Neue Gerüchte um Solaris-Verkauf

Großes Interesse am Stadtbusexperten

Foto: Thorsten Wagner

Nicht zum ersten Mal gibt es Gerüchte um den Verkauf des polnischen Stadtbusexperten Solaris Bus & Coach. Grund seien nicht etwa finanzielle Probleme der Eigentümerfamilie Olszewski, sondern die zu erwartenden Investitionen in moderne Technologien.

Die polnische Tageszeitung "Dziennik Gazeta Prawna (DGP)" meldete unlängst, der polnische Busbauer, der vor 22 Jahren aus der hiesigen Neoplan-Dependance entstanden war, stehe "zum Verkauf". Grund seien nicht etwa finanzielle Probleme, die Auftragsbücher seien voll und würden laut Aussage des Herstellers die Produktion "bis Ende Oktober sicherstellen" – eine nicht ganz so optimistische Aussage wie die, man sei "einer der führenden Produzenten von Elektrobussen in Europa".

2017 habe Solaris nach eigenen Auskünften mit einem Rekordumsatz abgeschlossen, auch Projekte wie der 24-Meter Doppelgelenkzug, der unter dem kurzfristigen CEO Andreas Strecker eingestellt worden waren, durften wieder aus der Schublade. Im Juni wird lastauto omnibus aus Krakau berichten, in Sachen Elektromobilität ist die Stadt mit 200 Elektrobussen und der ersten rein elektrischen Linie seit 2014 auf einem ansehnlichen Platz 5 in Europa.

Ein chinesisches Unternehmen ganz oben auf der Liste

Wie die Zeitung weiter berichtet, gebe es sieben Interessenten, die eine Prüfung der Unterlagen beantragt hätten, darunter ein chinesisches Unternehmen - aber auch eine polnische Fondsgesellschaft zeige großes Interesse. Solaris gilt seit Jahren als Vorzeigeunternehmen in Polen, unlängst erst titelte die "Wirtschaftswoche" in einem Portrait über Eigentümerin und Aufsichtsratsvorsitzende Olszewska und den Vorsprung in Sachen Elektrobusse: "Diese Frau hängt sie sauber ab."

Gerade dieser Vorsprung sei nun aber einer der Gründe, warum man sich auf ein breiteres finanzielles Fundament stellen wolle, um die hohen Kosten für zukünftige Entwicklungen zu stemmen. Als unabhängiger, kleiner Hersteller ist Solaris gerade bei den Zukunftsthemen Digitalisierung, Elektromobilität und autonomes Fahren auf den teuren Einkauf von Technologie von Zulieferern angewiesen. "Eine solche dynamische Entwicklung erfordert große Aufwendungen und Investitionen im Bereich R & D, als auch in Produktion, Vertrieb und After Sales," so eine Mitteilung von Solaris. Kritisch stellt sich zum Beispiel der steigende Bedarf von Lithium-Ionen-Batterien dar: Die neue LG Chem Fabrik in Polen habe dem Vernehmen nach einen Auftrag rundweg abgelehnt. Trotzdem gilt Solaris in guter Neoplan-Manier immer noch als einer der innovativsten und umsetzungsstärksten Bushersteller.

Alle Angebote würden untersucht

Das Unternehmen selbst dementierte die Meldung nicht explizit, Sprecher Mateusz Figaszewski ließ lediglich mitteilen, in den letzten 20 Jahren habe das Unternehmen "viele Angebote von polnischen und ausländischen Partnern bekommen, die Entwicklung des Unternehmens zu unterstützen". Das Unternehmen habe sich jedoch immer aus eigenem und fremdem Kapital eigenständig finanziert. Solche Angebote von fremden Firmen würden "immer untersucht, ob sie potenzielle Vorteile für die Entwicklung der polnischen Marke Solaris bieten können." Laut einem spezialisierten Internet-Branchendienst könnte eine Entscheidung bereits Ende Mai fallen.

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