Diesel-Durchbruch

50 Prozent Wirkungsgrad erreicht

Foto: Bosch

Nach zwei Jahren Entwicklungszeit konnten Bosch und der chinesische Projektpartner Weichai Power den Wirkungsgrad von Dieselmotoren für Nutzfahrzeuge auf 50 Prozent steigern.

Vier Prozent klingen erst einmal nach nicht viel und doch ist es ein großer Schritt in Richtung Zukunft. Der deutsche Automobilzulieferer Bosch konnte nach eigenen Angaben – im Schulterschluss mit dem chinesischen Motorenhersteller Weichai Power – den thermischen Wirkungsgrad eines Weichai-Dieselaggregats für schwere Nutzfahrzeuge von 46 Prozent auf 50 Prozent steigern. „Mit der Steigerung des Wirkungsgrads um vier Prozentpunkte haben wir einen Meilenstein gesetzt“, erklärt der Vorsitzende der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH Dr. Volkmar Denner. Seiner Meinung nach ist dies ein Beleg dafür, dass die Entwicklung des Dieselmotors noch nicht abgeschlossen ist, auch wenn diese Technik bereits fast 130 Jahre alt ist.

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Durch eine Optimierung des hauseigenen Common-Rail-Einspritz-Systems konnte Bosch die Effizienz von Dieselaggregaten für Nutzfahrzeuge erhöhen.

Bosch-Einspritzsystem erhöht Wirkungsgrad

Das Ergebnis beruht nach Angaben von Bosch auf einem gemeinsames Entwicklungsprojekt mit Weichai Power, das im September 2018 gestartet wurde. Hierfür wurde ein Sechs-Zylinder-Dieselmotor (12,9 Liter Hubraum) mi einem modularen Common-Rail-System aus dem Hause Bosch ausgestattet. Durch eine optimierte Kraftstoffversorgung, hohe Düsendurchflüsse wird laut Bosch die Verbrennungsstrategie verbessert und die Motorleistung erhöht. Dadurch erreicht der Motor laut Bosch die Abgasnorm China VI und erreicht so eine Lebensdauer von bis zu 1,6 Millionen Kilometer. Dabei ist das Bosch-System nicht nur für Druckstufen zwischen 1.800 und 2.500 bar ausgelegt und auch für Acht-Zylinder-Aggregate einsetzbar, das Common-Rail-System soll zudem auch für die Elektrifizierung des Anstriebsstrangs ausgelegt sein.

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Bosch rechnet mit Antriebsmix – auch Synfuels sind eine Option

Gerade im Nutzfahrzeugbereich und vor allem, wenn große Lasten über lange Distanzen transportiert werden müssen, bleibt der Dieselmotor nach Angaben des Zulieferers auf absehbare Zeit vorerst die erste Wahl. Daher sei es das erklärte Ziel von Bosch und Weichai, die Technik zum Schutz von Klima und Umwelt ständig weiterzuentwickeln. Bosch selbst gehe offen mit zukünftigen Antriebsantriebstechnologien um. Einerseits wolle Bosch Marktführer in der Elektromobilität mit Batterie- und Brennstoffzellen-betriebenen Fahrzeugen werden. Andererseits entwickele Bosch Technologien für effiziente Verbrennungsmotoren, denn nach Ansicht des schwäbischen Zulieferers können auch Benziner und Diesel mit erneuerbaren synthetischen Kraftstoffen klimaneutral gefahren werden. Diese Ansicht teilt Bosch mit dem Stuttgarter Fahrzeugbauer Porsche, der ebenfalls an Anwendungen für Synfuels arbeitet, als Ergänzung zur Elektromobilität. Weltweit erwartet Bosch für 2030, dass rund ein Drittel aller neuzugelassenen Fahrzeuge rein elektrisch fahren werden. Zwei Drittel werden nach Angaben des Technologie- und Dienstleistungsunternehmen von einem Verbrenner respektive Hybridantrieben angetrieben.

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