Dekra Dialog

BSI-Präsident spricht über Cyber-Sicherheit

Arne Schönbohm, BSI-Präsident Foto: Christof Sage

Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), betonte beim Dekra Dialog, wie wichtig eine zentrale Cyber-Sicherheitsbehörde ist.

"Die Vernetzung unserer heutigen Zeit hat zwei Seiten", erklärte der Dekra-Vorstandsvorsitzende Stefan Kölbl zur Begrüßung. Die positive bedeute Spaß, Komfort und weitere Annehmlichkeiten für die Nutzer. Die negative dagegen sei die unsichere Seite der Cyber-Kriminalität. Innerhalb weniger Jahre habe sich die Zahl der Hacker-Angriffe von sechs auf 112 Millionen pro Minute erhöht. "Cyber-Sicherheit ist die Achillesferse der digitalen Transformation", sagte Kölbl.

Um über die Gefahren aufzuklären, war Arne Schönbohm, Präsident des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), zu Gast. Der 47-Jährige ist seit Februar 2016 im Amt und aktuell Chef von 840 Mitarbeitern. "In diesem Jahr werden wir personell um ein Drittel wachsen", erklärte er. Hacker nutzen laut Schönbohm schon bestehende Schwachstellen aus – und diese Punkte gelte es vorher zu entdecken. Die Funktion des BSI fasst er in einem Satz zusammen: Die nationale Sicherheitsbehörde organisiere und gestalte die Informationssicherheit in den Zeiten der Digitalisierung.

Eine zentrale Stelle für Cyber-Sicherheit

Für besonders wichtig halte er, dass das BSI die zentrale Stelle für Cyber-Sicherheit darstellt: "In den USA gibt es 83 solcher Organisationen – da ist keiner für etwas zuständig." In Deutschland dagegen übernehme das BSI die alleinige Verantwortung.
 
Dabei sei das BSI für die Bundesverwaltung und nicht für den Bundestag zuständig – somit auch nicht für die einzelnen Bundesländer. "Trotzdem versuchen wir, den Ländern zu helfen." Das BSI habe etwa 300 Apps auf ihre Sicherheit getestet und werde die Ergebnisse auch den Ländern vorlegen. Zum Stichwort Informationssicherheit bemängelte Schönbohm das fehlende Verständnis der Menschen, insbesondere im Mittelstand: "Die wenigsten besitzen eine Sicherheitssoftware auf ihrem Smartphone."

Cyber-Kriminelle sind oft Schwerstkriminelle

Dabei dürfe man die Gefahr, die von Cyber-Kriminellen ausgehe, nicht unterschätzen. Das seien oft Schwerstkriminelle, die auch im Besitz von Waffen sind. "Mittlerweile verdienen diese Verbrecher mehr Geld mit Cyber-Kriminalität als mit Drogen und wir machen es ihnen viel zu leicht", sagte Schönbohm. Ob das US-Internetunternehmen Yahoo oder die digitale Sammelplattform Dropbox – unzählige Unternehmen waren in der vergangenen Zeit von Hacker-Angriffen betroffen.
 
Zum Abschluss gab der IT-Experte den Teilnehmern noch einige grundsätzliche Tipps mit auf den Weg: "Fragen Sie sich bei jeder App: Brauche ich die wirklich? Verschlüsseln Sie Ihre Daten, sichern Sie Persönliches wie Bilder und Videos auf einem externen Server und vor allem: Geben Sie nicht jedem Ihre Handynummer."

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