Müller Transport und Logistik

Perfekt abgestimmt

Spedition Müller Ulm FA Foto: Jan Bergrath 15 Bilder

Die Drogeriekette Müller hat 864 Filialen in sieben Ländern. Für die Distribution im klassischen Werkverkehr setzt die Müller Transport und Logistik Ulm 75 eigene silberne Wechselbrückenzüge ein.

Das passt. Tausendmal passiert und nie berüht. Nur die bewundernden Augen einiger Passanten sind Stefan Benesch sicher, wenn er mit seinem silbernen Actros 2243 Compact-Space langsam, aber ohne zu zögern, die mit maximal drei Meter Höhe ausgeschilderte Brücke unterquert. Immerhin, so kann man es durchaus sagen, nimmt überhaupt noch jemand wahr, dass es auch weiterhin eines Lkw bedarf, um eine der größten und modernsten Filialen der 1953 in Ulm gegründeten Drogeriekette Müller in der Hirschstraße nahe dem Ulmer Münster zu beliefern.

Belieferung aller Müller-Filialen

Der Wareneingang liegt abseits der schicken Einkaufsstraße. Dreimal die Woche und dann zwei- bis dreimal am Tag beliefert Benesch die Filiale. Er fährt eines von drei besonderen Innenstadtfahrzeugen der Werkverkehrsflotte der Müller Transport und Logistik Ulm GmbH, kurz MTLU. Der Niederflur-Motorwagen ist 2,90 Meter hoch und zehn Meter lang, die BDF-Wechselbrücke hat allerdings nur eine Innenhöhe von 1,81 Metern. "Damit kann ich bis zu 35 unserer orangefarbenen Rollcontainer transportieren", so Benesch. "Intern heißen sie bei uns Dollys."

Um zehn Uhr ist Benesch vom Zentrallager an der B 10 im Norden Ulms losgefahren, seine Tour ist sicherlich die kürzeste in der gesamten Logistikkette der MTLU. "Ich war viele Jahre europaweit unterwegs. Seit 2003 bin ich bei Müller und seit 2007 fahre ich diese feste Tour. Denn sie kommt meinem Leben als Familienvater sehr entgegen." Er rangiert den Lkw vorsichtig neben die Hauswand. Es ist jetzt 11.30 Uhr. Hausmeister Wolfgang Irle, der für die Warenannahme verantwortlich ist, hat bereits das Tor geöffnet. Benesch lässt die Plombe öffnen und bringt die Ladebordwand von Dautel auf die richtige Höhe. Dann schiebt er über das Umladeblech nach und nach die Dollys auf die kleine Rampe. "Mehr habe ich als Fahrer an den Filialen nicht zu tun", sagt er. "Hier in Ulm dauert es nur etwas länger als in anderen Filialen, weil die Dollys mit dem Aufzug in den Keller gefahren werden. Und danach warte ich aufs Leergut."

Rund 45 Minuten dauert es für ihn vor Ort, dann wird die Brücke von Wolfgang Irle verplombt. Vorbei am malerischen Fischerviertel geht es zurück ins Zentrallager. "Die beiden anderen Tage bin ich unterwegs zu weiteren Filialen von uns, meist nach Augsburg, Göppingen oder Stuttgart." Im Zentrallager wird die Plombe überprüft, danach sucht sich Benesch einen Stellplatz für seine Brücke mit dem Leergut.

Einer der vier Wiesel setzt sie später an die Rampe für das Leergutlager. Benesch macht erst einmal die Papiere fertig, dann geht er in die Disposition für die weitere Absprache. Dort sitzen im vorderen Bereich die acht Disponenten für die operative Planung der Touren, im hinteren Bereich sechs weitere Mitarbeiter für die strategische Planung der Tourenkonzepte. Denn die regelmäßige Belieferung der mittlerweile 567 Filialen in Deutschland und weiteren 297 Filialen in sechs europäischen Ländern ist eine logistische Höchstleistung.

Regelmäßige Touren für Fahrer attraktiv

"Für die reine Distribution setzen wir 73 eigene Wechselbrückenzüge und 356 durchladbare BDF-Kofferbrücken ein", erläutert Andreas Müller, seit Dezember 2019 der neue Fuhrparkleiter der MTLU. "Dazu kommen weitere 23 Sattelzugmaschinen für unsere 75 Koffer- und Planenauflieger. Alles in allem legt unsere eigene Flotte im Jahr rund 9,9 Millionen Kilometer zurück. Dazu kommen weiter 30 feste Fremdspediteure." Die Drogerie Müller bietet ein breit aufgestelltes Sortiment von derzeit rund 190.000 Artikeln. Die kommen zunächst einmal in der Regel mit Lkw externer Speditionen in heute sieben Lager rund um Ulm. Der jüngste und auch größte Standort ist das weithin sichtbare Hochregallager Ulm-Nord nahe der A8.

