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KEP-Projekt KoMoDo ist Etikettenschwindel

Vom Mikro-Depot geht’s mit Lastenrädern los

Das KoMoDo-Projekt in Berlin. Foto: LNC GmbH

In Berlin startet das Modellprojekt KoMoDo der fünf großen KEP-Dienste DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS. Doch Kooperation sieht anders aus.

05.06.2018 Carsten Nallinger

KoMoDo (Kooperative Nutzung von Mikro-Depots) nennt sich das Pilotprojekt der fünf großen deutschen KEP-Dienstleister DHL, DPD, GLS, Hermes und UPS. Doch von Zusammenarbeit kann bei dem Projekt, welches heute startet, eigentlich keine Rede sein. Denn auf dem innerstädtischen Umschlagplatz befinden sich genau genommen ganze fünf Mikro-Hubs, von denen aus die Zusteller mit ihren Lastenrädern die letzte Meile in Angriff nehmen. Ebenso gibt es keinerlei Bestrebungen, die Sendungen der KEP-Dienste zu konsolidieren, um auf diese Weise intelligentere Touren schnüren zu können.

Ins Feld geführt werden daher auch lediglich die ohnehin bereits bekannten Vorteile von Mikro-Hubs im Zusammenspiel mit lastenrädern: „Mit dem Lastenrad kommen die Pakete sauber, sicher, leise und klimafreundlich zu den Kundinnen und Kunden. Das ist ein Baustein für eine neue Mobilität in Berlin“, erklärt etwa Regine Günther, Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in der Bundeshauptstadt.

Behala stellt gelände für die Mikro-Hubs

Sie verspricht sich sogar „Erfahrungswerte für andere Kommunen.“ Dabei basiert KoMoDo auf dem sprichwörtlich kleinsten gemeinsamen Nenner: Dem Nutzen von knappen innerstädtischen Flächen. „Es ist nicht erforderlich, dass jeder Dienstleister sein eigenes Mikro-Depot errichtet. Es kann durch diese Bündelungseffekte eine optimale Flächennutzung erreicht werden“, erklärt dazu Klaus-Günter Lichtfuß, Leiter Logistik der Berliner Hafen- und Lagerhausgesellschaft (Behala).

BdKEP, BIEK und  BvDP unterstützen

Dennoch wirken gleich mehrere namhafte Verbände und Institutionen als assoziierte Partner mit. Dazu gehören der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste (BdKEP), der Bundesverband Deutscher Postdienstleister (BvDP), der Bundesverband Paket und Expresslogistik (BIEK) sowie das Deutsche Institut für Normung (DIN). Die Einbindung dieser Branchenvertreter soll nach eigenen Angaben sicherstellen, dass die Anforderungen und Belange der gesamten Branche berücksichtig werden. Langfristig sollen aus dem Projekt übertragbare Lösungen für die letzten Kilometer der Zustellung entstehen.

Berater von LogisticNetwork Consultants am Start

Genügend Know-how sollte dafür eigentlich vorhanden sein. Denn zusätzlich zu den KEP-Dienstleistern, der Behala sowie den Verbänden brauchte es zudem noch die Berater der LogisticNetwork Consultants, damit sich die fünf Protagonisten zumindest auf eine Fläche wagen. Und zu guter Letzt gibt’s dafür sogar noch Fördergeld. Denn das Projekt wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative bezuschusst.

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