Ford E-Transit Custom Einer für alle

Ford E-Transit Custom Foto: Ford 10 Bilder

Ford fährt mit dem E-Transit Custom ein wahres Wunschpaket auf. Die Highlights: breite Konfigurationswahl, clevere Innenraum-Features und üppige Reserven im Leistungs-, Nutzlast- und Reichweite-Kapitel.

Einer der Klassiker im 1-Tonnen-Nutzlast-Segment fährt schon bald auch vollelektrisch: der Ford Transit Custom. Der dann E-Transit Custom genannte Transporter wird im Herbst 2023 im Joint-Venture-Werk von Ford Otosan im türkischen Kocaeli auf einer neuen Produktionslinie in die Serie starten – als erster Repräsentant der nächsten Modell-Generation. Ein Statement, das unterstrichen wird mit Daten, die denen von Verbrennern kaum nachstehen.

Zwei Leistungsstufen mit 100 und 160 kW

Stichpunkt Leistung: Hier stehen für Kunden des E-Transit Custom zwei Stufen zur Wahl. In der Basis bringt es der E-Motor auf 100 kW / 135 PS, für anspruchsvollere Aufgaben liefert Ford 160 kW / 217 PS. Das maximale Drehmoment fällt in beiden Varianten mit 415 Nm so üppig aus, dass laut Hersteller bis zu zwei Tonnen schwere Anhänger angedockt werden können. Gewicht und Raum spart die Lage des Triebwerks: So ist der E-Motor im Bereich der Hinterachse mit Einzelradaufhängung (!) im Chassis selbst verankert und um 90 Grad gedreht, womit kein Hilfsrahmen nötig ist und der Fahrzeugboden im Vergleich zum aktuellen Transit Custom sogar noch tiefer ausfallen kann.

Je nach Ausführung kommen die E-Transit Custom Kastenwagen auf 5,8 bis 9,0 Kubikmeter, die Laderaumlänge liegt bei maximal 3,45 Meter. In Sachen Nutzlast stehen im besten Fall 1.100 Kilogramm im Datenblatt und damit ebenso viel wie für den aktuellen Transit Custom mit Dieselmotor. Der für viele wichtigste Wert aber betrifft sicher die Reichweite – und auch hier kann Ford punkten.

Bis zu 380 Kilometer ohne Ladestopp

Im WLTP-Zyklus erreicht der E-Transit Custom bis zu 380 Kilometer ohne Ladestopp. Grundlage dafür ist sein 400-Volt-Antriebssystem, das an eine Batterie mit 74 kWh an nutzbarer Energie angeschlossen ist. Der Akku ist mit Pouch-Zellen bestückt, wie sie Ford auch im elektrischen Pick-up-Truck F-150 Lightning nutzt. Damit fällt die Energiedichte im Vergleich zum großen E-Transit laut Hersteller um zwölf Prozent höher aus. In der Folge findet die Batterie trotz ihrer starken Kapazität im Laderaumboden Platz, wo sie mit der Karosserie verschraubt ist und im Falle eines Seitenaufpralls durch die Seitenschweller geschützt wird.

Neben der Batteriekapazität ebenso entscheidend: die Aerodynamik und die Effizienz der einzelnen Komponenten. Ford setzt auf einen neuen Frontgrill, neue Räder und weitere Karosserie-Details, mit denen der Luftwiderstands-Beiwert im Vergleich zum aktuellen Transit Custom um über zehn Prozent besser ausfallen soll. Außerdem gibt's LED-Scheinwerfer und serienmäßig die Dampfeinspritz-Wärmepumpen-Technologie zum Heizen und Kühlen der Kabine.

One-Pedal-Driving mit maximaler Rekuperation

Dazu kann der E-Transit Custom mit dem One-Pedal-Driving bewegt werden. In diesem Fahrmodus ist der Ford auf maximale Bremsenergie-Rückgewinnung getrimmt und verzögert über die Rekuperation schon beim Lupfen des Gaspedals so stark, dass der Fahrer in Alltagssituationen kaum mehr die Bremse betätigen muss – selbst wenn er ganz zum Stehen kommen will.

Die eingesparte Energie kann der E-Transit Custom nicht nur zur Erweiterung der Reichweite nutzen, sondern optional auch für das ProPower Onboard-System. Hinter diesem Namen verbergen sich Stromanschlüsse für Werkzeuge und Geräte. Maximal 2,3 kW stellt der E-Transit Custom so zur Verfügung.

