Krone-Geschäftsführer Geerdes 30 Jahre Kundennähe und Vertrieb

Foto: Krone

Vom Regional-Vertriebsleiter zum Geschäftsführer: Ingo Geerdes blickt auf eine lange Karriere beim Trailerhersteller Krone zurück. So fällt seine Bilanz aus.

Heute gibt es Jobportale und Online-Bewerbungen. Vor 30 Jahren schalteten Unternehmen Stellenanzeigen in der Zeitung. Und wer sich für den Job interessierte, schrieb eine Bewerbung. So fanden vor 30 Jahren auch Ingo Geerdes und das Fahrzeugwerk Bernard Krone zusammen. Aus dem Regional-Vertriebsleiter wurde ein Geschäftsführer: Seit 2017 ist Geerdes in dieser Funktion für das Key Account Management (national/international), den Vertrieb in Osteuropa und das gesamte Gebrauchtfahrzeug-Geschäft (Krone-Used) verantwortlich.

Der aus dem Emsland stammende Geerdes trat 1992 in das Unternehmen ein. Der ehemalige und inzwischen bereits verstobene Vertriebsleiter Rainer Steuernagel stellte Geerdes damals ein. Steuernagel, selbst seinerzeit Reserveoffizier der Bundeswehr, hatte die Bewerbung des Fallschirmjägers neugierig gemacht.

Welche Technik Geerdes im Außendienst nutzte

Zu Beginn der 90er wurden noch Briefe geschrieben. Das Internet steckte in den Kinderschuhen, Mobiltelefonie war das Privileg weniger. Krone war schon damals sehr fortschrittlich, wie Geerdes berichtet. „Ich hatte ein C-Netz-Telefon im Kofferraum“, erzählt der 53-Jährige. In ostdeutschen Hotels mussten sich oftmals Hotel und Gäste eine Telefonleitung teilen. Mit dem seinerzeit recht sperrigen Apparat im Kofferraum war Geerdes, als er sich als Verkäufer in die neuen Bundesländer aufmachte, gut aufgestellt. Kurz danach führte Krone bereits den ersten Konfigurator ein. Ab diesem Zeitpunkt war es möglich, beim Kunden Fahrzeuge individuell anzupassen, Angebote direkt vor Ort auszudrucken und Aufträge per DFÜ an das Werk zu übermitteln. Das sei damals ein absoluter Quantensprung gewesen – ehe die E-Mail ihren Siegeszug antrat.

Wie die Technik wandelten sich auch die Dinge bei Krone – aus dem Fahrzeugbauer wurde ein Serienhersteller. „Ich kann mich daran erinnern, dass zehn gefertigte Fahrzeuge an einem Tag ein großer Erfolg waren“, berichtet der Geschäftsführer. Später hingen dann große Blechtafeln in den Werkshallen, auf denen die Zahl 40 prangte. Sie standen für 40 Trailer am Tag und waren eher als Vision zu verstehen. Denn: „Das konnte sich damals keiner vorstellen.“ Zum Vergleich: vor der Weltwirtschaftskrise 2008 fertigte Krone in Werlte dann bis zu 1.000 Einheiten pro Woche.

Geerdes: Wir laufen nicht vor Problemen weg

Ehen werden geschieden, Firmen kämpfen mit Fluktuation. Bindungen über Jahrzehnte sind heutzutage nicht mehr die Regel. Was ist das Erfolgsrezept bei Ingo Geerdes? Er lobt die besondere Unternehmens-DNA bei Krone, die ihn prägt und die er an vielen Beispielen festmachen kann. „Es gab immer schnelle Entscheidungen“, betont er. Hinzu komme eine besondere Innovationsstärke. Der Vertriebsprofi führt den Mega Liner, den Coil Liner oder Systeme zur Ladungssicherung auf – Produkte und Angebote, bei denen sich der Fahrzeugbauer als Wegbereiter sieht. Und für Geerdes wohl am wichtigsten: der gute Draht zum Kunden. „Wir laufen nicht vor Problemen weg, wir lösen sie.“ Und natürlich schätzt Geerdes den besonderen Geist eines inhabergeführten Familienunternehmens.

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Eine besondere Beziehung hat der Emsländer zu Baden-Württemberg: Sieben Jahre betreute er Kunden im gesamten Bundesland. Mit seiner Frau wohnte er in Heilbronn, seine beiden ältesten Kinder kamen dort zur Welt. In den Jahren zuvor war der Krone-Mann am Aufbau einer Vertriebsorganisation in den neuen Bundesländern beteiligt, daher auch das Wissen um das damals löcherige Telefonnetz im Osten der Republik. Vom Ländle ging es wieder retour ins Emsland: Geerdes etablierte ab dem Jahr 2000 die Krone-Organisation für Gebrauchtfahrzeuge, danach folgte der Bereich temperaturgeführte Transporte. Geerdes übernahm die Vertriebsleitung für diesen Bereich, nachdem Krone den Kühlfahrzeughersteller Norfrig übernommen hatte. Seit 2009 ist er Prokurist, und ab dieser Zeit begann Geerdes das Key Account Management aufzubauen, das er als Geschäftsführer auch heute noch verantwortet.

30 Jahre sind für heutige Berufseinsteiger eine kaum vorstellbare Zeitspanne. Ingo Geerdes – so wird im Gespräch mit ihm schnell klar – will sie nicht missen und auf diese vielfältigen Erfahrungen nicht verzichten. Würde er es sich wünschen, dass auch eines seiner Kinder ihm zu Krone folgt? „Das sollen sie selbst entscheiden“, sagt er. Die jüngste Tochter geht mit 17 noch zur Schule, die älteste ist 24 und schließt ihr Lehramtsstudium bald ab. Doch bei Sohn Max scheint dieser Weg denkbar: Der 22-Jährige studiert Mechatronik und schreibt bei der Krone-Tochter Brüggen in Herzlake gerade seine Bachelor-Arbeit.

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