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Foto: Solaris

Solaris fährt Rekordergebnis ein

Marktführer in Polen und stark bei E-Bussen

Der polnische Hersteller Solaris kann zum 15. Mal in Folge auf die Marktführerschaft im Heimatmarkt stolz sein: 2017 konnte das Unternehmen, das vor rund 22 Jahren als polnischer Ableger von Neoplan gegründet wurde, erstmals fast 1.400 Busse absetzen.

Exakt waren es 1.397 Exemplare mit einem Umsatz von 434 Millionen Euro, der beste Wert seit 2014, als 1.380 Busse gebaut wurden. Der Marktanteil  des Stadtbusspezialisten in Polen betrug dabei 51 Prozent, mit uneinholbarem Vorsprung vor Mercedes-Benz (18 %), MAN (9 %) und Volvo (4 %; Quelle: Solaris Bus).

Dass der Cotral-Auftrag, der bisher größte der Unternehmensgeschichte, über 360 Überlandbusse für Rom dabei zwar ein Einmaleffekt, aber durchaus keine Eintagsfliege ist, zeigt der Auftragseingang für 2018 von bisher rund 1.400 Bussen. Rund 70 Prozent der produzierten Solaris-Busse wurden 2017 ins Ausland exportiert, vor allem nach Italien, Deutschland und Norwegen. Neu erschlossen wurden die Märkte in den Niederladen und Luxemburg, zwei traditionell umweltbewusste Länder, die verstärkt auf Elektrobusse setzen – hier war Solaris einer der ersten Anbieter auf dem Markt.

Elektrobusse mit starkem Absatz

Seit Gründung hat der Hersteller bereits 2.500 Busse mit alternativem Antrieb oder O-Busse gezählt, letztere haben eine lange Tradition in Osteuropa. Von den 445 in Polen ausgelieferten Bussen waren 48 Exemplare auf den Betrieb mit alternativen Energien ausgelegt. So kauften PKM Jaworzno 22 und MPK Krakau 20 E-Busse – 17 Solowagen, 3 Gelenkbusse, darunter der 15.000 Bus des Unternehmens. Im Frühjahr wird lastauto omnibus aus Krakau berichten, in Sachen Elektromobilität ist die Stadt mit 200 Bussen und der ersten rein elektrischen Linie seit 2014 auf Platz 5 in Europa. Weitere 25 Solaris-Gelenkelektrobusse werden nach Brüssel geliefert, zwölf ins italienische Bergamo, die ersten fünf Elektrobusse für das hessische Frankfurt werden ebenso aus Bolechowo kommen.

"Elektromobilität ist mittlerweile keine Mode mehr, sondern ein Markterfordernis," sagt Solange Olszewska, Eigentümerin und Vorstandsvorsitzende von Solaris Bus and Coach S.A. und weist auf die frühen Anstrengungen des Unternehmens hin, so etwa, als Ihr Mann Krystzof schon auf der IAA im Jahr 2000 den Tod des Dieselmotors beschwor und massiv auf Elektromobilität setzte.

Doppelgelenk-O-Bus in der Pipeline

Auch im neuen Jahr stehen interessante Projekte an, unter anderem ein Doppelgelenk-O-Bus mit Batteriepack, der den Sparmaßnahmen des letzten CEO Andreas Strecker zum Opfer gefallen war, und jetzt wiederbelebt wird. Der im O-Bus montierte Batteriepack mit einer Kapazität von 94 Ah (58 kWh) soll unterwegs über den konventionellen zweipoligen Stromabnehmer mit Strom aus der Oberleitung geladen werden. Die in den Batterien gespeicherte Energie wird wiederum für den Antrieb des O-Busses auf Strecken ohne Oberleitung verwendet und so für absolute Flexibilität sorgen. Um das Manövrieren im Stadtverkehr zu erleichtern, soll die vierte Achse zudem gelenkt sein. 

Dr.-Ing. Dariusz Michalak, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Solaris, erläutert: "Für das Jahr 2018 planen wir die Premiere von drei neuen Fahrzeugen. Das erste davon ist der neue Solaris Trollino 24, ein Doppelgelenk-O-Bus mit 24 Meter Länge. Am Anfang soll eine O-Bus-Version entstehen, doch langfristig soll er eine Plattform auch für doppelgelenkige Batterie- und Hybridbusse darstellen. Für das kommende Jahr ist auch die Premiere eines neuen Solaris Urbino 12 mit Wasserstoff-Brennstoffzelle und eines neuen Low-Entry-Busses Solaris Urbino 12 unter dem Arbeitsnamen ‚lite‘, der auf niedrige Betriebskosten ausgelegt wird, vorgesehen. Den Erstauftritt dieser Fahrzeuge planen wir für die zweite Hälfte des Jahres."

Investitionen werden fortgesetzt

An den bisherigen Baustellen des Unternehmens wollen die Polen weiter arbeiten, auch wenn sich 2017 erstmals fast 80 Prozent der Kunden mit dem Unternehmen als Lieferant zufrieden zeigten. "Wir werden unsere Investitionen in die Erweiterung von Produktionskapazitäten wie auch in die Prozessoptimierung, auch im Bereich Aftersales, fortsetzen. Das beste Beispiel dafür ist die Übergabe zur Nutzung eines neuen Logistik- und Servicezentrums Solaris Logistics Center in Jasin bei Posen im vergangenen Jahr", erklärt Zbigniew Palenica, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Solaris, zuständig für Vertrieb, Marketing und Aftersales.

Thorsten Wagner

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Datum

7. Februar 2018
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