Social Media für Logistiker

Wie Unternehmen online punkten

Tourenplanung Foto: fotolia

Eine durchdachte Internetpräsenz und der Auftritt in den sozialen Netzwerken helfen bei der Suche nach Mitarbeitern. Ein gutes Beispiel hierfür ist Weigand Transporte aus Sittensen-Lengenbostel.

Ohne eine gut durchdachte Internetpräsenz wird es zunehmend schwerer, am Markt wahrgenommen zu werden. Auf den ersten Blick mag das im Geschäftskundenbereich auch nicht unbedingt notwendig sein. Geht es aber darum, die jüngere Generation auf sich aufmerksam zu machen, sind Social Media Pflicht. Deswegen kommen auch Transport- und Logis­tik­unter­neh­men nicht drum herum, im Internet auf den entsprechenden Plattformen aktiv zu sein (hier finden Sie eine Checkliste für den richtigen Umgang mit Facebook und Co.).

Ein gutes Beispiel dafür ist Weigand Transporte. Das Unternehmen aus Sittensen-Lengenbostel hat damit begonnen, einen professionellen Facebook-Auftritt anzulegen. "Wir haben dort vor Kurzem eine Stellen­anzeige für einen Berufskraftfahrer veröffentlicht. Innerhalb von drei Tagen hatten wir mehr als 100 aktive Reaktionen, die relevant und interessant sind. Das gelingt uns mit Anzeigen in regionalen Printtiteln nicht mehr", sagt Stefan Weigand, einer der Geschäftsführer bei ­Weigand Transporte.

Mit einer Stellenanzeige 47.000 Menschen erreicht

Dabei sind nicht nur die aktiven Reaktionen – also beispielsweise Likes – ein Beleg dafür, dass Social-Media-Portale für die Kommunikation nach außen funktionieren. Facebook meldete ihnen auch, dass das Unternehmen mit dieser Stellenanzeige insgesamt 47.000 Menschen erreichte. "Wir haben im Laufe der Zeit gelernt, wie wir bei Facebook viele Menschen erreichen können. Dafür setzen wir sowohl auf eine inhaltliche als auch auf eine technische Strategie", erklärt Weigand.

So sei eine direkte und konkrete Ansprache inhaltlich wichtig. Weigand Transporte nutzt Facebook gezielt immer wieder für Werbung. Dafür lässt sich die Zielgruppe bis ins Detail bestimmen. Dadurch erreicht der Beitrag dann mehrere Zehntausend Menschen. Durch das regelmäßige Posten von Beiträgen hat das Unternehmen innerhalb eines Jahres eine Community von 1.700 Fans aufgebaut. "Ohne Werbung gelingt es uns, immerhin 2.500 Personen zu erreichen", berichtet der ­Geschäftsführer.

Mit seiner Social-Media-Strategie gehört Weigand Transporte zu den 68 Prozent kleinerer und mittelständischer Unternehmen, die bereits auf soziale Plattformen setzen. Diese Zahl hat der Branchenverband Bitkom ermittelt. Bei großen Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sind es nahezu alle, die die Kommunikationsinstrumente nutzen; bei Unternehmen mit 100 bis 499 Mitarbeitern sind es 88 Prozent.

Social Media ist oft Chefsache

Social Media ist Chefsache – das gilt insbesondere bei den kleineren Betrieben. Auch das stellte Bitkom in einer Umfrage fest. Demnach kümmert sich bei etwa der Hälfte der Unternehmen mit weniger als 100 Beschäftigten die Geschäftsleitung um den Auftritt in den sozialen Netzwerken.

Dass jede Abteilung für sich oder aber die PR-Abteilung die sozialen Netzwerke betreut, ist dagegen eher die Ausnahme. "Je größer ein Unternehmen ist, desto mehr Möglichkeiten hat es, den Auftritt in den sozialen Netzwerken von eigenen, speziell dafür ausgebildeten Mitarbeitern betreuen zu lassen. Wichtig ist aber dann, dass die Chefetage eingebunden bleibt", sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

Das sieht Weigand Transporte ebenso. Für Stefan Weigand gilt: "Social Media sind das große Thema im Bereich Mitarbeiter, und Mitarbeiter sind Chefsache. Daher trage ich die Hauptverantwortung." Natürlich seien die Beschäftigten informiert und eingeladen, sich zu beteiligen. Impulse würden aber hauptsächlich von der Geschäftsleitung ausgehen, ergänzt er. Da das Thema sehr zeitintensiv ist, holt sich Weigand noch externe Hilfe von einer Agentur. Sie kümmert sich hauptsächlich um technische Aspekte wie Texte, Fotos und Werbeanzeigen und unterstützt gelegentlich die Verwaltung der Kommentare.

Das ist auch nötig. Denn jede Meldung sollte begleitet werden. Das hat auch Stefan Weigand festgestellt: "Wenn wir nicht schnell auf die Kommentare und Anfragen reagieren, kippt schnell die Stimmung, und es kann höchst unfreundliche Kommentare zur Folge haben", erläutert er.

Auch negative Erfahrungen gehören dazu

Mit dieser Erfahrung ist er nicht allein. Nach Umfragen des Bitkom haben 39 Prozent der Unternehmen, die Social Media einsetzen, schon einmal negative Erfahrungen in der externen Kommunikation gemacht. Demnach wird meist Kritik am Produkt (25 Prozent) oder an der Unternehmenspolitik (neun Prozent) geübt. Von Beleidigungen und Diffamierungen berichten sieben Prozent der Unternehmen. Mit sogenannten Shitstorms, also massiven Anfeindungen, hat nur ein sehr geringer Anteil von drei Prozent zu kämpfen. Wer also aktiv werden will, sollte nach Meinung von Bitkom-Chef Rohleder seinen Auftritt im Internet professionalisieren.

Welche Kanäle dafür genutzt werden, ist ganz unterschiedlich. Es zeichnet sich bei den Heranwachsenden aber ab, dass Face­book immer weniger genutzt wird. Im Kommen sind dagegen Instagram und Snapchat. Nach den Ergebnissen der JIM-Studie 2016 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) nutzen 95 Prozent aller Jugendlichen mindestens mehrmals pro Woche diese Dienste. Etwas über die Hälfte der Befragten zählt zu den regelmäßigen Nutzern von Instagram, gefolgt von Snapchat mit 45 Prozent und Facebook mit 43 Prozent.

Für Weigand Transporte ist der Hauptkanal Facebook

Für Weigand Transporte bleibt der Hauptkanal Facebook. "Er bietet uns die stärkste Interaktion in unserer Zielgruppe. Wir sehen hier sofort, was gut ankommt und was wir noch verbessern können", sagt der Geschäftsführer. Zudem sei die Bedienung leicht zugänglich und die Ergebnisse sind absolut überzeugend. Immerhin ist es dem Unternehmen gelungen, mit Facebook-Aktionen diverse Stellen zu besetzen. Dabei sei der konkrete Aufwand der Aktionen sehr überschaubar gewesen. "Für uns bietet Facebook momentan das beste Aufwand-Nutzen-Verhältnis", erläutert Weigand. Die anderen Kanäle bleiben vorerst noch ungenutzt.

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