Fünf Minuten für 38 Kilometer

An der Schnell-Ladesäule saugt der E-Transit Custom dann mit bis zu 125 kW Strom. In rund 41 Minuten kann der Akku von 15 auf 80 Prozent geladen werden, live zu verfolgen auch über die FordPass Pro-App fürs Smartphone. Wer in nur wenigen Minuten maximal schnell laden will, kann dies über ein spezielles Ladeprofil tun – und damit in fünf Minuten knapp 38 Kilometer gewinnen. Über Nacht bietet sich wiederum der serienmäßige Dreiphasen-Wechselstrom-Charger an, der mit 11 kW in circa acht Stunden „volltankt". Hier besonders vorteilhaft: das aktivierbare Vorheizen und Vorkühlen der Kabine, was komfortabel für den Fahrer ist und zudem gut für die Reichweite, weil die nötige Energie nicht der Batterie entnommen werden muss.

In Sachen Komfort fährt Ford zudem einen durchdachten Innenraum auf: Der Schalthebel ist platzsparend an der Lenksäule angebracht, die Feststellbremse elektronisch über einen Tastendruck aktivierbar und das Lenkrad so weit verstellbar, dass der Fahrer ohne Mühe auf die Beifahrerseite durchrutschen kann und auch von dort aus aussteigen. In der Mittelkonsole sitzt ein 13-Zoll-Touchscreen, über den das Kommunikations- und Entertainmentsystem Ford Sync 4 mit 5G-Konnektivitätsmodul bedient werden kann. Der Front-Airbag wandert vom Armaturenträger in die Dachpartie und macht Platz für eine große Ablage und ein größeres Volumen im Handschuhfach.

Mobile-Office-Paket und Delivery-Assist

Mit dem Mobile-Office-Paket ist der E-Transit Custom dann mit einem in der Neigung verstellbaren Lenkrad bestückt, das zur Plattform für Laptops und Tablets oder als kleines Vesperbrett genutzt werden kann. Der Delivery-Assist wiederum aktiviert im Parkmodus automatisch den Warnblinker und schließt Fenster und Türen, wenn der Fahrer sich vom Fahrzeug entfernt. Kommt er wieder zurück, entriegelt der Ford wiederum seine Türen, öffnet die Fenster bis zur vorherigen Position und deaktiviert den Warnblinker. Dazu gibt's einen individuell programmierbaren digitalen Schlüssel und eine SecuriAlert-Funktion, mit der der E-Transit Custom meldet, wenn sich jemand unbefugt Zutritt verschaffen will. Weiter fährt Ford einen Pre-Collision-Assist, einen Fahrspur-Assistent, einen Falschfahrer- und Müdigkeitswarner, eine Verkehrsschild-Erkennung und eine 360-Grad-Kamera auf.

Sorgen um die Ladeinfrastruktur will der Hersteller wiederum mit dem Zugang zum Blue Oval Charging Network nehmen, das mit über 300.000 Ladepunkten Europas größtes E-Tankstellen-Netzwerk sein soll und dazu schnell wächst. Außerdem dürfen sich Kunden des E-Transit Custom über ein einjähriges Gratisabo für öffentliche Lademöglichkeiten freuen. Auch die Beratung zu Wallboxen sowie deren Installation und Wartung hat die Ford Pro-Einheit im Angebot. Die Software von Ford Pro Charging ermöglicht dazu ein intelligentes Lade-Management, mit dem bei schwankenden Strompreisen nach Feierabend bis zur nächsten Fahrt genau dann Energie gezogen wird, wenn sie besonders günstig ist.

Weniger Ausfallzeiten, niedrigere Betriebskosten

Zur hohen Einsatzbereitschaft des E-Transit Custom sollen weiter die Ford Pro Telematics-Dienste beitragen, die das erste Jahr kostenlos sind und den Fuhrparkleiter mit Live-Daten versorgen. Dazu gesellt sich das Liive-System, das über das bordeigene Modem läuft und laut der Hochrechnungen von Ford die servicebedingten Ausfallzeiten um bis zu 60 Prozent senkt. On top sind außerdem Updates „over the air" möglich, bis zu 30 Systeme kann der Hersteller mit dieser Technologie ohne Werkstattaufenthalt auf den jeweils neuesten Stand bringen – wobei sich der Zeitpunkt der Datenübertragung vorprogrammieren lässt.

Der E-Transit Custom ist wahlweise mit Einzel- und Doppelkabine sowie als Kombi zu haben, zwei Radstände und zwei Dachhöhen runden die breite Palette ab. Zu welchen Preisen welche Modelle zu haben sind, ist noch nicht kommuniziert – dafür spricht Ford auf der Grundlage von ersten Erfahrungswerten mit dem E-Transit von signifikant niedrigeren Betriebskosten im Vergleich zu einem Diesel-Transporter. Und auch das Garantie-Versprechen für die Batterie steht bereits: Über 160.000 Kilometer beziehungsweise acht Jahre fahren Kunden damit in jedem Fall sorgenfrei.

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