Truck Trial in Osnabrück 2009 18 Bilder Zoom

Vierter Truck Trial Lauf 2009 in Osnabrück/D: Truck Trial in Osnabrück - Steine, Steine, Steine

„Wir haben heute ein sehr abwechslungsreiches Gelände für euch: ein paar Steine, dazu Steine und zum Abschluss: Steine.“ So begann der leitende Kommissar Hermann Schmitz die Fahrerbesprechung am Samstag. Der aktive Steinbruch am Piesberg umfasst insgesamt hundert Hektar Steine. Da noch bis kurz vor der Veranstaltung Betriebsamkeit im Steinbruch herrschte, führten manche Sektionen über frisch gesprengtes und entsprechend loses Geröll. Dabei handelt es sich jedoch nicht um Kies oder Schotter. Vielmehr waren die Brocken teilweise metergroß, die Bedingungen damit also hart für Mensch und Maschine. Damit nicht ganz so viel zu Bruch geht, gab es ein paar Sektionen, in die sich kein Trialer traute - klassenweise Verweigerung.

Dennoch krachte es auch so teilweise ganz gewaltig. Das gute am Trial Sport ist aber: Bis auf die Fahrzeuge kamen alle mit dem Schrecken davon.Zwei Beispiele dafür sind Team MiniMog Girls und Brauwers Truck Sport. Sonntags war Holger Brauwers sehr optimistisch unterwegs. Mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht berichtet er zwischen zwei Sektionen: „Wir haben uns gleich zweimal auf die Seite gelegt. Sind dann aber gleich wieder weitergefahren.“ Die Gangart konnte er sich auch leisten, schließlich zeigte er der versammelten Konkurrenz noch am Samstag, dass ein fünffacher Meister sein Handwerk nicht so schnell verlernt - Tagessieg.  Am Samstag hatten die MiniMog Girls einiges an Pech an einer Steilabfahrt. Der Unimog überschlug sich und blieb mit offenem Getriebe liegen. Der Überschlag an sich, wäre kein großes Problem gewesen. Ein Unimog ist hart im Nehmen. Allerdings konnten die Bagger den Mog aus der S1 nicht wieder auf die Räder stellen. Durch das Loch im Getriebe wäre zu viel Öl ausgetreten. Das Fahrzeug bekam also eine Freifahrt bis ins Fahrerlager, auf der Seite hängend am Bagger. Ganz überraschend sah man den Unimog aber noch am selben Tag zurück in den Sektionen, dem Schweißgerät sei Dank. In der heimischen Werkstatt lag zwar noch ein Getriebe, doch es musste so gehen. „Wir können ja nicht den halben Tag einen Bagger als Hebebühne blockieren,“ so Irmgard Kassen, Beifahrerin bei den MiniMog Girls. Für die Jungs reichte es trotz des Umfallers noch mit leichtem Vorsprung auf den ersten Platz. Mit dem dritten Sieg in Folge holen sie sich den Hattrick und gleichzeitig die Spitze in der Meisterschaft mit einem Punkt vor den MSC Damen, die dritte wurden. Team Manent sicherte sich den dritten Rang in der Meisterschaft vor den MiniMog Girls, die den Unimog nach dem Umfall ganz den Männern überlassen haben.

In der S2 blieb zumindest in der Meisterschaft alles beim Alten. Die Newcomer Lom U Tachova führen trotz drittem Platz am Wochenende vor ihren tschechischen Landsleuten vom Team Avia, vor Black Mog und Team Pfeifhofer. Fünfter ist das MZB Racing Team. Die beiden scheinen etwas Angst vor großen Höhen zu haben. Noch vor der Steilabfahrt, die den MiniMog Girls zum Verhängnis wurde, kam der Abpfiff. Aus einem Grund, den vermutlich nicht einmal das Team so recht kennt, sind am Gipfel so viele Richtungswechsel zusammen gekommen, dass die Sektion gelaufen war. Dahinter liegt Truck Sport Offner auf sechs, Team OWL liegt auf acht. Und auf sieben schiebt sich die Sensation des Wochenendes. Rolf Kempf holt sich mit seinem Gentleman Driver Team mit bequemem Vorsprung den Sieg.  Die S3 bestand in Osnabrück aus ganzen zwei Fahrzeugen. Die Meister aus Ungarn setzten sich klar an die Spitze mit knapp 2.000 Punkten Vorsprung. Mit ihren insgesamt 14 Punkten Vorsprung in der Meisterschaft sind sie damit praktisch schon Meister. Die Plätze drei bis sechs gehören bis jetzt nur Einzelstartern.

In der Klasse S4 zeichnet sich auf Seiten der Meisterschaft ein enges Kopf an Kopf Rennen ab zwischen dem Team Borzym auf dem vierten Platz in Osnabrück und dem Team Kröpfel, Sieger in Osnabrück. Die Ural-Piloten führen dennoch mit einem Punkt Vorsprung. Udo Heidenreich bleibt mit seinem zweiten Platz am Wochenende in Schlagdistanz auf die beiden Meisterschaftsführenden. Brauwers Truck Sport konnte nach den beiden Umfallern am Sonntag den Sieg nicht halten. Trotzdem hat es für einen mehr als knappen dritten Platz gereicht. Knapp ging es ohnehin zu in der S4. Platz eins und zwei liegen innerhalb von fünf Punkten, während Platz drei und vier gerade einmal zwei Pünktchen trennen. Philipp aus dem Hanfbach fuhr mit seinem Faun Oldtimer zwar nur auf den sechsten Platz, hatte aber sichtlich Spaß, wieder durch den Piesberg zu kraxeln. Dem tat auch ein gerissener Luftschlauch keinen Abbruch. Bei den großen der S5 deutet alles darauf hin, dass das Schoch Team auf strammem Meisterkurs ist. Mit großem Vorsprung holen sich die Schwaben den zweiten Sieg und damit zehn Punkte Polster in der Meisterschaft. Zweiter sind die Engelbändiger vor dem H+M Truck Trial Team. Die hatten mächtig zu kämpfen. In der Nacht stand noch eine Motortransplantation auf dem Programm. Das Spenderorgan kam per Express aus Cloppenburg. Trotzdem reichte es für einen dritten Platz vor Master’s Best Alfers Team und dem Team Sauerland, dem einzigen Tatra des Wochenendes.

Die Prototypen gingen wieder gesammelt an den Start, groß und klein. Team Bülles Enders machte bei den kleinen das Rennen vor JCCMog. Bei den Großen ist die Dominanz des Hero Teams ungebrochen - erneuter Sieg und damit die Maximalpunktzahl nach vier Läufen. Team Auinger und Funke liefern sich ein Kopf an Kopf Rennen um den zweiten Platz und liegen mit einem Punkt Unterschied fast gleich auf. Den vierten Platz in beiderlei Hinsicht holt sich Team Bussink. Die Europa Truck Trialer gehen mit dem Saisonhöhepunkt Osnabrück erst einmal in die Sommerpause. Der nächste Lauf findet am letzten Augustwochenende in Voitsberg statt.

Foto

Markus Bauer

Datum

28. April 2010
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