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Aktionsprogramm Klimaschutz 2020

BGL kritisiert Zielvorgaben des Bundes

CO2 Foto: Illustration: Frieser

Der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) kritisiert das jüngst vorgestellte Klimaschutzprogramm der Bundesregierung scharf.

So seien in dem Programm ehrgeizige und zum Teil teure Sonderziele für den Klimaschutz in Deutschland. Bis 2020, so der BGL, sollen statt der europäischen Zielmarke von 30 Prozent in Deutschland 40 Prozent der CO2-Emissionen eingespart werden. Die dafür nötigen Maßnahmen seien am grünen Tisch entstanden, ohne die Beteiligten oder die Verbände anzuhören.

Beispielsweise würde der Vorschlag, Hybrid-Fahrzeuge im Güterverkehr einzusetzen laut Angaben der Hersteller die Vermeidungskosten für eine Tonne CO2 enorm erhöhen. 1.200 Euro pro Tonne führt der BGL dazu an. Im globalen Maßstab werde eine Tonne CO2 mit sogenannten externen Kosten zwischen 50 und 150 Euro bewertet. Gerade auch in Anbetracht der Wettbewerbsverhältnisse mit ausländischen Unternehmen sei eine Verteuerung des Straßengüterverkehrs in einer solchen Größenordnung nicht realistisch. Die Reparatur der Klimaschäden, so der BGL, käme um ein Vielfaches teurer als der zugrundeliegende Schaden.

Bund übersieht einfache Einsparpotenziale

Weiter stellt der Verband die Sinnhaftigkeit von Lastenfahrrädern für die letzte Meile in Frage, gerade auch im Hinblick auf den kommenden Mindestlohn. Zudem vermisse man einfache und kostenneutral umsetzbare CO2-Einsparpotenziale wie beispielsweise die Abstimmung der Fahrzeuglängenmaße auf gängige Behältersysteme im Kontinental- und Seeverkehr. Aus dem Stand heraus könne man so 15 Prozent CO2 bei Volumengütern sparen. Der Lang-Lkw, der sich bisher in Feldversuchen als verkehrssicher und umwelteffizient bewiesen habe, werde ebenfalls nicht berücksichtigt, genauso wenig wie das Klimaschutzprojekt des Umweltministeriums, Elektrotraktion im Güterverkehr (ENUBA).

Kein Spielraum für Prestigevorreiterrolle

Das Transportlogistikgewerbe, so der BGL, bekenne sich zu Klimaschutzmaßnahmen und sei bereit, den Mitteleinsatz für ökonomisch tragfähige und ökologisch relevante Klimaschutzbeiträge zu leisten. Diese Bereitschaft setze jedoch voraus, dass die Politik zunächst ökonomisch und ökologisch effiziente Klimaschutzmaßnahmen für den Güterverkehr in der Praxis als erstes umsetzt. Für teure Prestigevorreiterrollen gebe es keinen Spielraum.

"Angesichts der nicht nachhaltig finanzierten Zukunftsinvestitionen für Bildung, Kinderbetreuung und Infrastruktur sowie der ständig wachsenden Kosten einer alternden Gesellschaft muss sorgfältig mit den in Deutschland erwirtschafteten Finanzressourcen umgegangen werden. Schließlich gilt die einfache Erkenntnis: Jeder Euro, der in den Klimaschutz investiert wird, kann für andere, ebenfalls gesellschaftspolitische Zwecke nicht mehr Verwendung finden", sagt Prof. Dr. Karlheinz Schmidt, Geschäftsführendes Präsidialmitglied des BGL. "Im Dialog mit Praktikern und nicht allein vom grünen Tisch sollte deshalb nach bezahlbaren Wegen für mehr Klimaschutz ideologiefrei und zukunftsorientiert gesucht werden."

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