zum Abklappen und steckbare Stützbalken zum formschlüssigen Verladen. Und die polierten Alcoa-Alufelgen sehen nicht nur stark aus, sondern senken gleichzeitig das Eigengewicht.

Die Verwirklichung eines Traumlastwagens

Zu einem solchen Traditionsunternehmen würde ein Supertruck mit Vollairbrush irgendwie nicht so richtig passen. Außerdem ist die Firma nur wenige Kilometer von den Niederlanden entfernt. Torsten Kaever war schon früh davon angetan, wie die westlichen Nachbarn ihre Lastwagen eher mit geschmackvollen, zweifarbigen Lackierungen und gediegenen Innenausstattungen verschönern. Der 25-Jährige ist nicht nur als Fahrer, sondern im ganzen Betrieb mit Engagement im Einsatz. Mit der Verwirklichung seines Traumlastwagens hat er sich eine besondere Freude gemacht. Davon hatte er eine genaue Vorstellung. So ist der Schmuck der Kabine außen von verschiedenen Anbietern nach Torstens Einkaufsliste zusammengestellt. Er schaffte all die Anbauteile zu der Mercedes-Niederlassung nach Aachen, wo sie fachmännisch montiert und angeklemmt wurden.

Eine ebenso genaue Vorstellung hatte Torsten auch von der Fahrwerksverkleidung, die ihm eine Schlosserei in seinem Heimatort nach exakten Vorgaben maßschneiderte. Markant sind die nach vorne eingezogenen Heckleuchtenträger und die schmucke Armatur, die an der Rückseite des Fahrerhauses die Kabel und Schläuche sortiert. Komplettiert wurde Torstens Traum-Mercedes schließlich bei Lkw-Zubehör in Berg. Marlen lieferte einen Heckschrank, der anstelle der oberen Koje montiert wurde. Anschließend kleideten Ernst Auhuber und sein fröhliches Tuningteam die Kabine mit feinem Leder und Alcantara aus. Die Rückwand huldigt dem Firmengründer Leo Robertz, der sicher seine Freude daran hätte, wenn er sehen könnte, mit welchem Engagement seine Nachfolger sein Erbe weiterführen.

Technische Daten Actros Robertz

Truck: Mercedes-Benz Actros 1848
Erstzulassung: 11/2014
Leistung: 480 PS
Laufleistung: 60.000 km/Jahr
Trailer: Faymonville-Satteltieflader
Eigentümer: Leo Robertz KG
Fahrer: Torsten Kaever
Interieur: Lkw-Zubehör Berg
Exterieur: lokale betriebe
Aufgabengebiet: Nationale und internationale Spezialtransporte

Dieser Artikel stammt aus diesem Heft
FF 06 2018 Titel
FERNFAHRER 06 / 2018
5. Mai 2018
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