Je nach Relation bringen aber auch die eigenen Fahrzeuge statt Leergut Konsumartikel von den Produktionsfirmen nach Ulm zurück. In diesen externen Lagern werden die von den Filialen georderten Artikel bereits in die Müller-Behälter kommissioniert. "Mit unseren Sattelzügen pendeln wir während unserer Schichtzeit ausschließlich zwischen den Lagern und dem Zentrallager", sagt Kinga Grabowska, die mit ihrem frisch erworbenen Lkw-Führerschein gerade erst bei Müller angefangen hat und bislang die einzige Fahrerin der MTLU ist. "Mir sagen diese Touren im reinen Nahverkehr absolut zu."

Die Wechselbrückenzüge für die reine Distribution sind dagegen in der Regel mit zwei Fahrern in Wechselschicht besetzt. Ilie Marian Troaca etwa hat den MAN TGX 26.460 um drei Uhr in der Frühe beladen übernommen und war in Worms und Heppenheim. "Das sind Filialen, wo ich auch mit dem Anhänger an die Rampe setzen kann", so Troaca. Auch er hat die Brücken mit dem Leergut abgestellt und bereitet noch den Zug mit den beladenen Brücken für den Kollegen vor, der die Spätschicht übernimmt. Dieses Schichtsystem charakterisiert die Arbeit der Berufskraftfahrer bei Müller.

Einmal mehr ist es die Regelmäßigkeit der Touren, die für Fahrer den Job interessant macht. Die Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten ist eine Selbstverständlichkeit. Der Lohn orientiert sich am Tarif in Baden-Württemberg. "Wir beginnen nun mit dem Lehrjahr 2020/21 zum ersten Mal mit der Ausbildung von zehn Berufskraftfahrern gleichzeitigt", erzählt Fuhrparkleiter Müller, Wir haben eine eigene Werkstatt, eine eigene Disposition, unsere Lagerstandorte, das heißt, wir können die komplette Palette der Anforderungen einer modernen Ausbildung anbieten."

Spedition Müller Ulm FA Foto: Jan Bergrath
Markus Brecht aus Ulm: "Ich bin jetzt 17 Jahre als Fahrer bei Müller und komme gerade von einer Zweitagestour ins Saarland zurück. Ich möchte als Fahrer heute gar nichts anderes mehr machen."

Das Interesse der Jungend scheint groß. Es gibt nur noch vier freie Plätze. "Ich bin jetzt 17 Jahre bei Müller", sagt Markus Brecht, der am Freitagnachmittag nach einer Zweitagestour den Lkw fürs Wochenende auf dem Stellplatz am Lager Ulm-Nord in die Reihe rangiert. Bis nach Kassel gehen die Touren der eigenen Silberflotte Richtung Norden, bis nach Passau in den Südosten oder Weil am Rhein in den Süden. Zwölf feste Fahrer sind mit zwölf Lkw für die Schweiz eingeteilt. Alles in allem waren es im Dezember 2019 genau 5.200 Touren für die Fahrer. "Bei der MTLU zu fahren ist ein krisensicherer und dazu gut bezahlter Job", sagt Brecht. "Ich möchte als Fahrer heute auch gar nichts anderes mehr machen."

Spedition Müller Ulm FA Foto: Jan Bergrath
Müller Transport und Logistik Ulm GmbH

Müller Transport und Logistik Ulm GmbH

Adresse: Albstraße 92, 89081 Ulm
Tel.: +49 (0)7 31/17 42 46
beate.gloede@mueller.de
www.mueller.de
Gründungsjahr: 2000
Unternehmensgröße: eigenständiges Transportunternehmen im Werkverkehr mit Gesamtlagerfläche von 246.416 m² in Deutschland, Ungarn, der Schweiz und Spanien
Schwerpunkte der Transporte: nationale und internationale Belieferung der 864 Müller Drogeriemärkte. Abholung von Lieferantenware
Mitarbeiter: 45 inklusive Werkstatt
Fahrer: 199 inklusive Aushilfen
Fuhrpark: 98 ziehende Einheiten (Euro 6), davon 52 Actros und 48 MAN TGX 450/460 PS. 75 Wechselbrückenzüge (6x2) mit Dautel-Ladebordwand und insgesamt 356 durchladbaren BDF-Brücken von Krone. 23 Sattelzugmaschinen für 75 Auflieger von Krone für die interne Lagerlogistik. 3 Innenstadtfahrzeuge mit 6 Wechselbrücken mit 1,81 Meter Innenhöhe. Verbleib der gekauften Lkw im Fuhrpark: 5 bis 6 Jahre. Dazu noch 4 Kamag-Wechselbrückenhubwagen Wiesel
Laufleistung: rund 160.000 Kilometer im Jahr im Schichtbetrieb
Alle Angaben laut: Fuhrparkleiter Andreas Müller

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