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Truck Trial - Wühlen im Dreck: Der Berg ruft

Schroffe Felsen, tückische Schlammgruben und steile Abgründe – Truck Trial verlangt Mensch und Maschine alles ab.

Der Rennkalender scheucht die Truck-Trial-Fans 2011 quer durch Europa. Der Startschuss fällt im österreichischen Nobel-Skiort Kitzbühel. Statt Schnee macht sich jedoch graues Geröll breit. Gleich zum Auftakt verlangt das Gelände den Offroad-Spezialisten alles ab. Landschaftlich eine Augenweide, aber keinesfalls weniger anspruchsvoll wartet im Juni das französische Montalieu, Région Rhône-Alpes.

Steile Felswände bilden hier eine atemberaubende Kulisse, wenn die Teilnehmer durch Schlammlöcher fahren oder mächtige Felsen erklimmen müssen. Im Juli erreicht der Offroad-Tross Deutschland.

Karlsfeld-Abtsdorf zeigt sich sehr sandig. Hier sind nicht zuletzt die Reifen ein wichtiger Faktor, um im Gelände genug Grip aufzubauen. Ende des Monats erreicht die Truck Trial Meisterschaft in Tschechien ihren östlichsten Punkt: Ostrava liegt fast an der polnischen Grenze.

Das dicht bewachsene Gelände ist ungewöhnlich kompakt – das macht manchem Fahrer das Leben schwer. Doch die Trucks finden ihren Weg. Hinterher stehen einige Bäume allerdings etwas schiefer als vorher und Büsche befinden sich teils meterweit von ihrem Wurzelwerk entfernt.

Im Truck Trial zählen andere Werte als bloße Geschwindigkeit

Nach der Sommerpause steht wieder Österreich auf dem Kalender. Das Gelände bei Amstetten im Mostviertel liegt direkt im Truck-Trial-Kernland. Nicht nur einige Teams stammen von hier. Auch der Truck-Trial-Veranstalter OVS ist in Amstetten zu Hause.

Das Finale steigt im hessischen Nieder-Ofleiden im Vogelsbergkreis. Vor der Siegerfeier kämpfen die Teilnehmer hier um die letzten Meisterschaftspunkte des Jahres. Alle Veranstaltungen beweisen eins: Im Truck Trial zählen andere Werte als bloße Geschwindigkeit.

Wenn massige Vierachser über wackelige Felsen stampfen und dabei noch zwischen eng gesteckten Torstangen manövriert werden, steht Geschicklichkeit im Vordergrund. Auch die Zweiachser der kleinen Klassen kommen in den Wettkampfsektionen mit Tempo nicht sehr weit. Schon deshalb verwundert es nicht, dass auch ein schmächtiger Unimog mit 80 PS Leistung durchaus Titelchancen hat.

Ostblock-Trucks sind nur noch Randerscheinungen

Die Seriennahen teilen sich fünf Klassen, je nach Zahl der Achsen, Radstand und Spurweite. In der Klasse S1 fahren die kleinen Unimog. 2011 ist diese Disziplin ganz in französischer Hand. Der Titel geht an Team Manent.

Etwas größer fällt die Kategorie S2 aus, auch wenn den Truck von Team MiniMog nur die breitere Spur und breitere Reifen von der Mini-Klasse trennen. Die Meisterkrone der großen Kleinen trägt in diesem Jahr wieder das tschechische Team Lom u Tachova.

In der Klasse S3 beginnt der Bereich der Dreiachser. Allerdings wildert hier Udo Heidenreich mit seinem zweiachsigen Maxi-Unimog, der sich 2011 knapp den Titel geschnappt hat. Die russischen Zil-Dreiachser haben das Nachsehen. Die Kategorie S4 dominieren 2011 mitteleuropäische Fabrikate. Das französische Team Alsace im Mercedes SK gewinnt den Titel.

Shootingstar der Disziplin bleibt aber nach wie vor der knallig rot-gelb lackierte Magirus des holländischen Teams Wheels-over-the-World. Die Monsterklasse markieren die S5-Vierachser. Ostblock-Trucks sind hier nur noch Randerscheinungen.

Seit Jahren stauben Mercedes und MAN die Titel ab

2011 gewann Team Schoch im braunen MAN TGS. Von ganz anderem Kaliber sind die Prototypen. Nur zwei Klassen kämpfen um den Titel: P1 und P2. In der ersten starten ausschließlich Zweiachser.

In den letzten Jahren stellte Team Bülles Enders im Eigenbau ohne große Gegenwehr den Meister. Der Truck basiert auf einem Unimog. Für den Vortrieb sorgt ein Porsche-Benziner. 2011 wandert der Pokal aber an ein eigentümliches französisches Gefährt. Hinter dem Namen Unimog Mania verbirgt sich ein Fahrgestell mit zwei Lenkrädern.

Es gibt keinen Beifahrer, aber zwei Piloten. Jeder lenkt seine Achse und blickt in die entgegengesetzte Richtung. Die Klasse P2 ist der heimliche König im Ring. Diese Dreiachser kommen überall durch. Die Meisterschaft machen zwei österreichische Teams unter sich aus: Team Funke und Team Auinger.

Beide starten auf ehemaligen Ural-Trucks, umgebaut von Josef Auinger zu Geländekünstlern. Jede Achse ist einzeln lenk-, jedes Rad separat bremsbar. Die Prototypen können nach all den Modifikationen im Krebsgang durchs Gelände schieben und fast auf der Stelle wenden. 2011 geht der Titel an Josef Auinger.

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Ford Transit Custom

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10. April 2013
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