Der Zug ist auf dem Weg

SPD-Chef Kurt Beck hat ein neues Privatisierungs- modell für die Deutsche Bahn AG (DB AG) präsentiert, mit dem offenbar nahezu alle Seiten in der Koalition leben können. Selbst der SPD-Parteirat hat Anfang der Woche zugestimmt. Statt 49,9 Prozent sollen nur 24,9 Prozent der Verkehrs- und Logistik AG (VuL) an die Börse gehen. Die Union hat Zustimmung signalisiert. Dennoch wird bereits spekuliert, wann der nächste Privatisierungs- schritt folgen kann. Chapeaux, Herr Beck, lobte die Süddeutsche Zeitung. Nur er habe die »für alle Parteiflügel akzeptable Lösung erreichen können. Als Chef der SPD-Arbeitsgruppe "Bahnreform" hatte Beck den Kompromiss mit dem Verkauf einer Minderheitsbeteiligung von 24,9 Prozent am Verkehrsbereich, also dem Personenfern- und -nahverkehr, der Logistik mit DB Schenker sowie den dazu gehörigen Werkstätten und Vertriebsorganisationen, durchgesetzt. Leicht sei das nicht gewesen, erklärten Teilnehmer nach der Sitzung. Beck aber habe mit seiner ausgleichenden Art letztlich alle mitgenommen. Selbst die Linken, die auf dem Hamburger Parteitag noch heftig der Volksaktie sowie einem Sonderparteitag das Wort geredet hatten, stimmten in der Arbeitsgruppe offenbar für das neue, abgespeckte Holdingmodell. Bestätigt wurde diese Lösung am Montag dann auch vom SPD-Parteirat, der den Beck- Vorschlag mit großer Mehrheit durchwinkte.

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