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EU soll Standards festlegen

Verringerung des toten Winkels

Sicherheit, Toter Winkel Foto: Jan Bergrath

Eine verbesserte direkte Sicht von Lkw-Fahrern kann für Fußgänger und Radfahrer lebensrettend sein.

Die europäische Organisation für nachhaltigen Verkehr T&E hat die EU-Kommission deshalb aufgefordert, früher als 2028 entsprechende Gestaltungs-Standards für Lkw festzulegen. Derzeit lägen die im Rahmen einer Studie erzielten Testergebnisse zum toten Winkel mit Modellen verschiedener Hersteller weit auseinander und variierten bei Zustellfahrzeugen von kompletter Einsicht in die Verkehrssituation bis zu einer Einschränkung von 1,90 Metern, kritisiert T&E. Hunderte tödlicher Unfälle könnten demnach vermieden werden.
 

 

T&E bezieht sich auf eine Studie der britischen Universität Loughborough, die Lkw aller Kategorien untersucht hat. Am besten schnitten danach Low-Entry-Fahrerhäuser ab, zu denen der Mercedes Econic gehöre. Aber auch der Scania P N3 habe einer sehr gute unmittelbare Sicht, die den toten Winkel drastisch reduziere, während die toten Winkel beim MAN TGS N3  sich insgesamt auf 2,72 Meter addierten. Bei Langstrecken-Lkw und Baufahrzeugen gebe es ähnlich große Unterschiede zwischen dem Primus und dem Klassenletzten. Die Sitzhöhe des Fahrers sei der ausschlaggebende Faktor bei der unmittelbaren Sicht.
 
 
Sitzhöhe entscheidender Faktor
 
"Unsere Studie zeigt, dass die Größe des toten Winkels hauptsächlich von der Sitzhöhe des Fahrers abhängt", sagte Dr. Steve Summerskill, Leiter der Studie an der Loughborough Design School. "Aber die Gestaltung der Kabine kann auch eine bedeutende Rolle spielen." Eine bessere Fenster- und Innenraumgestaltung könne die Größe der toten Winkel enorm verringern und hunderte Leben retten. Jährlich sterben nach Angaben des Europäischen Verkehrssicherheitsrats (ETSC) rund 4.000 Menschen bei Unfällen mit Lkw-Beteiligung. Etwa 1.000 der Toten sind Fußgänger oder Radfahrer, die Unfälle in Stadtgebieten ereignen sich meist bei relativ niedrigen Geschwindigkeiten.
 
 
Die EU-Kommission bereitet derzeit eine Neufassung der General Safety Regulation zu Fahrzeugsicherheit vor und will ihre Pläne im Herbst vorstellen. Bislang hatte sie geplant, dass Anforderungen zur direkten Sicht ab 2028 verpflichtend eingeführt werden sollen. Neue Zustellfahrzeuge müssten aber so schnell wie möglich Low-Entry-Kabinen haben, verlangt T&E. Und andere Lkw müssten zumindest so gut sein wie die derzeitigen Klassenbesten. Es sei erschütternd, dass es so große Unterschiede zwischen ansonsten völlig gleichen Fahrzeugen gebe, sagte T&E-Manager William Todts. "Wir brauchen Standards für die unmittelbare Sicht bei Lkw und können es uns angesichts so vieler Toter nicht leisten, bis 2028 zu warten."

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Jan Bergrath, Experte für Fahrerthemen Jan Bergrath Journalist
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