DIHK-Studie

Immer weniger Existenzgründer

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Der Gründerreport 2016 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt eine schwierige Entwicklung auf: Die Zahl potenzieller Unternehmensgründer nimmt weiter ab.

Mehr Interessenten sind schlecht vorbereitet

Vergangenes Jahr führten die IHK-Berater im Land nur noch knapp 206.000 Gründungsgespräche und damit zehn Prozent weniger als 2014. Das nachlassende Interesse sieht der Verband als Spiegelbild der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. "Viele gut qualifizierte Personen wählen anstatt der unternehmerischen Selbstständigkeit ein gut dotiertes Angestelltenverhältnis. Diese Vorsicht zieht sich durch viele Beratungsgespräche der IHKs mit Gründerinnen und Gründern", lautet die Einschätzung des DIHK.

Sorge macht dem Handelskammertag auch die sinkende Qualität der vorgelegten Geschäftskonzepte: "Mehr als ein Viertel können ihre Produktideen nicht klar beschreiben", so der Report - Tendenz ebenfalls steigend. Schwächen zeigten die Gesprächspartner zunehmend auch bei kaufmännischen Kenntnissen (40 Prozent), der Finanzierung (37 Prozent) und dem Kundennutzen ihres Projektes. Die Gefahr des Scheiterns sei damit groß. "Weniger gute Ideen bedeuteten weniger Erfolg für Deutschland", warnt der Verband.

Karrierechance für Frauen

2015 gaben die IHKs mit 10.858 rund neun Prozent weniger Stellungnahmen für Anträge auf Gründungsförderung ab. Dabei bilden die Anträge arbeitsloser Gründer mit 57 Prozent weiterhin den Löwenanteil. 42 Prozent aller Einstiegsgespräche und Gründungsberatungen (in Summe 85.000) führten die IHK-Berater 2015 mit Frauen. Viele betrachten die Selbstständigkeit als Chance, Familie und Beruf besser in Einklang zu bringen. "Doch viele sehen dann vom Schritt in die Selbstständigkeit ab – der Anteil der von Frauen geführten Gründungsunternehmen beträgt lediglich 28 Prozent", so das Ergebnis des Reports. 

Fünf Prozent wollen in den Verkehrssektor

Obwohl Kreditzinsen günstig wie nie sind, sehen die IHK-Gründungsberater bei mehr als einem Drittel (37 Prozent) der Teilnehmer von Beratungsgesprächen Defizite hinsichtlich der Finanzierung ihres Vorhabens. Hier plädiert der DIHK an die Bundesregierung, für steuerliche Anreize zu sorgen, damit Investoren ihr Beteiligungskapital leichter einbringen können. Außerdem fordert er Bürokratieabbau und mehr Engagement an Schulen und Hochschulen.

Die meisten Gründerinnen und Gründer, nämlich 83 Prozent, wollen als Dienstleister oder im Handel starten, mit wachsendem Trend zum E-Commerce. Der Verkehrssektor ist mit fünf Prozent vertreten.

 

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