Scania O-Lkw im Test

Erste Ergebnisse von der A5

Scania R 450 Hybrid Oberleitungs-Lkw Foto: Scania 7 Bilder

Seit Ende Mai befährt die Spedition Schanz aus Ober-Ramstadt mit dem ersten Scania R 450 Hybrid-Oberleitungs-Lkw die elektrifizierte Teststrecke auf der A5. Nach 1.000 Kilometern ziehen die Projektpartner nun eine erste Bilanz.

Scania zieht eine erste Bilanz des Praxistests mit dem R 450 Oberleitungs-Lkw, der auf dem e-Highway auf der A5 bei Frankfurt verkehrt. "Nach den ersten tausend Kilometern, die ausgewertet wurden, konnten wir eine Kraftstoffeinsparung an Diesel von zirka 10 Prozent verzeichnen", erklärt Stefan Ziegert, Produktmanager nachhaltige Transportlösungen für Scania Deutschland Österreich. Dies sei ein erfreulich positives Ergebnis schon nach den ersten Wochen der Testphase.

"Das eigentlich Charmante an der Technik ist, dass das Fahrzeug nicht nur mit dem Oberleitungsstrom fahren, sondern darüber hinaus im laufenden Betrieb die Batterie laden kann", so Ziegert weiter. Der Strom für die Anlage wird laut Scania zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien bereitgestellt.

Hohes Drehmoment, niedrige Geräuschkulisse

Christine Hemmel und Kerstin Seibert, Geschäftsführerinnen der Spedition Schanz, zeigen sich gespannt darauf, wie sich die O-Lkw im Praxiseinsatz bewähren. Thomas Schmieder, der als einer von drei Fahrern der Spedition Schanz den O-Lkw steuert, hat sich wiederum genau wegen des Scania mit Geweih bei seinem neuen Arbeitgeber beworben. "Elektromobilität ist eine extrem interessante Entwicklung – das ist Zukunft – und da will ich dabei sein", erklärt der Berufskraftfahrer. "Beim Anfahren ist das Drehmoment sofort da, man muss es nicht erst über die Drehzahl aufbauen." Wenn man das Fenster öffne, höre man dazu nur das Rollen der Räder auf dem Asphalt.

Im Cockpit wird Schmieder über eine Anzeige darüber informiert, ob er sich auf der Teststrecke befindet und in der richtigen Spur fährt. Dann kann der von Siemens entwickelte Pantograf ausgefahren werden und Strom aufnehmen. Viel Spielraum nach rechts oder links gibt es laut Schmieder nicht. Am Ende sei das eine Sache der Gewohnheit. Das Ausscheren aus der Oberleitungsfahrbahn ist aber kein Problem. "Sobald der Blinker gesetzt wird, fährt der Pantograf automatisch runter und der Überholvorgang kann beginnen", erklärt der O-Lkw-Fahrer.

Weitere Tests mit Scania O-Lkw

Scania wird laut eigener Angaben in den kommenden Monaten weitere vier O-Lkw für das Pilotprojekt in Hessen ausliefern. Frank Hagedorn, Regionaldirektor Scania Mitte, freut sich, dass das Projekt "Elektrifizierter, Innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen" (ELISA) auf der A5 "vor der eigenen Haustür" abläuft: "Wir werden die Lkw in unserer Werkstatt in Offenbach betreuen. Die Mitarbeiter sind begeistert, dass sie durch ELISA Einblick in eine solch innovative Zukunftstechnologie erhalten." Scania hat die Mitarbeiter vor Ort eigens von Experten der schwedischen Konzernzentrale in Södertälje im Umgang mit den O-Lkw schulen lassen. Die Hochvolttechnologie verlangt laut Hagedorn "ein Höchstmaß an Sicherheit im Umgang mit den hohen Spannungen." Auch die beiden weiteren Oberleitungs-Teststrecken auf der A1 bei Reinfeld in Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg auf der Bundesstraße B 462 bei Rastatt werden später mit jeweils fünf Scania R 450 Hybrid-Lkw samt Pantografen befahren.

Falls die Oberleitungs-Technologie effizient arbeitet, könnten Lkw laut Scania künftig komplett ohne Verbrennungsmotor gefertigt werden. Der schwedische Lkw-Bauer betont in seiner Mitteilung, dass hierfür nicht alle Autobahn-Kilometer in Deutschland mit der entsprechenden Infrastruktur versehen werden müssten. Knapp 70 Prozent des Güterverkehrs findet demnach nämlich nur auf etwa 4.000 Autobahnkilometern statt. Außerdem würden hier jeweils rund 15 Kilometer lange elektrifizierte Abschnitte ausreichen, um daraufhin weitere 50 Kilometer batterieelektrisch bewältigen zu können.

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