Europaweite Lkw-Kontrollen Fast jeder 4. Lkw bricht das Gesetz

Foto: Roadpol

Bei europaweiten Lkw-Kontrollen durch die Polizei wurde bei fast jedem vierten Fahrzeug ein Verstoß gegen das Gesetz festgestellt, meldet das Netzwerk der europäischen Verkehrspolizei Roadpol. An der „Operation Lkw“ hatten sich 19 EU-Staaten beteiligt.

Von insgesamt 427.105 kontrollierten Lastkraftwagen wurde bei 102.283 Fahrzeugen irgendeine Art von Verstoß festgestellt, 2.221 davon waren so schwerwiegend, dass die Weiterfahrt sofort untersagt wurde, bis der ordnungsgemäße Zustand des Fahrzeugs oder der Ladung sichergestellt war. Laut Roadpol lag die Beanstandungsquote im Güterverkehr bei 23,95 Prozent, im Februar 2022 hatte sie bei 30,22 Prozent gelegen. Die Kontrollen fanden vom 13. bis 19. Juni und vom 18. bis 24. Juli statt.

Sozialvorschriften im Fokus

Die meisten Übertretungen gab es demnach bei Geschwindigkeit, technischen Verstößen, Lenk- und Ruhezeiten sowie Fahrtenschreibereinstellungen. 12.588 Lkw-Fahrer verstießen gegen die Sozialvorschriften und fuhren länger als gesetzlich erlaubt, ohne die vorgeschriebenen Pausen einzuhalten. Genau 10.556 Mal wurden die Fahrtenschreiber nicht ordnungsgemäß geführt. Manipulationen an digitalen Fahrtenschreibern wurden in 545 Fällen festgestellt. „Das Herumfummeln an den Einstellungen des Fahrtenschreibers oder gar Manipulationen nehmen jedes Jahr größere Formen an“, sagte Henk Jensen, Sekretär der Arbeitsgruppe Roadpol Operations von der niederländischen Polizei.

Risiko für Verkehrssicherheit aller

Der Grund für diese Art von Betrug könne der anhaltende Wettbewerbsdruck in der immer noch wachsenden Branche sein. „Die finanziellen Vorteile für die Transportunternehmen mögen groß sein, die Risiken für die Verkehrssicherheit sind jedoch größer“, betonte er. Vor allem aufgrund von Übermüdung der Fahrer könne es zu Zusammenstößen mit schwerwiegenden Folgen kommen, nicht nur für den Lkw-Fahrer selbst, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Europäische Arbitsbehörde dabei

In einigen Ländern fanden die Kontrollen in Zusammenarbeit mit der Europäischen Arbeitsbehörde (ELA) statt, die dafür sorgt, dass die EU-Vorschriften zur Arbeitsmobilität und zur Koordinierung der sozialen Sicherheit fair und wirksam durchgesetzt werden. Die ELA setzt nicht nur ihre eigenen Experten vor Ort ein, sondern koordiniert auch die Teilnahme ausländischer Beobachter an Straßenkontrollen in anderen Ländern. So besuchten im Juni Experten der Arbeitsbehörden aus Litauen und Rumänien Straßenkontrollen in den Niederlanden und tauschten sich mit ihren dortigen Kollegen und Polizeibeamten aus.

Die nächste Roadpol-Kontrollaktion für Lkw und Busse findet vom 10. bis 16. Oktober statt.

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